Von Gelb-Muskateller bis Frozen Secco

18. Langener Weinfest: Besuchermagnet

Die Winzerfamilie Knierim, von links Reinhard, David und Edeltraud, ist zum zehnten Mal in Langen, diesmal mit Gelbem Muskateller als besonderer Empfehlung.

Langener Weinfest präsentierte so manche Winzerkreation, untermalt von Livemusik.

Langen – Vier Tage lang probieren, schmecken und genießen: Zum 18. Mal lädt der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) zur Weinprobe oder einfach nur auf einen Imbiss und Plauderei ein. 

Trotz des teilweise nicht ganz optimalen Wetters strömen von Donnerstagabend bis Sonntag zahlreiche Liebhaber des Rebensafts ins Weindorf am Behördenzentrum. Untermalt von Livemusik, dürfen Weine, Sekte und weitere Winzerkreationen aus diversen Anbaugebieten ausgiebig genossen werden. Internationale Tropfen sind ebenfalls zu haben. Als diesjährige Favoriten entpuppen sich die Weißweine.

Langener Weinfest: Weiß und fruchtig liegen voll im Trend

David Knierim vom gleichnamigen Weingut in Osthofen ist bereits zum zehnten Mal dabei: „In unserer Familie hat die Winzerkunst bereits seit über 300 Jahren Tradition.“ Insofern ist es kein Wunder, dass er Ausgefallenes in petto hat. Das diesjährige Highlight ist der Gelbe Muskateller. „Diese ganz besondere Sorte habe ich in Österreich entdeckt und war sofort überzeugt. In Deutschland ist der sehr fruchtige Wein nämlich sehr selten“, schildert er. Zusammen mit seinen Eltern Edeltraud und Reinhard freut er sich jedes Jahr auf die bekannten Gesichter in Langen.

Elegante Tropfen in die Fässer zu bekommen, war zu allen Zeiten eine Kunst – die Gegenwart macht da keine Ausnahme. Das weiß auch der ebenfalls rheinhessische Winzer Christian Klein: „Durch die viele Sonne haben wir eine hervorragende Qualität erzielt, aber die Sonne bringt auch ihre Herausforderungen mit sich.“ Aufgrund der enormen Trockenheit sei die 2018er Rebenernte nicht einfach gewesen.

Weingenuss mit Dauerkarte: Brigitte Gschwind (Zweite von links) prostet sich mit ihrer Familie zu.

Die Langenerin Brigitte Gschwind ist mit ihrer Familie an allen vier Tagen auf dem Fest unterwegs und freut sich über die tolle Stimmung: „Wir probieren eigentlich immer gerne das, was die Winzer aktuell empfehlen. Ich tendiere aber eher zu den trockenen Weinen.“ Ihr aktueller „Winzer des Vertrauens“ im Langener Budendorf ist das Weingut Böhm. „Hier finde ich einfach das gesamte Spektrum im Angebot“, lobt Gschwind.

Jeden Abend Livemusik beim Weinfest in Langen

Damit nach dem einen oder anderen Glas auch die Hüfte geschwungen werden kann, ist jeden Abend Livemusik angesagt. Die passenden Klänge steuern beim Auftakt DJ Geri, am zweiten Abend die Sterzbachbuben und am Samstagabend die Band No Name bei. Der Ausklang am Sonntag ist dem TV-Blasorchester vorbehalten.

Den Trend zu fruchtig-lieblichen Tropfen kann auch Barbara Felderhoff in ihrer „Weinkiste“ bestätigen. Ihr Renner: die Huxelrebe vom Schlossgut Schmitt. „Dieser Weißwein ist sehr mild bis lieblich und schmeckt nicht ganz wie die klassischen Rebensäfte.“ Also ein guter Start für alle, die noch nicht so tief ins Metier eingestiegen sind. „Die Huxelrebe nehmen sogar Biertrinker gerne“, kommentiert Felderhoff. Extravagantes vermag sie ebenfalls aus der Weinkiste zu zaubern: einen „Frozen-Secco“. Den eisgekühlten Prosecco gibt’s in verschiedenen Varianten – „bei sehr heißen Temperaturen ein Muss!“

Besonderes Tröpfchen im Ausschank

Neuzugang im Langener Weindorf ist die Familie Trapp. „Vor ein paar Jahren waren wir schon mal eingeladen, jetzt hat es mit der Premiere geklappt und wir sind überwältigt von der Stimmung hier“, freut sich Chef Frank Trapp. Die aus Udenheim (Rheinland-Pfalz) stammende Winzerfamilie hat neben Klassikern wie dem Grauburgunder auch ihr ganz besonderes Tröpfchen im Ausschank: den Blanc de Noir. Der Spätburgunder wird aus roten Trauben gewonnen, die sich während der Gärung weiß färben. Trapps Premierenbilanz: „Trotz des miserablen Wetters am Freitag ist die Besucherresonanz sehr gut. Gerade am Samstag sind die Massen regelrecht aufs Fest geströmt. Wir kommen auf jeden Fall gerne wieder nach Langen!“

VON MORITZ KEGLER

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