Kino statt Couch

Lichtburg in Langen hat wieder geöffnet und alle sind begeistert

Großer Augenblick: Stefan Burger heißt das erste Mal Gäste im wiedereröffneten Lichtburg Filmtheater willkommen. Fotos: Strohfeldt

Die Stimmung ist ausgelassen, der Tenor eindeutig: Gut, dass es in Langen wieder ein Kino gibt.

Langen – Die Stimmung ist ausgelassen, der Tenor eindeutig: Gut, dass es in Langen wieder ein Kino gibt. Stefan Burger, der neue Betreiber des Lichtburg Filmtheaters, hat am Vorabend der gestrigen Eröffnung Vertreter der Stadt, Geschäftspartner, Langener Einzelhändler und Geschäftsleute, Handwerker und Freunde und nicht zuletzt Vermieter zu einem Empfang geladen. 

Gerade Letzteren, den Mitgliedern einer Erbengemeinschaft, ist beim Erhalt des Kinos ein besonderer Part zugekommen, wie Burger in seiner Ansprache hervorhebt: „Sie haben gesagt: Wir haben Bock auf Kino. “ Und das sei alles andere als normal in der heutigen Zeit: „Das war die wichtigste Voraussetzung. “

Kino in Langen: Lichtburg hat wieder auf

Bock auf Kino haben auch die Ehrengäste, das wird im rappelvollen und komplett neu gestalteten Foyer deutlich. „Das ist sensationell, eine echte Bereicherung für die Stadt“, sagt beispielsweise Katrin Keim-Deyerberg. Gerade die kurzen Wege findet sie wichtig. Und für sie bedeute das: „Statt auf die Couch öfters mal ins Kino.“

Kurze Wege sind ein Thema, das immer wieder erwähnt wird. Linja Dröll ist ein riesiger Filmfan – „in Zeiten, in denen viele gute Filme laufen, gehe ich oft mehrmals im Monat ins Kino“, sagt die 15-Jährige. In den vergangenen Monaten schlug sie dafür meist den Weg nach Darmstadt ein, „jetzt gehe ich definitiv wieder hier in Langen“. Trotz der Konkurrenz von Streaming-Diensten im Internet sei Kino auch bei der jungen Generation angesagt: „Ich bin ein großer Netflix-Fan, aber auch ein ebenso großer Kino-Fan. Netflix schaue ich daheim, im Kino treffe ich mich mit Freunden.“

"Schön und modern": Lichtburg kommt gut an

Auch die Renovierung und Umgestaltung des Kinos sowohl innen als auch außen kommt an: „Es ist schön, alles neu und modern – aber man erkennt die alte Lichtburg noch“, sagt Olaf Hermann anerkennend.

„Ich freue mich speziell auf die angekündigten Filmreihen“, macht Matthias Keim klar, dass es nicht immer die Blockbuster sein müssen, die die Langener ins Kino locken. Das hebt Burger auch in seiner Rede noch mal heraus: „Kino hat für jeden was – für alle Generationen.“

Und es habe etwas Generationenübergreifendes: „Ich selbst bin das allererste Mal mit meiner Oma ins Kino gegangen.“ Und genau das wolle er auch den Langenern ermöglichen.

Er sei in der Stadt, die er vorher nicht kannte, „toll empfangen worden“, betont er: „Und diese Begeisterung freut mich ganz besonders.“ Natürlich hofft Burger, dass diese auch von Dauer ist, damit sich sein Engagement rechnet. Wobei er sagt: „Die bisherigen Besucherzahlen waren in Ordnung für drei Säle.“ Damit könne das Lichtburg Filmtheater rentabel betrieben werden. Für ihn jedenfalls ist klar: „Eine Stadt wie Langen braucht ein Kino.“

Kino in Langen: Popcorn, Eis und Nachos

Dass sich Stefan Burger gerne als Gastgeber sieht, werden die Besucher des Eröffnungsempfangs auf jeden Fall bestätigen: Sie stoßen mit Sekt und Weißwein des Weinguts Burger (gehört seinem Cousin Karl-Josef) an, und das im Beisein einer echten Weinkönigin: Des Winzers Tochter Emma ist aktuell die Majestät in Pünderich (Mosel). Dazu werden Häppchen des Caterers Lebensdurst gereicht, den Stefan Burgers Freundin Andrea Kolb gemeinsam mit einem Kompagnon betreibt.

Seit gestern gibt es in der Lichtburg wieder Kino-typisches wie Popcorn, Eis und Nachos, doch schon der erste Abend zeigt das Engagement, mit dem der „Neue“ zu Werke geht. Und zudem, dass er gut vernetzt ist: Als er Hooman Afshari, dem Vertriebschef des großen deutschen Filmverleihunternehmens Studiocanal, berichtete, dass er in Langen das Kino übernehme, gab sich der als gebürtiger Sterzbachstädter zu erkennen. Und brachte aus Berlin zur Feier des Tages gleich einen Film mit, den es eigentlich erst ab Februar in deutschen Lichtspielhäusern zu sehen gibt: „Enkel für Anfänger.“

So wie an diesem Eröffnungsabend, da sind sich hinterher alle einig, kann es weitergehen. Olaf Hermann bringt es auf den Punkt: „Ich bin mit der Lichtburg aufgewachsen. Und ich freue mich, dass ich mit der Lichtburg alt werden kann.“

VON MARKUS SCHAIBLE

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare