Unterstützung 

Elliot (5) aus Langen braucht jede Spende, die er bekommen kann

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In seinem Element: Elliot auf der Langener Feuerwache.

Die Spendenaktion für den kleinen krebskranken Elliot aus Langen ist auf großes Echo gestoßen. Neben vielen Privatpersonen, die die Familie Peiz unterstützen, damit sie sich eine teure Spezialtherapie leisten kann, haben auch Vereine Initiativen gestartet.

Langen – Knatternde Maschinen und Biker in Lederweste, dazwischen Männer und Frauen in grünen T-Shirts: Dieses Aufgebot klingelte an der Tür von Elliot und seiner Familie. Der besondere Besuch war natürlich angekündigt: Vertreter der Bonker Group, einer Gruppe von Harley-Enthusiasten, und der Stöffchemacher überreichten der Familie einen Spendenscheck. Das Geld kam durch den Verkauf des selbst gekelterten Stöffchens zusammen, das die Bonkers am Ebbelwoifest in der Alten Ölmühle ausgeschenkt haben. Seit Jahren spendet der Verein einen Teilerlös für gute Zwecke. „In diesem Jahr fiel uns die Wahl nicht schwer: Wer könnte die 3000 Euro besser brauchen als Elliot?“, sagt Bonkers-Sprecher Klaus Nowak.

Denn Elliot, der gerade seinen fünften Geburtstag gefeiert hat, leidet an einer sehr aggressiven Krebserkrankung – dem Neuroblastom (wir berichteten). Er galt als tumorfrei, doch der Krebs kehrte zurück. Seine Heilungschancen sind gering. Momentan wird der Junge an der Frankfurter Uniklinik behandelt – ohne Aussicht auf Heilung. In New York wurde an einer Klinik, die auf die Behandlung des Neuroblastoms spezialisiert ist, eine neuartige Immuntherapie entwickelt, in die Elliots Eltern Katinka und Sven Peiz alle Hoffnung setzen.

Behandlung kostet mehrere hunderttausend Euro 

Doch die Behandlung mit dem Medikament Naxitamab kostet mehrere hunderttausende Euro. Die Spenden hatten die Halbe-Million-Marke schon überschritten. Doch nun haben sich die Vorzeichen geändert: Denn für die Therapie in Barcelona – die die Familie angestrebt hatte, um ihrem Sohn die anstrengende Reise über den großen Teich zu ersparen – wurde Elliot abgelehnt. „Er passt nicht in das Profil der wissenschaftlichen Studie dort“, erklärt Mutter Katinka Peiz. Die Nachricht war ein Schock: „Wir standen einige Tage total neben uns. Aber es ist, wie es ist, wir müssen jetzt weitermachen. Wir konzentrieren uns mit aller Kraft auf New York!“ Für die Spezialklinik hat Elliot eine Zusage. Dort ist die Behandlung aber viel teurer: Sie kostet 700 000 Euro. „Als wir diese Summe gesehen haben, waren wir fix und fertig“, sagt Peiz.

Vereint für die gute Sache: Vertreter der Langener Bonkers und der Stöffchemacher übergaben einen Scheck über 3000 Euro an die Familie Peiz – um die Spezialtherapie für den krebskranken Elliot mitzufinanzieren. 

Die Klinik bietet auch ein Komplettpaket, sodass Elliot nicht hin und her fliegen müsste. Denn der Tumor verursacht durch den Druck bei Start und Landung große Schmerzen und die Eltern sorgt das hohe Infektionsrisiko am Flughafen – denn die starke Chemo schwächt Elliots Immunsystem. Doch die Behandlung komplett in den USA vornehmen zu lassen, würde die Familie die doppelte Summe kosten. Bald endet die aktuelle Behandlung von Elliot an der Uniklinik und die Peiz’ hoffen, dass sie die Therapie bald finanzieren können: Denn es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

Hohe Hilfsbereitschaft 

Doch optimistisch stimmt die Familie die hohe Hilfsbereitschaft – nicht nur von Privatleuten. Das Rewe-Center Egelsbach verkauft seit dieser Woche Lose zugunsten von Elliot und hat insgesamt 5000 Gewinne in petto, die Caritas Langen hat Spenden gesammelt und am morgigen Langener Markt zeigt die Internationale Jesus Gemeinde im ehemaligen UT-Kino (Rheinstraße 32) das Video zur Aktion „Rette Elliot“. Zudem stellt die IJG eine Hüpfburg auf und verkauft Essen und Getränke – der komplette Erlös geht an Elliot. Auch über die Region hinaus gibt es Aktionen: So haben Eintracht-Fans für den kleinen Adler-Anhänger die Aktion #1BierFuerElliot gestartet.

Zudem erhält der Junge immer wieder Einladungen, damit er ein paar schöne Stunden verbringt. Nach seinem Besuch bei der Polizei war er auch auf der Langener Feuerwache. Dort bestaunte Elliot die Löschfahrzeuge und die Ausrüstung. Er durfte auch selbst „löschen“ und fuhr mutig mit der Drehleiter in die Höhe. An seinem Berufswunsch – der Kleine will Polizist werden – konnten die Feuerwehrleute zwar nicht rütteln. Aber Mama Katinka verrät, dass er auf dem Rückweg sagte: „Die Polizei und die Feuerwehr sind ja Freunde und arbeiten zusammen!“

Spenden können auf das Konto des Vereins für krebskranke und chronisch kranke Kinder mit der IBAN DE79 5085 0150 0000 7813 20 (Stichwort Elliot), unter www.paypal.me/retteelliot oder www.vobadreieich.viele-schaffen-mehr.de/rette-elliot eingezahlt werden. Mehr Infos unter rette-elliot.de.

VON JULIA RADGEN

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