Initiative EuropaRad

Europawahl 2019: Reisende Radler werben für Urnengang

Diskussion gibt’s zum Flyer gratis dazu: Bernd Schäfer (Mitte) und Rainer Schweickert starteten ihre politische Radtour in Langen – und motivieren Bürger zum Wählen. Foto: strohfeldt

Mit einer Radtour durch Europa werben zwei Männer für die Europawahl 2019. Der Start des Abenteuers ist in Langen. 

Langen – An beiden Seiten ihrer Räder hängen prall gefüllte Taschen, am Gepäckträger flattert eine kleine Europafahne. Bernd Schäfer und Rainer Schweickert von der Initiative EuropaRad sind schwer bepackt unterwegs. 

Ihre Mission: eine Radtour im Zeichen der anstehenden Europawahl. Die beiden Männer sind bei EuropaRad – kurz für Europäische Partnerschafts-Radtouren, ein Zusammenschluss verschiedener (Partner)Städte in Deutschland und anderen EU-Ländern – engagiert. Langen ist die erste Station ihrer Tour ins thüringische Roßdorf, wo sie sich mit Gleichgesinnten treffen.

Treffpunkt Vierröhrenbrunnen in Langen

Vor dem Vierröhrenbrunnen informiert Organisator Schäfer zusammen mit seinem Reisepartner Passanten über die Wahl am Sonntag. „Ha, da ist ein Europäer!“, ruft der quirlige 61-Jährige. Ohne seinen Helm abzunehmen, geht Schäfer auf eine Frau zu und spricht sie auf die Europawahl an. Die 65-jährige Elke Werkmann ist dankbar für die dicken Broschüren und Flyer, die er ihr in die Hand drückt. Sie sind überparteilich, erklären das Wahlprozedere oder das EU-Parlament. „Ich habe mich noch nicht entschieden und muss mich schlaumachen“, sagt die gebürtige Langenerin, die in Rheinland-Pfalz ihr Kreuzchen setzt, nach einem Plausch mit dem Radler.

Schäfer ist es sehr wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. „Wir wollen die Leute wirklich erreichen und nicht nur unser Infomaterial verteilen“, sagt er. Er habe den Eindruck, dass vielen die Vorteile der EU nicht bewusst sind. Das Staatenbündnis sichere Frieden und Wohlstand. „Auch die Strukturen und Aufgaben des EU-Parlaments sind zu unbekannt“, findet Schäfer.

Europawahl 2019: Radler sind überzeugte Europäer

Das wollen die Radler, die an weiteren Stationen von Mitfahrern unterstützt werden, mit der Aktion ändern – und zudem ein Zeichen gegen Populismus setzen. Sie freuen sich zwar, wenn sie auf überzeugte Europäer treffen – „aber eigentlich wollen wir die erreichen, die eine andere politische Einstellung haben.“

In Langen begrüßt sie Erster Stadtrat Stefan Löbig am Vierröhrenbrunnen, auch in anderen Städten empfangen sie Mandatsträger. „In Hanau stellen wir uns aber einfach mit den Rädern in die Fußgängerzone“, sagt Schäfer. Die Idee zur politischen Radtour entstand, als auffiel, dass die jährliche Fahrt auf die Woche vor der Europawahl fällt. „Wenn wir eh unterwegs sind, können wir auch andere zum Wählengehen motivieren“, erklärt er. Je näher die Tour rückte, desto größer wurde die Bedeutung der Wahl, findet Schäfer. Bis einschließlich Sonntag sind die Europaradler unterwegs. Bis dahin verteilen sie die Broschüren aus ihren gut acht Kilo schweren Gepäcktaschen – und wollen viele weitere Gesprächspartner für Europa begeistern.

VON JULIA RADGEN

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