Kinderhaus Nanus

Der Spielspaß kommt per Brief

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Vorfreude: Linus hat schon mal die Malstifte parat gelegt und ist gespannt, was ihn in dem Umschlag des Nanus-Teams erwartet.

„Wir lassen uns in dieser schwierigen Zeit nicht trennen. “ Unter diesem Motto ist das Team des Montessori Kinderhauses Nanus trotz der Corona-bedingten Schließung für die Kinder und ihre Familien da – per Post und per Video.

Langen – Alles nahm seinen Anfang bei einer Teamsitzung, die direkt nach der Schließung – unter Einhaltung der vorgeschriebenen Gesundheitsvorkehrungen – in dem Kinderhaus in der Robert-Bosch-Straße (Neurott) stattfand. Kinderhausleiterin Szilvia Varga-Kalmar richtete einen flammenden Appell an ihre Mitarbeiter: „Die Lage ist sehr ernst und sie betrifft uns alle auch privat. Jedoch können im Moment keine privaten Belange berücksichtigt werden. Unser Auftrag ist wichtiger denn je, unsere sozialpolitische Verantwortung ist gefragter als jemals zuvor! Unsere Eltern müssen ihre Kinder über mehrere Wochen am Stück – nonstop und alleine auf sich gestellt – zuhause betreuen. Nebenbei müssen die übrigen häuslichen Arbeiten und dazu noch eventuell Homeoffice-Aufträge erledigt werden. Unsere Familien werden in eine destruktive Spirale geraten, was zu fatalen Folgen – auch für die Kinder – führen kann. Daher muss unsere oberste Priorität für die Corona-Wochen sein: Wir bleiben präsent und unterstützen die Familien und Kinder, indem wir jede Woche einen Brief mit Aufgaben und Übungen zusenden.“

Die Reaktion darauf bezeichnet Varga-Kalmar als „herzergreifend“: Sowohl die stellvertretende Kinderhausleiterin Nathalie Franke als auch die Pädagoginnen Melanie Kappel, Kinga Medgyesi, Olga Nowak, Rita Bajzi, Orsolya Szekér und Violetta Virág seien sofort begeistert gewesen – „eine schöne Idee folgte der anderen“.

Kleine Wissenschaftlerin: Mathilda probiert sich im heimischen Wohnzimmer an einem Experiment.

Das Projekt „Nanus während Corona“ wurde geboren und durch unermüdlichen Fleiß, gepaart mit Leidenschaft, innerhalb von wenigen Tagen umgesetzt. Jozsef Miho vom Elternbeirat hatte die Idee, zusätzlich Video- Botschaften für die Kinder mitzuschicken.

„Wichtig für uns war, dass wir weder Eltern noch Kinder mit den Aufgaben überfordern“, erklärt die Nanus-Leiterin. Sie werden unter folgenden Gesichtspunkten zusammengestellt:

  • Die Aufgaben werden individuell auf die Kinder angepasst.
  • Die Aufgaben müssen klar verständlich, leicht nachvollziehbar und einfach zu erklären sein.
  • Die Materialien für die Aufgaben müssen Zuhause vorhanden sein. Oder sie müssen in den Briefumschlägen mitgeschickt werden können.

Mit welchem Engagement das Team bei der Sache ist, zeigt sich auch darin, dass die Umschläge nicht mit der Post geschickt, sondern von den Erzieherinnen persönlich ausgetragen werden. „Dadurch bereiten wir den Kindern noch mehr Freude“, sagt Varga-Kalmar.

Eng verbunden: Erst vor Kurzem war das Team des Nanus-Kinderhauses mit (stehend von links) Violetta Virág, Szilvia Varga-Kalmar, Nathalie Franke, Melanie Kappel, Olga Nowak und Orsolya Szekér sowie (knieend) Rita Bajzi und Kinga Medgyesi gemeinsam zum Betriebsausflug in Fuerteventura.

„Wir sind nun in der zweiten Woche des ,Nanus Corona Projektes‘ und sind alle sehr glücklich und zufrieden und sehr stolz auch auf unsere Eltern, die auf so liebevolle Art und Weise bei dem Projekt mitmachen: Sie schicken Videos und Fotos von den Kindern, sie lesen Geschichten für die Kinder vor, sie posten Ideen, um andere Eltern zu inspirieren“, freut sich die Kinderhausleiterin. „So funktioniert Gemeinschaft, das ist Solidarität und Liebe. All das gibt uns in den schwierigen Zeiten Mut und stärkt uns für die Zukunft.“

„Pädagoginnen und Eltern halten in der schwierigen Zeit leidenschaftlich zusammen“, so das Fazit von Szilvia Varga-Kalmar. „Einmal mehr wurde deutlich, dass das Motto unseres Teams ,Wir lieben was wir tun. Diese Passion leben wir jeden Tag‘ tatsächlich stimmt.“

ble

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