Stationsleitungen kontern auf Gewerkschaftskritik

Asklepios Klinik: „Pflegenotstand? Nein, Wahrheitsnotstand bei Verdi“

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Die Gewerkschaft Verdi hat jüngst heftige Kritik an der Personalplanung der Asklepios Klinik geübt. (Symbolbild)

Die Gewerkschaft Verdi hat jüngst über die Medien – auch über unsere Zeitung – heftige Kritik an der Personalplanung der Asklepios Klinik geübt, Mindeststandards und bessere Löhne eingefordert. Tenor: „Personalnotstand an der Klinik.

Langen – “Dass man diese Vorwürfe seitens Asklepios nicht unbeantwortet lassen würde, war absehbar – und so halten nun die Stationsleitungen der Klinik der Gewerkschaft unmissverständlich entgegen: Pflegenotstand in der Asklepios Klinik Langen? Nein, Wahrheitsnotstand bei Verdi!.

„Wir Stationsleitungen der Asklepios Klinik Langen der Abteilungen Unfallchirurgie, Allgemeinchirurgie, Gastroenterologie, Geburtshilfe, Kardiologie, Privatklinik und Intensivmedizin verbitten uns stellvertretend für unsere Mitarbeiter die abwertenden Äußerungen über eine ,nicht menschenwürdige Versorgung unserer Patienten’“, lautet die Ouvertüre des offenen Briefes an die Adresse der Gewerkschaft. Und weiter: „Dies ist in unseren Augen eine bösartige, durch Fakten nicht zu belegende Unterstellung angeblich schlechter Pflege, offenbar einzig und allein mit dem Ziel, unserem Krankenhaus und damit uns allen massiven Schaden zuzufügen.“

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Bei „etwas gründlicherer Recherche vor Veröffentlichung des unsäglichen Pamphlets“ hätte Gewerkschaftssekretärin Hilke Sauthof-Schäfer mühelos erkennen können, dass der Pflegenotstand seit mehreren Jahren ein bundesweites und kein spezifisches Langener Problem sei. „Die als Endlosschleife wiederkehrende Forderung nach mehr Personal reicht für die Gewinnung von Pflegekräften nicht aus. Wo sind denn die Pflegekräfte, von denen Frau Sauthof-Schäfer so engagiert schwadroniert und die wir gerne einstellen würden?“ Sie seien auf dem Arbeitsmarkt schwer verfügbar.

Statt jedoch konstruktive Vorschläge wie etwa die Werbung für den Pflegeberuf, die intensivierte Ausbildung voll examinierter Pflegekräfte oder die Schaffung von Aus- und Aufstiegsmöglichkeiten für Pflegekräfte zum Thema einer Kampagne zu machen, bedienten Betriebsrat und Gewerkschaft offensichtlich lieber „die alten, widersinnigen Rituale vom ausbeuterischen, privaten Arbeitgeber – armselig!“

Klarstellungsbedarf sehen die Stationsleitungen auch hinsichtlich der von Verdi angeführten „Einigungsstellen“: „Sie werden regelmäßig vom Betriebsrat wegen irrelevanter, kosmetischer Korrekturen am Dienstplan angerufen und verloren – alles auf Kosten des Budgets unserer Klinik!“ Dieses Geld könnte sinnvoller verwendet werden. „Die Bezahlung von uns Pflegekräften ist über Tarif, eine ebenfalls mittlerweile an jedem Krankenhaus geübte Praxis, ebenso wie sogenannte Anwerbeprämien.“ Was ist daran verwerflich, dass mit Bezahlung über Tarif geworben wird, fragen die Stationsleitungen. Im Übrigen gebe es „viele gute Gründe“, eine Station vorübergehend zu schließen – „auch wenn Frau Sauthof-Schäfer in ihrer eindimensionalen Welt nur einen kennt: den ausschließlich vom Arbeitgeber verschuldeten Personalmangel“.

Der Brief schließt mit der Aufforderung der Asklepios-Stationsleitungen an die Adresse von Verdi, es „zukünftig zu unterlassen, mit vorsätzlich unwahren Behauptungen und Unterstellungen unseren Berufsstand und unsere Klinik in den Dreck zu ziehen – wir haben eine faire Berichterstattung verdient!“  

hob

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