Herkulesaufgabe Kinderbetreuung

Kinderbetreuung: Bis 2022 soll für alle Drei- bis Sechsjährigen ein Platz im Angebot sein

+

Bis zum Jahr 2022 will die Stadt Langen für Kinder im „klassischen Kindergartenalter“ (drei bis sechs Jahre) eine 100-prozentige Versorgung mit Betreuungsplätzen erreichen. Auch im U3- und im Hortbereich soll sich der Versorgungsgrad deutlich erhöhen.

Langen – Das geht aus dem Bedarfs- und Entwicklungsplan hervor, den der Fachbereich Soziales und Bildung jetzt vorgelegt hat. Mit diesem wurde – auf Wunsch des Stadtparlaments – der Bericht vom Mai diesen Jahres auf den Zeitraum bis 2026 erweitert.

Eine Aufgabe, die gar nicht so leicht ist, wie Fachbereichsleiter Constantin Strelow Castillo erläutert (siehe Kasten). Denn Langen wächst stetig – und damit auch die Zahl der zu betreuenden Kinder. Die aktuelle Einwohnerzahl von gut 38 000 dürfte sich (zumindest nach den Meldungen der Bauträger, wann was gebaut wird) bereits bis 2021 auf 42 000 erhöht haben.

Das 21 Seiten starke Werk macht deutlich, wie viele Kinder betreut, wie viele Plätze akut und künftig gebraucht werden und welche Schritte geplant sind, um das Angebot weiter zu verbessern. „Die Vorlage dient der Planung von Betreuungsplätzen, Personal und notwendigen Finanzmitteln, soll aber auch der Öffentlichkeit Informationen über den Stand der Kinderbetreuung in Langen geben“, erklärt Strelow Castillo.

Exakt 1 713 Betreuungsplätze gibt es in Langen aktuell. 308 davon stehen für Krippenkinder unter drei Jahren zur Verfügung (davon 65 bei Tagespflegepersonen). 1 168 Mädchen und Jungen zwischen drei und sechs werden in den Einrichtungen der Stadt, der freien oder kirchlichen Träger umsorgt. Die Fördervereine der Schulen, die Langener Arbeiterwohlfahrt (Awo) und die stadteigenen Kitas verfügen zusammen über Betreuungskapazitäten für rund 800 Schüler im Alter von sieben bis zehn. Das bedeutet: Für 34 Prozent der Ein- bis Dreijährigen, 88 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen und 56 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen stehen Betreuungsplätze zur Verfügung.

Alle drei Quoten sollen besser werden. „Es ist unsere Absicht, bis 2022 den Versorgungsgrad für den U3-Bereich auf 44 Prozent zu erhöhen und damit den tatsächlichen Bedarf zu decken“, erklärt Erster Stadtrat Stefan Löbig. „Bei Kindern über drei Jahren wollen wir eine 100-prozentige Versorgung gewährleisten.“ Ganz einfach ist das aber nicht: Zum einen müssen passende Räumlichkeiten geschaffen werden. Zum anderen fehlen aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels in den kreisangehörigen Kommunen (nach einer Erhebung des Kreises Offenbach) bis Ende 2020 mindestens 466 Erzieher.

Dennoch: Bereits in naher Zukunft wird sich die Situation im U3- und Ü3-Bereich in Langen verbessern. Möglich machen dies die Erweiterung der Kita Sonnenschein (Ohmstraße) und die Tagesstätte der Awo an der Frankfurter Straße. In ihnen ist zusätzlicher Platz für knapp 48 Kinder zwischen einem und drei Jahren und für 98 Jungen und Mädchen über drei Jahren. Darüber hinaus werden weitere Kitas innerhalb des Neubaugebiets an der Liebigstraße und an der Steubenstraße im Neurott einen Zuwachs von rund 177 Plätzen bringen.

„Damit und durch den Umbau des alten Forsthauses an der Mörfelder Landstraße können wir den Eltern und Kindern insgesamt mehr als 520 neue Plätze zur Verfügung stellen. Um dieses ehrgeizige und wichtige Ziel zu erreichen, arbeiten wir eng mit den freien und kirchlichen Trägern, dem Kreis Offenbach und den politisch Verantwortlichen zusammen“, betont Löbig. „Wir werden im Stadtparlament mit unseren Plänen hoffentlich offene Türen einrennen, auch wenn der ein oder andere angesichts der Kosten zucken wird.“

Auch interessant: Tragischer Unfall in Langen: Schwangere Frau bei riskantem Manöver verletzt

Die Verwaltung setze sich zudem dafür ein, das Angebot der Betreuung für die Älteren nachhaltig zu verbessern. „Wir gehen davon aus, dass sich die Nachfrage bei der Schulkinderbetreuung in den kommenden Jahren abermals erhöhen wird. Der Kreis Offenbach hat den Beschluss gefasst, Betreuungsangebote an den Grundschulen weitgehend bedarfsgerecht in Kooperation mit den kreisangehörigen Kommunen zu schaffen. Davon sollen 85 Prozent der Schüler profitieren“, erläutert Strelow Castillo.

Der „Bedarfs- und Entwicklungsplan Kinderbetreuung“ wird am Donnerstag, 19. September, im Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport sowie am Donnerstag, 26. September, im Haupt- und Finanzausschuss beraten. Das Stadtparlament befasst sich damit am Donnerstag, 17. Oktober. Beginn ist jeweils um 20 Uhr im Rathaus.  ble

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare