Bahnstraße

Abgespeckter Haltestellen-Umbau - behindertengerechter Ausbau nur an fünf statt an sieben Stellen

Es bleibt dabei: Wer am Lutherplatz in den Bus einsteigen möchte, muss auch zukünftig den Höhenunterschied zwischen Gehweg und Fahrzeug überwinden.  
Foto: Strohfeldt
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Es bleibt dabei: Wer am Lutherplatz in den Bus einsteigen möchte, muss auch zukünftig den Höhenunterschied zwischen Gehweg und Fahrzeug überwinden.

Es bleibt dabei: Wer am Lutherplatz in den Bus einsteigen möchte, muss auch zukünftig den Höhenunterschied zwischen Gehweg und Fahrzeug überwinden.

  • Haltestellen-Umbau am Lutherplatz in Langen: Mehrfach Thema im Parlament
  • Bis zum 1. Januar 2022 müssen alle Bushaltestellen behindertengerecht sein
  • Zuschüsse für Umbau

Langen – Im Herbst soll der behindertengerechte Umbau von Bushaltestellen in der Innenstadt beginnen, allerdings in noch geringerem Umfang als vom Magistrat gewünscht: Die Stadtverordnetenversammlung speckte die Liste um zwei auf fünf Haltestellen ab. Auf der Strecke bleiben die beiden am Lutherplatz.

Es ist eine Vorgabe aus dem novellierten Personenbeförderungsgesetz des Bundes: Bis zum 1. Januar 2022 müssen alle Bushaltestellen behindertengerecht sein. Die 40 Haltepunkte, die erst in den vergangenen Jahren entstanden oder im Rahmen von Straßensanierungen erneuert wurden, erfüllen bereits die Voraussetzungen (unter anderem stufenloser Einstieg und ein Weg zur Haltestelle, der ertastbar und visuell gut erkennbar ist). Allerdings gibt es noch 65, die umgebaut werden müssen.

Haltestellen-Umbau am Lutherplatz: Mehrfach Thema im Parlament

Der Umbau war bereits mehrfach Thema im Parlament. Doch bislang war die Mehrheit der Stadtverordneten nicht bereit, angesichts der städtischen Finanzlage Geld dafür locker zu machen, auch wenn es hohe Zuschüsse gibt. Nun hatte der Magistrat erneut einen Anlauf genommen, um zumindest entlang der Bahnstraße mit den Umbauten zu beginnen. Dort sind neben den Stadt- auch die Regionalbusse unterwegs, die Haltestellen werden somit häufig angefahren und gut genutzt. Sieben standen auf der Ausbau-Liste, die den Stadtverordneten vorlag: Luisenstraße (Süd), Ludwig-Erk-Schule (Nord und Süd), Post (Nord und Süd), Lutherplatz (West und Ost). Eine erste grobe Kostenschätzung ergab dafür einen Finanzbedarf von knapp 678 000 Euro, wobei das Land 70 Prozent übernehmen würde.

„Alle sind sich einig über den Sinn“, sagte Christian Gött (CDU) in der Stadtverordnetenversammlung. Es sei wichtig, dass auch Gehbehinderte uneingeschränkt am öffentlichen Leben teilhaben können. Aber es gebe unterschiedliche Auffassungen in der Vorgehensweise: „Wir wollten einen Umbau erst dann, wenn dort sowieso Bauarbeiten geplant sind.“ Auf der Liste stünden jetzt die hoch frequentierten Haltestellen, „wir halten es aber trotzdem nicht für den richtigen Weg“. Er erinnerte daran, dass für den Umbau der Bahnstraße seit Jahren Pläne vorliegen, die aber aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt worden seien. In der Bahnstraße werde sich sicherlich auch in den nächsten Jahren nichts tun, aber beim Lutherplatz sehe das vielleicht anders aus. „Wir haben Sorge, dass man dort jetzt etwas macht und sich in ein paar Jahren ärgert, weil man es bei einer Platzumgestaltung anders machen würde“, so Gött. Immerhin solle der Umbau der beiden Haltestellen rund 270 000 Euro kosten. Die Union wolle nicht, dass „gewisse Dinge in Beton gegossen werden, die man dann nicht mehr ändern kann“.

Haltestellen-Umbau am Lutherplatz: Zuschüsse für Umbau

„Das ist ein gesetzlicher Auftrag“, entgegnete Thilo Kaufmann (Grüne). „Die Stadt ist dazu verpflichtet.“ Der Umbau sei „gut und längst überflüssig“. Kaufmann verwies zudem auf die Zuschüsse: „Wie lange es die noch gibt, ist unklar.“ Und er erinnerte daran, dass außer den sieben Haltestellen auf der jetzigen Listen in den nächsten Jahren noch 58 weitere umgebaut werden müssen. „Wir sind allen Mitbürgern verpflichtet“, warb Kaufmann dafür, nun zumindest den ersten Schritt so zu gehen wie vom Magistrat gewünscht.

Die Mehrheit der Stadtverordneten schloss sich allerdings der Ansicht der CDU an. In getrennter Abstimmung sprachen sich nur SPD, Grüne und die Linke Marianne Wurm für den Umbau der Lutherplatz-Haltestellen aus, Union, FWG-NEV, FDP und UWFB stimmten dagegen. Die Umgestaltung der anderen fünf Haltestellen dagegen wurde einstimmig (bei einer Enthaltung aus Reihen der NEV) auf den Weg gebracht. VON MARKUS SCHAIBLE

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