„Ohne Sachkenntnis diffamiert“

Asklepios Klinik: Ärzte werfen Verdi-Sekretärin plakative Falschbehauptungen vor

+
Ärzte werfen Verdi-Sekretärin plakative Falschbehauptungen vor

In der Auseinandersetzung um die Personalplanung an der Asklepios Klinik – ausgelöst durch harsche Kritik der Gewerkschaft Verdi – erheben nach den Stationsleitungen nun auch zwei Top-Mediziner der Langener Klinik nicht minder heftige Gegenrede an die Adresse von Verdi:

Langen – Professor Dr. Dr. Ernst Hanisch, ehemals Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie sowie nach wie vor Mitglied des Aufsichtsrats der Asklepios Kliniken Langen-Seligenstadt, und Dr. Hans-Bernd Hopf, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Perioperative Medizin, widersprechen den „nicht nachvollziehbaren und unqualifizierten“ Darstellungen von Gewerkschaftssekretärin Hilke Sauthof-Schäfer. .

Um nicht schon von vornherein in eine „Schublade“ gesteckt zu werden, er sei zu nah an der Geschäftsführung, stellt Hanisch zunächst fest: „Ich stamme aus der Arbeiterschicht und habe meiner Mutter versprochen, nicht zu vergessen, woher ich komme. In diesem Sinne hat mich meine Herkunft geprägt, immer dankbar zu sein, auch dass mich in meiner Ausbildung Krankenschwestern ,erzogen’ haben. Von daher glaube ich, ein gutes Ohr für die Belange der Pflege zu haben.“

Pflegenotstand in Deutschland

„Wir haben einen Pflegenotstand in Deutschland“, urteilt Hanisch, „nicht nur an der Asklepios Klinik in Langen. Dies betrifft alle Krankenhausträger, kommunale, kirchliche wie private.“ Es werde Jahre dauern, bis sich dies ändern werde. Dass Asklepios den Prozess zur kontinuierlichen Verbesserung der Patientenversorgung seit Jahren führe, sei der Gewerkschaftssekretärin offenbar unbekannt. „Wie die Gewerkschaft also dazu kommt, uns entgegen aller transparenten Qualitätsdaten, menschenunwürdige Versorgung zu attestieren, ist für uns ganz und gar nicht nachvollziehbar“, betont Hanisch. „Dieser Einschätzung schließen sich mehrheitlich auch unsere Pflegekräfte an. Wir sind nicht fehlerfrei, aber unter den von der Politik vorgegebenen Rahmenbedingungen, sind wir für unsere Patienten da, und das mit Leib und Seele, Pflegende und Ärzte.“ Kritik nehme man dankbar an, aber: „Ein konstruktiver Dialog statt plakativer Falschbehauptungen, wir behandeln unsere Patienten menschenunwürdig, würden einer Gewerkschaft besser zu Gesicht stehen“, schließt Hanisch.

„Desavouierende und falsche“ Verdi-Behauptungen

Kollege Hopf verwahrt sich im Namen aller ärztlichen Mitarbeiter und Chefärzte der Asklepios Klinik Langen gegen die „desavouierenden und falschen“ Verdi-Behauptungen. Hier werde „ohne einen Hauch von Sachkenntnis ein Berufsstand diffamiert und beleidigt“. Die bundesweit geführte Debatte zur Pflege-Situation über alle Bereiche der Gesundheitsversorgung hinweg bleibe unerwähnt. „Mein Krankenhaus und ich sowie alle Mitarbeiter wären der Dame und ihrer Gewerkschaft unendlich dankbar, wenn wir in Zukunft von weiteren unqualifizierten Äußerungen aus doch sehr schlichter Weltsicht verschont blieben!“  

hob

Lesen Sie auch: Asklepios Klinik: „Pflegenotstand? Nein, Wahrheitsnotstand bei Verdi“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare