Gutes Pflaster für gerechteren Handel

Langen bleibt Fairtrade-Stadt 

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Das Ortsschild wird’s so nicht geben, die frisch verliehene Auszeichnung indes gilt für zwei Jahre.

Langen ist seit 2013 eine Fairtrade-Stadt und wird es auch weiter bleiben, denn erst kürzlich wurden die Kriterien wieder erfüllt.

Langen – Langen ist und bleibt Fairtrade-Zone – zum dritten Mal seit 2013 hat der gemeinnützige und in Köln ansässige Verein TransFair nun der Stadt dieses Prädikat zugesprochen.

„Die Titelverteidigung hat also geklappt“, kommentiert der Rathaus-Chef erfreut. Bedeutet: Langen erfüllt abermals die Kriterien der Fairtrade-Towns-Kampagne und darf sich für weitere zwei Jahre die Fairtrade-Attribute auf die Fahnen beziehungsweise aufs Ortsschild pinseln – Letzteres freilich nur für die Fotomontage.

Kirchen, Vereine, Einzelhändler, Gastronomen und die städtische Wirtschaftsförderung haben ihren Anteil daran, dass die Kommune ihr Engagement kontinuierlich ausgebaut hat. „Zahlreiche Akteure aus Bürgerschaft, Wirtschaft und Politik setzen sich dafür ein, den fairen Handel auf lokaler Ebene zu fördern“, betont Gebhardt. Die Handlungsansätze in der Fairtrade-Stadt Langen sind dabei abwechslungsreich. Da gibt es den ehrenamtlich betriebenen Weltladen in der Bahnstraße, der ausschließlich fair gehandelte und zertifizierte Ware verkauft. Da ist das Engagement von Kaufleuten und Gastronomen, die fair gehandelte Artikel in ihr Sortiment aufnehmen, ihren Angeboten beilegen oder in der Küche verwenden.

Über die Kampagne leiste die Stadt ebenfalls einen konkreten Beitrag, um die 2015 verabschiedeten nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals) umzusetzen, unterstreicht Gebhardt. Langen ist damit nicht allein. Mittlerweile gibt es mehr als 600 Fairtrade-Städte in Deutschland, global sind es in 36 Ländern mehr als 2 000. „Jede dieser Kommunen ist ein Baustein, der nach der Devise ‚global denken, lokal handeln‘ der Zielsetzung einer gerechteren Wirtschaft dient.“

Ein unverzichtbarer Baustein ist fraglos die Bildungsarbeit an Schulen im Unterricht und die Information der Öffentlichkeit über die Auswirkungen des Welthandels auf abhängige Produzenten in den ärmeren Ländern. So können Verbraucher kraft bewusster Kaufentscheidungen dazu beitragen, dass importierte Handelsgüter unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt werden und gleichzeitig die Umwelt geschont wird. „Ausstellungen im Rathaus, in Kirchen und von Vereinen und gezielte Aktionen zu bestimmten Anlässen wie dem Internationalen Frauentag, dem Valentinstag oder anderen Feiertagen, an denen traditionell viel importierte Blumen und andere Waren verschenkt werden, sollen auch dazu beitragen, den Fairtrade-Gedanken in der Stadtgesellschaft zu verfestigen“, beschreibt der Bürgermeister Strategien der Öffentlichkeitsarbeit.

Der Verein TransFair lobt in seiner Mitteilung zur erneuten Vergabe des Prädikats an Langen die hiesigen Bemühungen und Erfolge wie folgt: „Ihre Stadt ist in außerordentlichem Maße engagiert, es ist richtig beeindruckend, was Ihre Steuerungsgruppe alles leistet.“ Von daher bereite es am Rhein durchaus Freude und Genugtuung, zu sehen, dass sich der Gedanke des fairen Handels verfestige und in Ausprägung in vielfältigen Aktionen finde.

„Die Macht der Verbraucher ist dort am besten spürbar, wo große Handelsketten auf die Zeichen der Zeit reagieren und zum Beispiel die Lebensmitteldiscounter zunehmend Fairtrade-Ware in ihre Regale bringen“, stellen die Akteure der Langener Steuerungsgruppe fest. Beflügelt durch „Titelverteidigung“ und lobende Worte, möchte die Gruppe sich künftig noch stärker auf die Bekleidungsindustrie konzentrieren, denn: „Dort gehören die Arbeitsbedingungen bei der Massenproduktion von Billigware, aber auch bei der Herstellung bekannter Designerlabels, zu den weltweit ungesündesten und schlecht bezahltesten.“

Zuvor darf aber gefeiert werden: beim Langener Markt, dem verkaufsoffenen Sonntag am 1. September, im Weltladen in der Bahnstraße 102 sowie am Stand der Stadt vor dem Pavillon an der Romorantin-Anlage. (hob)

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