Welttag des Sehens

Maßarbeit, die sich sehen lassen kann

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40 Jahre in Langen: In der Heinrich-Hertz-Straße 17 im Neurott ist der rund 400 Beschäftigte zählende Brillenglashersteller ansässig.

Heute ist Welttag des Sehens – leider mit einem Trend, der alles andere ist als ein „Friend“: Immer mehr Leute werden immer schlechter sehen können.

Langen - Die Langener Firma optoVision setzt dem seit 40 Jahren hochqualitative Hardware in Form von Brillengläsern entgegen – und inzwischen auch Software für Partner-Optiker, etwa zur Netzhaut-Analyse.

Brillengläser aus unterschiedlichsten Materialien in den unterschiedlichsten, individuell maßgefertigten Varianten sind das Pfund, mit dem die Firma optoVision seit der Gründung im Jahr 1979 wuchern kann. Das Unternehmen, eine Tochter der Rodenstock GmbH München, zählt zu den führenden Brillenglasherstellern Deutschlands und hat als Labor-Ausrüster ein zweites Standbein mit ebenfalls hervorragender Reputation. Im Gewerbegebiet Neurott ist optoVision seit der Gründung zuhause; gestartet in der Raiffeisenstraße, befindet sich der Firmensitz mit etwa 400 Beschäftigten heute in der Heinrich-Hertz-Straße 17. Und geht es nach der Firmenleitung, steht vielen weiteren Jahren in Langen, wo das Unternehmen mit größtmöglicher Beinfreiheit innerhalb der Rodenstock-Gruppe agieren kann, nichts im Wege.

40 Jahre optoVision: Das ist im Mai groß gefeiert worden, unter anderem bei einer Veranstaltung mit rund 900 Gästen, die Information und Unterhaltung paarte. Die Liste treuer Kunden ist lang, was nicht von ungefähr kommt. Auch dieses Jahr hat ein renommiertes Branchenmagazin die Langener wieder mal zum besten Brillenglashersteller Deutschlands gekürt.

Meriten, die man sich kraft seit vier Jahrzehnten gepflegter Tugenden immer wieder aufs Neue verdiene, kommentiert Produktions- und Verkaufsleiter Burkhard Neuholz. „Das Prädikat ,Made in Germany‘ definiert seit 1979 unseren Markenkern und ist Teil unserer Unternehmensphilosophie, sozusagen unserer DNA.“

Hochpräzise gefertigt nach Wünschen und Vorgaben der Kundschaft: Burkhard Neuholz nimmt eine Brillenglas-Sendung auf der rund um die Uhr laufenden Produktionsstrecke der Firma Optovision unter die Lupe.

Als effektiv im Wettlauf auf dem hart umkämpften, von den scheinbar übermächtigen Ketten beziehungsweise Billig- und Massenproduzenten aus Asien penetrierten Weltmarkt erweise sich das deutsche Prädikatssiegel nach wie vor. „Wir müssen es uns aber hart verdienen, Jahr für Jahr, mit Investitionen in Millionenhöhe in innovative Technik und IT, in hoch qualifizierte Mitarbeiter und permanentem Hinterfragen aller internen Abläufe hinsichtlich Effizienz und Optimierungspotenzialen“, verdeutlicht Neuholz. „Insofern ist ,Made in Germany‘ , zumal im Lichte des Klimawandels, längst ein ganzheitlicher Ansatz, auf den unsere Kundschaft größten Wert legt.“
Energiemanagement, CO2-Monitoring, umweltschonende Verfahren von der Produktionsstraße bis zur Endverpackung, kurze Lieferwege: All das ist über die Jahre bei optoVision auf das Grundprinzip deutscher Gründlichkeit und Präzision draufgesattelt worden. „Das Gesamtpaket ist unsere Visitenkarte, mit der wir auf dem Markt bestehen, der einer weiteren Konzentration entgegengeht“, betont Neuholz und gibt sich zuversichtlich: „Veränderung bietet Chancen, die wir beim Schopf packen können.“ Was gängige Wirtschaftskennziffern oder Stückzahlen – mehr als drei Millionen Brillengläser im Jahr – anbetreffe, liege das Unternehmen jedenfalls absolut im Soll.

Will man von Allianzen sprechen, die optoVision eingeht und pflegt, dann sind es jene mit unabhängigen Augenoptikern sowie Laboren und Produktionsstätten, aber auch mit Betrieben, die dem eigenen Schaffen Perspektive eröffnen. Zu Letzteren zählt eine Ideenschmiede aus Wetzlar. „Wenn kreative Köpfe dort Innovatives entwickeln, steigen wir ein und machen ein Pilotprojekt daraus, das die Praxistauglichkeit abklopft“, erläutert Marketingleiter Alexander de Vries.

Im Geschäftsfeld „Lab Management Solutions“ bietet optoVision unabhängigen Partnern optometrische Berechnungssoftware für die Produktion. Wichtigste Partner sind und bleiben freilich die unabhängigen Augenoptiker. „Ziel ist, sie mit innovativen Produkten und Leistungen dabei zu unterstützen, sich als Experte für perfekte Seh-Ergebnisse zu positionieren“, formuliert de Vries.

Wie das in der Praxis aussehen kann, verdeutlicht die in diesem Jahr lancierte Online-Plattform Retina-Care. Mit dieser und einer auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Software können Optiker ihre Kunden bei der Früherkennung von Netzhautanomalien unterstützen, auf dass selbige von Augenärzten diagnostiziert und behandelt werden können. „In Deutschland erblinden jährlich rund 10 000 Menschen, Tendenz steigend, aber in vielen Fällen wäre das vermeidbar“, sagt Burkhard Neuholz. „Häufigste Ursachen sind die altersbedingte Makuladegeneration AMD, das Glaukom, also Grüner Star, und die diabetische Retinopathie.“ Das Problem: „Die meisten wissen nichts von ihrer Erkrankung und gehen folglich nicht oder zu spät zur Routineuntersuchung beim Augenarzt.“

Mit Retina-Care bietet optoVision Augenoptikern und Ärzten eine selbst entwickelte, automatisierte Software-Lösung, die Bilder der Netzhaut mithilfe von vektorbasierten Algorithmen analysiert. „Das komplette Screening dauert keine drei Minuten“, sagt Neuholz. Wohlwissend, dass man am Rande der – hart umkämpften – Grauzone zwischen Verfahrenshoheit und Leistungskapazitäten von Optikern einerseits und Ärzten andererseits unterwegs ist, legt Neuhaus auf folgende „Packungsbeilage“ wert: „Die Befunderhebung und Behandlung einer diagnostizierten Netzhauterkrankung obliegt weiterhin dem Augenarzt.“

Als technologisch führender Mittelständler muss optoVision selbstverständlich die Ausbildungskarte spielen. So bringt die Firma regelmäßig Top-Absolventen des Ausbildungsgangs Verfahrensmechanik Brillenoptik hervor. Aber auch Mechatroniker und kaufmännische Berufe werden an der Heinrich-Hertz-Straße geschult. „Zum jüngst gestarteten Ausbildungsjahr konnten wir leider nur zwei junge Leute anstellen“, bedauert Neuholz und lässt anklingen, dass weitere Kandidaten schlicht durchgefallen seien. „Wir versuchen, interessierte und geeignete Leute schon über Schulen wie etwa die Dreieicher Max-Eyth-Schule anzusprechen“, merkt Neuholz an.

Als Langener Firma verfolge man im Übrigen die Entwicklung der Stadt, so die Firmenlenker. „Spannend und herausfordernd“ sei diese, so zum Beispiel beim Thema Kinderbetreuung. „Freie Plätze würden uns ebenfalls helfen“, stellt Neuholz fest.

Infos im Internet: Link zur Homepage

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