Kurzes Wort, großer Aufruhr

Langen - Kies – allein dieses Wort reicht aus, um in Langen teilweise heftige Reaktionen zu provozieren. Dass Bürgermeister Frieder Gebhardt beim Neujahrsempfang erklärte, „Langen braucht Kies“, stieß nicht wenigen Besuchern sauer auf.

Dass Bürgermeister Frieder Gebhardt beim Neujahrsempfang ganz speziell die Geschäftsleitung der Firma Sehring als Vertreter der Langener Wirtschaft begrüßte und erklärte, „Langen braucht Kies“, stieß nicht wenigen Besuchern sauer auf. Eine Aussage des Verwaltungschefs in einem Zeitungsinterview vor einigen Tagen bringt zudem die Grünen auf die Palme. Gebhardt hatte gesagt: „Sehring hat uns mit der Rekultivierung der Ostgrube gezeigt, dass wir uns auf die Wiederherstellung der Landschaft verlassen können."

Rekultivierung an der Kiesgrube bereitet Firma Sehring Probleme

Dies sei „schlichtweg unzutreffend“, so der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Stefan Löbig. „Seit fast zehn Jahren ist in der Stadtverwaltung bekannt, dass die Rekultivierung an der Kiesgrube der Firma Sehring erhebliche Probleme bereitet. Fehlende Verfüllmaterialien, schwierige kleinklimatische Verhältnisse, aber auch richtige handwerkliche Fehler und die leider auch immer wieder vorkommenden Waldbrände lassen erhebliche Zweifel aufkommen, dass das angestrebte Rekultivierungsziel in absehbarer Zeit überhaupt erreichbar ist. Und diese Erkenntnisse haben wir Grüne uns nicht aus den Fingern gesogen, sondern wir beziehen uns mit unserer Kritik natürlich auch auf Aussagen von Fachleuten.“

Verdichtung führt zu irreparablen Schäden

Die Ökopartei verweist auf Aussagen aus der aktuellen Stellungnahme von Hessen-Forst und des Langener Forstamtes zum laufenden Planfeststellungsverfahren: „Die derzeitigen Rekultivierungsmaßnahmen in der Ostgrube zeigen klar und deutlich auf, dass die eingebauten Böden durch den derzeitigen Stand der Rekultivierungstechnik die ursprüngliche Eignung (Wasserfilter, Wasserspeicher) vollends verlieren und die Wuchskraft des künftigen Waldbestandes infolge der Bodenverdichtung beim Einbau und Nährstoffmangel stark leidet. Die Verdichtung führt nachhaltig zu irreparablen Schäden an der Bodenstruktur, die wiederum zu ungünstigen Veränderungen des Bodenwassers und Bodenlufthaushaltes sowie zu Wachstumsbeeinträchtigung führen“, heißt es da.

Dazu Löbig: „Diese Aussagen der Forstfachleute stehen im krassen Widerspruch zu Gebhardts Darstellung und bestätigen uns wieder einmal in unserer Auffassung, dass man in Sachen Kiesabbau und Umweltzerstörung im Langener Rathaus nicht mit offenen Karten spielt.“

ble

Rubriklistenbild: © dpa

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