Kraft tanken auf der Autobahn

Erster E-Highway für Laster an der A5 gestartet

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Strom tanken während der Fahrt können die Hybrid-Lastwagen auf der Teststrecke der A5. Sie docken mit Stromabnehmern an den Oberleitungen an wie eine Straßenbahn.

Kilometerlange Oberleitungen an der Autobahn 5 sind für Lastwagen ab sofort eine Stromtankstelle.

Langen – Auf der stark befahrenen A5 zwischen Langen/Mörfelden und Weiterstadt startete am Dienstagvormittag das erste Autobahn-Pilotprojekt für Lastzüge im realen Verkehr in Deutschland. Auf dem eHighway docken Hybrid-Lastwagen mit einem Stromabnehmer wie Züge an die Oberleitung an und laden die Batterien auf.

Es geht laut dem Sprecher des Bundesumweltministeriums, Stephan Haufe, darum, sich Modelle anzuschauen, was für die Zukunft die beste Variante für den Schwerlastverkehr auf der Straße ist. Fünf Speditionen sollen mit ihren Lastern bei ganz normalen Fahrbetrieb auf einem der meistbefahrenen Autobahnstücke Deutschlands teilnehmen. Bis Ende 2022 sollen nach Angaben des Projektleiters, der Verkehrsbehörde Hessen mobil, Daten über verkehrs- und energietechnische, ökologische und ökonomische Aspekte gesammelt werden. Das Modellprojekt hat den Namen "Elisa": "Elektrifizierter, innovativer Schwerverkehr auf Autobahnen".

A5: Jeweils fünf Kilometer mit Oberleitungen versehen

Sollte sich das System als für den Schwerlastverkehr tauglich zeigen, müssten keineswegs alle Autobahnen voll elektrifiziert werden. Auf der A5 wurde jeweils der rechte Fahrstreifen in beide Fahrtrichtungen auf fünf Kilometern mit Oberleitungen versehen. „Wir gehen davon aus, dass man circa 1000 Kilometer in Deutschland mit Oberleitungen versehen müsste“, sagte Haufe.

In einer dieser Oberleitungen des E-Highway bei Weiterstadt hat sich ein Spanngurt verfangen – Eine komplizierte Bergung folgte. 

Das Stromtanken soll dem Aufladen der Batterien dienen. Im Anschluss kann der Laster im Batteriebetrieb weiterfahren. Sind die Akkus leer übernimmt der Hybridmotor mit Diesel den Antrieb. Der Strom stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Die Kosten von 14,6 Millionen Euro für das Pilotprojekt auf der A5 trägt übrigens das Bundesumweltministerium.  

dpa

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