Perfekt gestylt auf der Wasserrutsche

Make-up-Artistin Petra Sickenius schminkt Bräute – auch für ungewöhnliche Feiern

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Spaß am Schminken: Die Langener Make-up-Artistin Petra Sickenius gibt Workshops, macht Einzelberatung, hat sich aber auf das Stylen von Bräuten spezialisiert. Sie „verwandelt“ auch unsere Mitarbeiterin Nicole Jost.

Make-up-Artistin Petra Sickenius aus Langen schminkt Bräute – auch für ungewöhnliche Feiern.

Langen – „Ich freue mich, wenn ich Menschen verändern und das Positive aus ihren Gesichtern noch mehr herausholen kann“, sagt Petra Sickenius. Die 59-Jährige leitet das einzige Make-up-Studio in der Sterzbachstadt.

Es liegt mitten im Gewerbegebiet, in einem Untergeschoss in der Paul-Ehrlich-Straße. Hier dreht sich alles um Schönheit: An der Querseite des Raumes stehen mehrere Schminktische mit den obligatorischen Tageslicht-Leuchten darüber, entlang des Fensters reiht sich das Equipment der Make-up-Artistin auf: unzählige Döschen, Tuben, Stifte und Pinsel. Direkt neben der Tür hängt eine große Fotowand. Auf den Bildern strahlen Bräute in die Kamera, die Sickenius geschminkt und gestylt hat. Dazwischen hängen Dankeskarten von frisch vermählten Paaren.

Petra Sickenius aus Langen schminkt seit 22 Jahren Bräute

Seit 22 Jahren schminkt die Langenerin andere von Berufs Wegen, doch schon vorher war sie nebenberuflich in der Kosmetikbranche tätig. „Als ich als junge Frau angefangen habe, gab es den Begriff Make-up-Artist noch gar nicht, wir waren alle Visagisten“, erinnert sich Sickenius. Nachdem ihre beiden Kinder aus dem Haus waren, intensivierte sie ihre Arbeit, bildete sich zur Hairstylistin weiter.

Seit 2006 konzentriert sie sich gezielter auf Braut-Make-up. „Das Schöne an dieser Arbeit sind die Emotionen. Es ist ein ganz besonderer Moment, wenn ich die Braut fertig geschminkt habe und dann kommt die Mama, Oma oder Trauzeugin rein“, schwärmt Sickenius. Meistens gibt es dann die ersten Tränen. Apropos – wasserfestes Make-up ist schon Standard. Manch eine Braut hat aber einen Extrawunsch: Eine Wiesbadenerin wollte um Mitternacht mit ihrem frisch Angetrauten im Schwimmbad die Wasserrutsche herunterrutschen – und wünschte sich eine Schminke, die das aushält. Die Feiergesellschaft sprang in Anzügen und Partykleidern ins Wasser. „Das war schon sehr originell“, sagt Sickenius.

Langenerin hat etwa 15 Hochzeiten in einer Saison

Etwa 15 Hochzeiten schafft sie in einer „Saison“. Im Sommer ist sie quasi jedes Wochenende im Einsatz. Auch wenn sie den „großen Moment“ meist nicht mitbekommt, ist sie dabei bis kurz, bevor es losgeht. „Ich bin nah dran an der Braut – nicht nur physisch, weil ich sie schminke“, lacht die Langenerin, der man anmerkt, dass es nicht nur ihre Arbeit, sondern auch ihre Leidenschaft ist.

In mehr als zwei Jahrzehnten hat sie nicht nur rührende Momente erlebt, sondern auch skurrile. Mal war das Brautkleid so voluminös, dass die Make-up-Artistin nur noch mit Müh und Not ins Hotelzimmer passte, ein anderes Mal hatte die von ihr geschminkte Braut so lange Haare, dass das viele Haarspray den sommerheißen Laminatboden zur Rutschpartie werden ließ. Improvisation gehört für Sickenius zum Job: „Ich habe einfach barfuß weitergemacht.“

In drei Stunden ist die Braut fertig 

Etwa drei Stunden benötigt sie, bis eine Braut fertig geschminkt und gestylt ist. Die Vorlieben sind unterschiedlich, trotzdem haben sich die Trends gewandelt. „Das Make-up ist heute nicht mehr so deckend, sondern viel feiner.“ Außerdem lassen Brautleute ihre Hochzeiten immer häufiger nicht nur fotografieren, sondern auch filmen. Da darf nichts glänzen – auch das muss die Visagistin beachten. In puncto Haare habe sich einiges verändert: „Früher waren Brautfrisuren meist streng und mit viel Haarspray befestigt, heute sind sie lockerer, es sieht ,ungemacht‘ aus.“ Obwohl es manchmal schwieriger sei, das so hinzubekommen, sagt Sickenius lachend.

Auch Männer sind ihrer Profession nicht mehr abgeneigt, wenn es um den Hochzeitstag geht. „Das war früher verpönt, aber für viele Bräutigame ist es nicht mehr ausgeschlossen, sich zurechtmachen zu lassen“, weiß Sickenius. Nicht im selben Ausmaß wie Frauen, aber was Bartpflege, Puder oder das Kaschieren von Rötungen angeht. Natürlich plaudern die Bräute auf dem Schminkstuhl – auch bei Vorbereitungsterminen – gern. „Auch über den Mann“, schmunzelt Sickenius. Die Visagistin hat dabei schon viele Geschichten gehört. Das liebste Thema: Wie der Antrag ablief.

VON JULIA RADGEN

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