Sonntagskonzerte in Langen

Hauptsache besonders: 20 Jahre Sonntagskonzerte in der Stadtkirche

Hauptsache besonders: 20 Jahre Sonntagskonzerte in der Stadtkirche in Langen (Symbolbild).
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Hauptsache besonders: 20 Jahre Sonntagskonzerte in der Stadtkirche in Langen (Symbolbild).

Am 16. Januar 2000 gab es das erste Sonntagskonzert in der evangelischen Stadtkirche. Auch nach 20 Jahren sucht Kantorin Elvira Schwarz, die die Konzerte organisiert, immer wieder das Besondere.

Langen – „Wir wollen nicht nur die Hörgewohnheiten der Besucher bedienen“, sagt sie. Einmal im Monat (abgesehen von der Sommerpause) gestalten Musiker sonntags um 18 Uhr ein Konzert im neugotischen Wahrzeichen.

Das Programm gestaltet Schwarz daher möglichst abwechslungsreich. Neben Musikern aus den örtlichen Vereinen und der Musikschule oder dem näheren Umkreis holt sie auch Künstler und Gruppen aus Wiesbaden oder gar Berlin nach Langen. „Wir hatten schon abgefahrene Konzerte, zum Beispiel eines mit einer Leinwand oder nur mit Schlagwerk“, erzählt Schwarz. Dann gebe es aber auch mal wieder ein Konzert mit einem Streichquartett oder einem größeren Chor oder Orchester. Die Mischung macht’s für die Kantorin. „Die Geschmäcker sind eben verschieden, deshalb versuche ich, das Programms breit zu fächern“, sagt Schwarz, die selbst jeweils am zweiten Samstag im Monat für „Orgelmusik zur Marktzeit“ sorgt. Mittlerweile erhalte sie auch viele Anfragen von Musikern, die gerne einmal in der Stadtkirche spielen möchten und sich bei ihr bewerben.

Auf die Idee der Sonntagskonzerte kam Schwarz, als sie nach ihrer Rückkehr aus der Babypause zusammen mit Dekan Reinhard Zincke, damals noch Gemeindepfarrer, darüber sprach, die Stadtkirche auch außerhalb von vereinzelten Konzerten für Musik zu nutzen. „Es ist so eine schöne Kirche und ein toller Raum, der es verdient hat, dass darin musikalisch etwas passiert“, betont Schwarz.

Sie erarbeiteten schließlich das Konzept der Reihe: Neun Konzerte sollten es sein, mit einer Sommerpause in den Monaten Juli und August – „und im Dezember ist ohnehin so viel los.“ Der Eintritt ist in der Regel frei, allerdings werden Spenden gesammelt. „Das soll jedem ermöglichen, unsere Sonntagskonzerte zu besuchen“, sagt Schwarz. Von Anfang an seien diese gut angenommen werden.

Erfreulich ist für die Kantorin, dass dank der Sonntagskonzerte auch „immer wieder Menschen in die Kirche kommen, die sich sonst nicht hier hineinverirren würden“. Die Veranstaltungen sprechen gerade auch Menschen an, die nicht sonntags den Gottesdienst besuchen. „Auch wenn wir natürlich auch Stammgäste haben – das Publikum ist sehr unterschiedlich“, sagt die Kantorin zufrieden. Das bestätigt sie in ihrem Kurs, immer wieder nach besonderen Musikerlebnissen zu suchen. „Ich achte darauf, etwas zu finden, das es noch nicht gegeben hat.“ Ein Konzert, auf das sich Schwarz persönlich sehr gefreut hat, war das des Magdeburger Musikers und Komponisten Dobrin Stanislawow, der mit Panflöte und Didgeridoos in der Stadtkirche musizierte – und seinen Auftritt komplett improvisierte. „Ich habe in meiner Jugend mal ein Konzert mit Panflöte und Orgel gehört, das mich vom Hocker gehauen hat“, sagt Schwarz. Daher stand ein Sonntagskonzert mit diesem Instrument schon lange auf ihrer Wunschliste.

Nächstes Konzert

Das nächste Sonntagskonzert am morgigen 19. Januar, 18 Uhr, gestaltet der junge Musikstudent Marcel Wollny. Sein Programm vereint klassische Gitarre und Flamenco.

VON JULIA RADGEN

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