Garten auf Stand-by

Für den Stadtgarten hat Langen einen Plan in der Schublade

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Ein trauriges Bild gibt der Stadtgarten an der Zimmerstraße (Blick aus Richtung Wolfsgartenstraße, mit ZenJA hinten links) ab. Vom Konzept sind nur die Bänke umgesetzt. Es liegt aus finanziellen Gründen erst mal auf Eis.

Der Stadtgarten wirkt immer noch ziemlich karg und trostlos. Außer weiteren Sitzbänken ist nichts auf dem Areal passiert. Die Stadt hat – dank Bürgerbeteiligung – einen Plan, aber es hapert wieder an der Finanzierung.

Langen – Ein Ort zum Picknicken, Toben, Spielen und Entspannen – das soll der Stadtgarten auf dem alten SSG-Sportplatz an der Zimmerstraße sein – oder besser werden. Denn für das 4200 Quadratmeter große Gelände zwischen ZenJA, Kita Mittendrin und Dreieichschule gibt es ein Konzept, das neben den Spielflächen für Kinder auch ein großes Kräuterbeet und eine Picknickfläche vorsieht (Näheres siehe Kasten). Die im vergangenen Jahr vorgestellte Vorlage wurde vom Frankfurter Landschaftsarchitekturbüro Schelhorn auf Basis von Ideen aus einer Bürgerbeteiligung erarbeitet.

Doch die Gestaltung des Stadtgartens hinkt der Planung hinterher. Das zieht sich durch die Historie des Projekts, das die Stadtverordnetenversammlung im Sommer 2014 beschlossen hat. Nach Fertigstellung der Kita 2015 sollte es losgehen. Aber während die Zimmerstraße umgestaltet wurde, tat sich im Garten nichts. Erst 2016 begann die Stadt, das Wegenetz an- und Leitungen zu verlegen und pflanzte 1 800 Sträucher und sieben Bäume.

Noch nichts umgesetzt

Heute ist außer den markanten Hügeln, der Bepflanzung und Bänken noch nichts umgesetzt. Insgesamt sechs Eschenholz-Sitzmöbel wurden auf Initiative des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) gespendet. „Auf der zentralen Fläche kommen viele Leute vorbei, die in die Bahnstraße oder zum Behördenzentrum unterwegs sind oder Spaziergänger aus dem Wohngebiet. Dem häufig geäußerten Wunsch nach zusätzlichen Sitzgelegenheiten haben wir uns deshalb gern angenommen“, sagt der Vorsitzende Walter Metzger.

Auffällig ist aber: Keine der Bänke steht im Schatten. An Ausruhen in der prallen Sonne ist bei der Platzierung der Sitzgelegenheiten nicht zu denken. „Das kommt daher, dass wir die Bänke schon so platziert haben, wie wir es für später brauchen“, erklärt Erster Stadtrat Stefan Löbig. Doch absehbar werde sich an dem Status quo des Stadtgartens erst mal nichts ändern, sagt Löbig: „Die Planung liegt erst mal auf Eis“ – aus finanziellen Gründen. 

Je eine schicke Sitzbank stifteten Hildegard Mardorf, Günther Krumm, Sybille Haas-Brähler, Helga Killing, die Seniorenhilfe Langen und der VVV selbst.

Dornröschenschlaf hat auch Positives

Ursprünglich sollte das Konzept wegen der angespannten Finanzlage Schritt für Schritt umgesetzt werden, insgesamt waren dafür mal 170 000 Euro veranschlagt. „Mit den eingestellten Restmitteln wären wir nicht weit gekommen“, sagt Löbig. Einen kleinen Teil der Planung umzusetzen, ohne zu wissen, wann es weitergeht, sei nicht sinnvoll und am Ende eher kontraproduktiv. „Wir können es auch nicht rechtfertigen, Sachen zu bauen, wenn wir die Mittel für die Grünpflege zurückstutzen“, nennt Löbig einen weiteren Grund für die Abwartehaltung.

Etwas Positives hat der Dornröschenschlaf für Hundehalter und Radfahrer. Sie sind noch gedudelt, bis der Stadtgarten fertig ist. Löbig argumentiert mit der Sicherheit. Wenn Radler vom Eingang Wolfgartenstraße hinter den Hecken durchrauschen, kann das gefährlich werden – vor allem für Kinder. Doch bis das Areal Sperrzone für Vierbeiner ist, bedienen sich sicher noch viel Gassigänger am Hundetütenspender direkt am Eingang.

Julia Radgen

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