Corona-Pandemie

Langener Jugendforum findet neue Wege zum Austausch - In Corona-Krise über sich selbst hinausgewachsen

Jugendforum Langen
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Treffen mit Abstand: Mitglieder des Jugendforums Langen planen die nächsten Schritte.

„Es ist deine Stadt – Misch dich ein!“ So lautet das selbstbewusste Motto des Langener Jugendforums. Das haben die Mitglieder in der Vergangenheit auch beherzigt: Beispielsweise setzten sie sich dafür ein, dass es in der Bahnstraße nun WLAN gibt oder dass der Spielplatz an der Elbestraße einen bunten Anstrich bekommen hat. Aber auch während des Lockdowns waren die Jugendlichen aktiv.

Langen – Doch dann kam die Corona-Krise, von der auch das Jugendforum nicht verschont blieb. Alle geplanten Treffen für Frühjahr und Sommer wurden abgesagt oder bis auf Weiteres verschoben. Trotzdem sagt Mitglied Jonathan Bari: „Das Jugendforum ist während der Corona-Krise über sich selbst hinausgewachsen.“

Zunächst musste eine neue Form der Kommunikation gefunden werden. Also stieg das Gremium auf virtuelle Treffen um. „Wir wollten während dieser schwierigen Zeit nicht untätig sein und haben nach Alternativen gesucht“, erklärt der 17-jährige Bari. „Das hat wunderbar funktioniert und wir konnten dadurch wieder aktiv mitgestalten.“ Unter anderem wies das Jugendforum auf seinem Instagram-Kanal darauf hin, wie wichtig „Social Distancing“ ist. Auch beteiligte sich die Gruppe an der Aktion „Steine gegen Corona“ und fügte der Steinkette im Feld einen eigenen bemalten Stein mit Jugendforum-Logo hinzu.

Arbeitsgruppen setzen Arbeit fort

Die Arbeitsgruppen, die sich Themen wie Umweltschutz oder Fahrradwege widmen, arbeiteten ebenfalls weiter und versuchten, den Kontakt zu Politikern aus der Stadt zu pflegen. Dabei kamen trotz Corona einige neue Ideen zustande: Die Umwelt-AG etwa will die Langener Bürger dafür sensibilisieren, wie umweltschädlich betonierte Gärten sind, da sie keinen Lebensraum für Tiere bieten und Regenwasser nicht in den Boden abfließen kann. Eine weitere Idee des Jugendforums ist es, demnächst ein Anti-Rassismus-Seminar auf die Beine zu stellen.

Da die alljährliche Fahrt der politischen Jugendvertretung ausfallen musste, haben die Mitglieder in der fünften Woche der Sommerferien ein Alternativprogramm auf die Beine gestellt. Unter anderem ging es gemeinsam zum Langener Waldsee oder die Kinder und Jugendlichen kamen für Spieleabende zusammen – natürlich alles mit genügend Sicherheitsabstand.

Nächste Sitzung am morgigen Donnerstag

Wer sich über die Arbeit des Jugendforums informieren möchte, kann dem Instagram-Account „Jugendforum Langen“ folgen. Kinder oder Jugendliche, die selbst Ideen haben, wie man Langen verbessern könnte, dürfen sich per Mail an jugendforum@langen.de melden oder auf Instagram eine Direktnachricht schicken. Man muss kein Mitglied im Jugendforum sein, um sich in den Arbeitsgruppen einzubringen und dort an den verschiedensten Themen rund um Langen mitzuwirken.

Die nächste Sitzung des Jugendforums findet am morgigen Donnerstag, 3. September, um 17 Uhr in der Stadthalle (Südliche Ringstraße 77) statt. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Wahl des Vorsitzes und eines Vorstandsmitglieds. Außerdem gibt es Neues von der AG Öffentlichkeitsarbeit sowie Informationen zum neuen Besetzungsverfahren des Jugendforums für das Jahr 2021. msc

„Ich habe das Gefühl, dass trotz der wirklich schwierigen Situation das Jugendforum zu einer Einheit gewachsen ist und wir uns wirklich weiterentwickelt haben“, betont Bari. „Wir arbeiten seit der Krise viel selbstständiger und sind auf Hilfe von Erwachsenen, zum Beispiel beim Organisieren von Treffen, nur noch sehr selten angewiesen.“ Der Hauptgrund für diese „wirklich tolle Entwicklung“ sei vermutlich, „dass wir uns viel mehr mit dem Jugendforum beschäftigt haben, weil wir mehr Zeit hatten als sonst“, so Bari.

Das Jugendforum vertritt die Interessen aller Kinder und Jugendlichen in der Stadt. Das Gremium besteht aus 45 jungen Menschen aus Langen im Alter zwischen zehn und 18 Jahren. Hinzu kommen zwei Vertreter aus Egelsbach. Ziel ist, die Themen, die die jungen Leute bewegen, in die Stadtpolitik einzubringen. (msc)

Demo wegen der prekären Kita-Lage in Langen: Ordentlich „Rabatz“ wollen sie machen. Am Donnerstag, 10. September, tritt die Initiative „Kitalos Langen“ erstmals öffentlich in Erscheinung.

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