Interessengemeinschaft Modelleisenbahn

Hier fahren die Bahn noch pünktlich

Tag und Nacht: Die Interessengemeinschaft Modelleisenbahn hat die Beleuchtung ihrer Anlage kräftig ausgebaut.
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Tag und Nacht: Die Interessengemeinschaft Modelleisenbahn hat die Beleuchtung ihrer Anlage kräftig ausgebaut.

Im Anbau des Kulturhauses Altes Amtsgericht zischt und knallt es. Ein Feuerwerk geht irgendwo hoch. „Ist schon Ebbelwoifest?“, ruft eine Besucherin, die den Keller des Flachbaus betritt.

Langen - Die Interessengemeinschaft Modelleisenbahn (IML) bietet auch in dieser Vorweihnachtszeit wieder Tage der offenen Tür und lässt zur Feier ein kleines Feuerwerk steigen. Natürlich in Mini-Format und als Attrappe, so wie jedes kleine Detail in der ganzen Anlage. „Vergangenes Jahr hatten wir bereits zwei der Feuerwerksanlagen, jetzt haben wir sogar vier“, freut sich Bernhard Knerr, Vorstandsmitglied der IML.

Der Verein besteht bereits seit 1981. 1995 haben Knerr und die anderen Vereinsmitglieder mit Unterstützung der Stadt in den Räumlichkeiten des Kulturhauses dann ein neues Zuhause gefunden. Die derzeit insgesamt 16 Aktiven schrauben dort an neuen Bestandteilen herum und erweitern stetig das Equipment der Anlage.

„Mittlerweile läuft alles digitalisiert. Wir haben für unsere Züge und Straßenbahnen quasi einen eigenen Fahrplan“, lacht Knerr mit Blick auf einen Bildschirm an der hinteren Wand der Modelleisenbahnlandschaft. Unter dem Aufbau befinden sich Computer, die dafür sorgen, dass die Züge nicht ineinander fahren. Weiterhin werden damit die Beleuchtung zwischen Tag und Nacht gewechselt und das Feuerwerk sowie weitere Geräusche entfacht.

Langen (Hessen): Rund 300 Gäste kommen jedes Jahr

Rund 300 Gäste zählt die IML jedes Jahr am Wochenende ihrer offenen Türen. Viele kommen jährlich zur Veranstaltung, um sich die Neuerungen der Modelleisenbahnanlage anzuschauen.

Jedes Jahr werde diese erweitert, um den Besuchern immer neue Details präsentieren zu können. Dieses Jahr habe man insbesondere die Beleuchtung der Züge und des Bahnhofsgebäudes ausgeweitet. „Durch den Einsatz von LEDs sind wir hier deutlich flexibler geworden“, erwähnt Bernhard Knerr. Der Eisenbahnfan erklärt auch, dass die Züge nun Personen transportieren. „In mühevoller Kleinarbeit haben wir kleine Figuren in die Zugabteile gesetzt.“

Langen (Hessen): Die Züge sehen aus wie in echt

Und das fällt auch den Besuchern auf. „Die vorbeifahrenden Züge sehen aus wie in echt, Mama“, sagt ein junger Besucher zu seiner Mutter. Und tatsächlich flackert auch das Licht mit dem Ruckeln des Zuges im Waggon.

Nostalgie: Auf echten Bahnstrecken fahren schon lange keine Dampflokomotiven mehr, doch auf der Anlage im Anbau des Kulturhauses Altes Amtsgericht dürfen sie auch heute noch Rauch produzieren.

Inspirationen und Tipps holen sich die Mitglieder auch von befreundeten Vereinen aus der Umgebung. „Man lernt ja nie aus“, sagt Knerr. „Außerdem ist es schön, auch andere Anlagen bestaunen zu können.“ Der Aufbau und das Aussehen der Miniaturlandschaft des Modelleisenbahnvereins Langen sind übrigens frei erfunden. „Wir haben uns hier eine Fantasielandschaft geschaffen“, sagt Bernhard Knerr. „Natürlich, denn es gibt keine Zugstrecke, die so kurz ist wie unsere“, lacht er.

Viel größer solle das Ganze jedoch auch nicht sein. „So wie sie jetzt ist, ist sie gut“, sagt auch Vereinsmitglied Dieter Knauer. „Bis wir alten Hasen hier im Verein 95 sind, wollen wir fertig sein.“ Viel Zeit bliebe nicht mehr, lacht er. „Doch das kriegen wir hin!“

VON JULIA LOTZ

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