Bewegende Aufführung mit Gänsehaut-Garantie

Glänzende Inszenierung von „The Jesus Story“ in der Stadthalle

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Jesus (Daniel Reinhold) beim letzten Abendmahl im Kreise seiner Jünger. Die Internationale Jesus Gemeinde überzeugte in der Stadthalle mit einer packenden Inszenierung des Musicals „The Jesus Story“.

Langen - Messias, König der Juden, Friedensstifter – viele Namen für einen einmaligen Menschen mit einer einmaligen Geschichte. Ostern ist das wohl bedeutsamste christliche Fest, denn hierbei wird die Wiederauferstehung Jesu Christi gefeiert. Von Sina Gebhardt

Zu diesem Anlass führte die Internationale Jesus Gemeinde Langen (IJG) mit Unterstützung anderer christlicher Gemeinden das Ostermusical „The Jesus Story“ an den Feiertagen auf und erreichte in der gut besuchten Stadthalle ein breites Publikum. Obwohl der Ausgang der Geschichte bekannt ist, ist die Spannung im Zuschauerraum groß, denn auch wenn die IJG zum inzwischen dritten Mal in acht Jahren das große Musical auf die Beine gestellt hat, gibt es doch immer wieder Änderungen und neue Szenen, mit denen das Publikum überrascht wird. Jene, die die Vorstellung dieses Jahr zum ersten Mal besuchen, werden erstaunt sein, wie das vielköpfige, ehrenamtliche Team um Regisseurin Melanie Endecott eine durchaus professionell anmutende Umsetzung auf die Bühne bringt.

Die große Live-Band im Orchestergraben spielt die ersten Takte an und wird über die fast dreistündige Dauer des Musicals eine großartige und bemerkenswerte Leistung abliefern, denn jede der insgesamt 18 Szenen – ob nun gesungen wird oder nicht – wird von den Künstlern musikalisch untermalt. Nicht etwa die Kreuzigung und der Tod Jesu (Daniel Reinhold) stehen hier im Vordergrund, sondern sein ganzes Leben und Wirken. So beginnt die Vorstellung auch mit Maria (Laurie Prentice) und Josef (Cortney Endecott) nach der Verkündung ihrer Aufgabe als irdische Eltern des Sohn Gottes und dem ersten von vielen starken und gefühlvollen Songs: „I Trust Him With My Life“. Die Geburt in Bethlehems Stall, die Bergpredigt, das letzte Abendmahl – neben diesen wohl bekanntesten Geschichten werden auch viele weitere prägnante Etappen auf Jesu‘ Weg dargestellt, wie die ersten Wunder, die er vollbracht hat, wie er einer Ehebrecherin Gnade erweist („Derjenige unter euch, der ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“) oder wie er sich im Garten Gethsemane nach dem Verrat Judas‘ (Florian Leuschner) seinem Schicksal ergibt. Für den Kontext zwischen den Szenen sorgt ein Erzähler (Gerd Schaffert), sodass auch nach größeren Zeitsprüngen der Handlung mühelos gefolgt werden kann.

Nicht nur wie viel Arbeit, sondern auch wie viel Leidenschaft in der Aufführung steckt, ist in jeder Szene zu sehen: Mit Liebe zum Detail wurde bei den Kostümen auf Individualität geachtet und auch das häufig wechselnde Bühnenbild überzeugt mit immer neuen Arrangements und Kulissenelementen. Durch die kraftvolle, emotionale Gospel-Musik wird die Geschichte besonders lebendig und gerade die Chorgesänge mit einfachen, aber wirkungsvollen Choreografien sind je nach Szene besonders bewegend oder mitreißend. Am ergreifendsten wird es freilich zum Schluss: Nach der Kreuzigung erscheint Maria und Darstellerin Laurie Prentice wiederholt mit bebender Stimme einen Teil des Wiegenliedes, das sie schon in der Geburtsszene gesungen hat – Gänsehaut und feuchte Augen sind garantiert. Mit der Auferstehung und einer schönen Gruppenperformance zu „Arise My Love“ schließt die Vorstellung und die Mühe und Arbeit der talentierten Laien wird mit lautstarkem Beifall und stehenden Ovationen belohnt.

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