Abbau von Ressourcen

„Baustopp im Rhein-Main-Gebiet droht“

Im Gespräch: Stefan Sehring, Geschäftsführer der Sehring AG (links), und Björn Simon, Bundestagsabgeordnete der CDU.
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Im Gespräch: Stefan Sehring, Geschäftsführer der Sehring AG (links), und Björn Simon, Bundestagsabgeordnete der CDU.

Björn Simon, Bundestagsabgeordneter der CDU, stärkt der Firma Sehring beim Abbau von Kies und Sand im Stadtwald den Rücken. Gleichzeitig spricht er sich für mehr Recycling von Baustoffen aus.

Langen – Die aktuellen Herausforderungen des traditionsreichen Familienunternehmens und der Rohstoffförderung im Allgemeinen standen im Mittelpunkt eines Gesprächs des Obertshausener Bundestagsabgeordneten Björn Simon (Wahlkreis Offenbach) mit Stefan Sehring, Geschäftsführer der Sehring AG. Dabei erfuhr der CDU-Politiker, dass „einerseits die Nachfrage nach den Rohstoffen Kies und Sand vor dem Hintergrund des dringend benötigten Wohnungs- und Infrastrukturausbaus in der Region, aber auch darüber hinaus ungebrochen hoch ist“. Auf der anderen Seite stehe der Abbau aber nicht zuletzt wegen der damit einhergehenden Eingriffe in die Natur in der Kritik.

So hält Simon fest: „Viele Gespräche mit Branchenvertretern wie der Sehring AG zeigen, dass es immer schwieriger wird, dringend benötigte Bodenschätze auch tatsächlich zu heben. So stehen wir trotz des großen Bedarfs an Kies und Sand immer wieder vor dem Zielkonflikt zwischen der Rohstoffsicherung und den Gewinnungsmöglichkeiten auf der einen und dem Eingriff in die Natur auf der anderen Seite.“ Die vorsorgende Rohstoffsicherung sei für ihn jedoch eine Basisaufgabe der Daseinsvorsorge. „Ich setze mich daher dafür ein, bei Abwägungsentscheidungen heimischen Rohstoffen den gleichen Rang wie anderen öffentlichen Belangen einzuräumen“, so der Unions-Abgeordnete.

Großes Potenzial biete in diesem Zusammenhang auch der Bereich der Ressourceneffizienz. So erläutert Simon, dass ein effizientes Ressourcenmanagement inklusive Kreislaufführung, also dem Recycling von Baustoffen, Umweltbelange mit der Rohstoffversorgung vereinen könne. „Schon heute werden rund 90 Prozent der mineralischen Bauabfälle umweltgerecht verwertet“, weiß er. Ziel müsse es aber sein, die Bauabfälle nicht nur einfach zu verwerten, sondern so aufzuarbeiten, dass diese den Ressourcenbedarf für Neubauten, Umbauten und Sanierungen bedienen können und der als Ersatz von Primärrohstoffen zur Verfügung stehende Anteil an Recyclingmaterialien erhöht werde.

Langen (Hesssen): Sehring klagt über mangelnde Planungssicherheit

Geschäftsführer Sehring klagte im Gespräch insbesondere über die mangelnde Planungssicherheit sowie die schwierige Kommunikation mit dem Regierungspräsidium und den zuständigen Behörden. So würden geltende Abbaugenehmigungen oft beklagt, wodurch die Rohstoffgewinnung in Langen ins Stocken gerät. Dies könne im äußersten Fall zu einem Baustopp in weiten Teilen des Rhein-Main-Gebiets führen, da ein Großteil der mineralischen Rohstoffe vom Langener Unternehmen gewonnen werde, zitiert Simon den Firmenchef.

Auch die Renaturierung und Aufforstung ehemaliger Abbaugebiete war Thema. Simon hebt die diesbezüglichen Anstrengungen der Firma hervor: „Die Sehring AG hat unter Beweis gestellt, dass sie den Umweltschutz ernst nimmt und ihren Verpflichtungen zur Rekultivierung ehemaliger Abbauflächen vorbildlich nachkommt.“

Bedauerlicherweise zeichne sich dadurch aber ein weiterer Zielkonflikt ab. So schreibt ein Planfeststellungsbeschluss von 1991 am beliebten Langener Waldsee eine Wiederauffüllung des Sees im Südostbereich samt Schaffung von Strandflächen für ein zweites Strandbad vor (unsere Zeitung berichtete). Da die Sehring AG an diesen Beschluss gebunden ist, könnten als Konsequenz zukünftig weder Segelregatten noch der international beachtete „Ironman“ im Waldsee stattfinden. „Ich appelliere daher an alle beteiligten Verbände, Behörden und Unternehmen, hier eine gütliche Einigung zu erzielen. Der hohe Freizeitwert des Langener Waldsees und die damit verbundene nationale und internationale Stellung als Sportstätte muss erhalten bleiben“, so Simon.

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