5600 Bilder und Videos

Kinderpornografie heruntergeladen - Reue bewahrt Täter vor harter Strafe

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Kinderpornografie heruntergeladen - Reue bewahrt Täter vor harter Strafe

Wegen Beschaffung und Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Dateien ist vor dem Amtsgericht Langen ein 50-jähriger Chemielaborant zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem muss der Verurteilte 3000 Euro an den Frauennotruf Frankfurt zahlen.

Langen – Um rund 5600 Bilder und Videos ging es in dem Prozess, deren Speicherzeiten schon eine Weile zurückliegen: 2013 und 2017. Das der bis dato unbescholtene Mann überhaupt vor der Justiz landete, ist dem nationalen Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder NCMEC (National Center for Missing & Exploited Children) zu verdanken. Das Zentrum ist eine gemeinnützige Organisation, die 1984 vom Kongress der Vereinigten Staaten gegründet wurde. Sie leitet Hinweise auf kinderpornografische Inhalte an das Bundeskriminalamt weiter – das dann den mutmaßlichen Benutzer mittels IP-Adresse ausfindig macht. Quellen für das NCMEC sind amerikanische Internetanbieter und Serviceprovider, die ihre Datenbestände mittels modernster Filtertechnologien permanent nach Missbrauchsabbildungen scannen.

Prozess: PC, Laptop und fünf externe Festplatten sichergestellt

Über 35 000 Hinweise auf mögliche strafbare Handlungen sind 2017 auf diese Weise beim BKA in Wiesbaden eingegangen. Einer davon betraf den Internetanschluss in der Langener Wohnung des ledigen Angeklagten. Am 19. Oktober 2017 wurden dort verschiedene Datenträger sichergestellt: ein PC, ein Laptop und fünf externe Festplatten.

Vor Amtsrichter Volker Horn versucht der Langener gar nicht erst, irgendetwas schön zu reden. Horn will wissen, wieso er die verbotenen Dateien gesammelt hat. „In einem normalen Sex-Chat tauchte irgendwann die Frage auf: ,Soll ich dir mal was Anderes zeigen?‘“, versucht der Chemielaborant zu erklären. Heute wisse er auch nicht mehr, warum er da mitgemacht habe, das sei „eigentlich nicht so sein Bereich“. „Ich bereue das. Ich sehe ein, dass es falsch war“, lautet seine für den Richter glaubhafte Bilanz aus der anstößigen Geschichte.

Ehrlichkeit bewahrt Täter vor harter Strafe

Der Strafrahmen für derartige Verbrechen liegt zwischen drei Monaten und fünf Jahren Gefängnis. Dass der Langener im unteren Bereich blieb, hat er hauptsächlich seiner Ehrlichkeit zu verdanken. Verteidiger Thomas Allgaier: „Aufgrund der Aussage ist dem Gericht eine umfangreiche Beweisaufnahme mit Zeugen, Gutachtern und der Einsichtnahme in die Dateien erspart geblieben. Die Sache wird meinem Mandanten ein ordentlicher Denkzettel sein.“ Er plädierte für sechs Monate Haft auf Bewährung.

VON SILKE GELHAUSEN

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