Es soll alles fix gehen

US-Unternehmen baut Europazentrale auf Kronenhof-Areal 

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Mitte März haben die Stadtverordneten die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Areal des Kronenhofs beschlossen. (Symbolbild)

Bebauungsplan für Kronenhof-Areal in Langen steht - jetzt kommen die Details.

Langen - Jetzt könnte die traditionsreiche Reitanlage im Neurott schneller als gedacht Geschichte sein: Das 36 000 Quadratmeter große Areal ist für den Neubau des Paul-Ehrlich Instituts ausgewählt, der dort in siebenjähriger Bauzeit entstehen soll. Dass es jetzt aber so schnell gehen muss, liegt an dem Unternehmen American Axle & Manufacturing, Inc. (AAM).

AAM wird Teil eines großen Forschungszentrums

Der Zulieferbetrieb für die Automobilindustrie möchte auf dem nordöstlichen Teil des Grundstücks rund 14 000 Quadratmeter zur Errichtung seines Europa-Hauptquartiers erwerben. AAM drückt dabei mächtig auf die Tube, weil das Unternehmen an den beiden deutschen Standorten in Dieburg (35 Mitarbeiter) und Bad Homburg (80 Mitarbeiter) keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr hat. In Langen sollen beide Firmensitze zu einem großen Forschungs- und Entwicklungszentrum zusammengelegt werden, die Verwaltung soll dort ebenfalls unterkommen. 

AAM Finanzmanager erklärt Kommunalpolitik Details

Ingo Schiller, Finanzmanager des amerikanischen Unternehmens, erläuterte den Politikern im Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr jetzt, dass in Langen künftig Prototypen gebaut und Testläufen unterzogen werden sollen. „Entstehen wird ein anspruchsvolles Gebäude mit Industriecharakter“, berichtet Schiller und präsentiert auch erste Entwürfe eines Komplexes mit großer Glasfassade.

Bauantrag soll in vier Wochen vorliegen

Das Projekt der Amerikaner ist sehr ambitioniert, die Firmenvertreter und ihre Architekten seien schon in enger Abstimmung mit den Behörden der Bauaufsicht im Kreishaus in Dietzenbach. In vier Wochen soll der Bauantrag vorliegen. Und wenn das Genehmigungsverfahren zügig läuft, dann rechnet Ingo Schiller mit einem Baustart im Herbst dieses Jahres.

Einige Hindernisse gebe es durchaus noch, so müssen die artenschutzrechtlichen Fragen wegen der Schwalbenpopulation in der Reitanlage mit der Unteren Naturschutzbehörde geklärt werden. Das Unternehmen stellt die Planunterlagen bis Juli in Aussicht und rechnet mit einer „Baufeldfreimachung“ im Oktober, um anschließend den Spatenstich zu feiern.

Die Ausschussmitglieder der CDU fragten, ob die Ansiedlung von AAM sich für die Stadt rechne. Konkret: Wie viel Gewerbesteuer bringen die Autozulieferer mit? Das konnten oder wollten die Vertreter des Unternehmens nicht preisgeben. Das müssen sie wegen des Steuergeheimnisses auch nicht.

250 gut bezahlte Mitarbeiter kommen nach Langen

Wirtschaftsförderer Joachim Kolbe und Robert Ahrnt, Leiter des Stadtplanungsamts, werben für die Gewerbeneuansiedlung: „AAM bringt 250 gut bezahlte Mitarbeiter mit nach Langen. Das ist ein sehr interessantes Unternehmen mit großem Entwicklungspotenzial und es passt hervorragend in unser Portfolio“, so Kolbe. 

Eine Garantie für Steuereinnahmen sei das nicht – aber auch kein anderes Unternehmen sei das. „So eine Chance bietet sich nicht jeden Tag – es ist ein Gewinn für die Stadt Langen“, ist der Wirtschaftsförderer überzeugt. Das beschleunigte Verfahren sei notwendig, weil die AAM-Mietverträge in Bad Homburg und Dieburg im Oktober 2020 auslaufen und die Firma eben möglichst schnell in ihr eigenes Gebäude ziehen wolle. Die Ausschussmitglieder stimmten aktuell nicht über den Bebauungsplan ab – die Stadtverordneten bekommen den Vorentwurf zum jetzigen Zeitpunkt lediglich zur Kenntnis vorgelegt. Dennoch: Das Hufgetrappel im Gewerbegebiet gehört vermutlich ganz bald der Vergangenheit an.

VON NICOLE JOST

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