Tristesse

Platz der Deutschen Einheit: Treffpunkt verwahrlost

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Kein einladender Treffpunkt: der Platz der Deutschen Einheit im Nordend auf dem Areal des ehemaligen Übergangswohnheims.

Der Platz der Deutschen Einheit in Langen trägt einen bedeutenden Namen. Doch das Areal ist verwahrlost. Ein Treffpunkt sieht anders aus.

Langen - Er trägt einen bedeutenden Namen, der Platz im Nordend Langen, der nach dem Abriss zweier Blocks des früheren Übergangswohnheims zwischen Anna- und Elisabethenstraße entstand: Platz der Deutschen Einheit. Doch wer sich auf dem Areal umschaut, kann von einer besonderen Bedeutung nichts feststellen. 

Vielmehr herrscht Tristesse auf der im Jahr 2010 eingeweihten Fläche: Pflaster mit reichlich Unkraut in den Fugen, bräunlicher Sand-Splitt-Belag, ein paar Sitzgelegenheiten, Bäume und ein Wasserbecken, in dem das Wasser fehlt. Ein Treffpunkt sieht anders aus.

Langen: Café sollte Platz der Deutschen Einheit beleben

Und ursprünglich war es auch mal anders gedacht: Ein Café sollte den Platz beleben. Doch der Bauherr, der die beiden Häuser am östlichen Ende des Areals errichtete, fand angeblich keinen Betreiber und richtete dann – sehr zum Unmut der Stadtverwaltung – auch im Erdgeschoss Wohnungen ein.

In den Anfangsjahren lockte zumindest das Wasserbecken Kinder zum Spielen an. Doch leider auch Zeitgenossen, die ihren Müll gerne mal dort entsorgen, wo er absolut nichts verloren hat. Schon 2016 sorgte das für eine längere Trockenphase: Verpackungsabfälle, zerbrochenes Glas und Unmengen Schalen von Knabberkernen setzten Filter und Pumpen so zu, dass sie den Dienst verweigerten. Doch die Reparatur half nicht lange. Denn die Vermüllung blieb kein Einzelfall, im Gegenteil. Und das führt nun dazu, dass die Stadtverwaltung die Reißleine gezogen und das Wasser komplett abgestellt hat. Und dabei soll es auch bleiben.

Wasser nur, wenn’s regnet: Müll im Wasserbecken hat die Filteranlage immer wieder ausfallen lassen, mittlerweile lässt die Stadt sie gar nicht mehr reparieren.

Langen: Müll ist Problem auf Platz

„Wir haben das immer wieder reparieren lassen müssen“, sagt Erster Stadtrat Stefan Löbig. „Und das wurde auf Dauer so teuer, dass wir gesagt haben: Das können wir bei der derzeitigen Haushaltslage nicht verantworten. Kosten und Dauer der Nutzbarkeit stehen in keinem Verhältnis zueinander. Das Geld können wir an anderer Stelle besser ausgeben.“

Das Areal sei „vielleicht nicht optimal geplant worden“, denn auch kleine Steinchen von der Decke des Platzes finden sich in der Filteranlage; überwiegend sei es aber Müll, der ihr zugesetzt habe. Löbig bedauert, dass es so weit gekommen ist: „Das ist natürlich sehr schade.“

Langen: Platz nicht besonders schön

Besonders schön sei der Platz wirklich nicht, findet auch der Erste Stadtrat. „Immerhin sind die Platanen etwas größer geworden.“ Er habe auch schon mal einen kleinen Markt zur Belebung des Areals angeregt, das sei aber bei Standbetreibern nicht auf sonderliches Interesse gestoßen. Aber vielleicht ändere sich das ja, wenn das Wohngebiet Liebigstraße bezogen werde und damit das Kundenpotenzial deutlich steige.

Bis dahin aber dürfte sich an der Tristesse im Nordend wenig ändern, ebenso wenig am trockengelegten Wasserbecken. „Und das abzureißen und dort was Neues hinzubauen, das ist aus finanzieller Sicht illusorisch“, merkt Löbig an.

Von Markus Schaible 

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