Süffiges Teamwork

Kleine Farmer im Keltern ganz groß

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Karin Eberhardt (links) und Sophie Acker vom Vorstand der Juki-Farm präsentieren Buongiorno und Waltraud. 

Langen - Premiere auf der JuKi-Farm: Der Verein „Die Stöffchemacher“ hat dort am Sonntag erstmals zu einem Kelterfest eingeladen. Voriges Jahr sind die Ebbler-Experten auf das Spielgelände im Nordend umgezogen – und beide Vereine sind sich einig: „eine Win-win-Situation“. Von Vanessa Kokoschka

Noah (8, links) und Jason (7) sind mit Feuereifer als Kelterhelfer bei der Sache. An der Saftpresse führt Stöffchemacher Joachim Rosenau Regie.

Ein Brett mit gehäckselten Apfelstücken nach dem anderen stapeln Noah und Jason auf das Podest der Saftpresse. Mit hochgekrempelten Ärmeln verteilen sie das zerstückelte Fruchtfleisch gleichmäßig und wickeln es anschließend in eine Art Leinentuch. Dann kommt das nächste Brett und die Arbeit beginnt von vorn. Noah und Jason macht das nichts aus – für sie kann das Keltern noch den ganzen Nachmittag weitergehen. Voller Freude bereiten sie die nächste Ladung vor. Joachim Rosenau ist zufrieden mit der Hilfe der beiden: „Die Jungs machen das sehr gut – man sieht’s auch daran, wie bekleckert sie sind.“ An den Händen kleben Apfelstücke, der süße Saft tropft an den Fingerspitzen herunter und die Kleidung hat ebenfalls Spritzer abbekommen.

Zum ersten Mal lädt der Verein „Die Stöffchemacher“ zum Kelterfest auf die JuKi-Farm, wo er 2017 seine neue Heimat gefunden hat. „Wir sind ganz glücklich, dass so viele Leute uns hier besuchen“, sagt Vereinsmitglied Lothar Schumpf. Karin Eberhardt vom Vorstand der JuKi-Farm wiederum empfindet die Stöffchemacher als wunderbare Bereicherung: „So ein Kelterfest hier bei uns ist eine tolle Sache.“

Die Apfelweinkelter stammt aus der ehemaligen Gaststätte Wilhelmsruh. Der Verein hat sie abgebaut, restauriert und kelterte bislang nach Eigenbedarf. Am Wochenende hat das Gerät den letzten Einsatz für dieses Jahr. Pausenlos presst es den frischen Most. „Bei einem Mal bekommen wir 40 bis 50 Liter raus“, erklärt Rosenau. Mit Schürze und hochgekrempelten Ärmeln steht er an der Kelter. Die Menge klinge viel, sei aber vergleichsweise gering. „Wir hatten dieses Jahr eine gute Apfelernte, aber wegen der Trockenheit waren die Früchte nicht so feucht“, sagt Rosenau.

Von Braeburn bis Boskoop: Kochen und Backen mit Äpfeln

Allein am Sonntag keltert der Verein aus 70 Säcken Äpfeln rund 2500 Liter Süßen. Der Großteil der Früchte kommt aus Langen und Egelsbach, ein kleiner Teil aus der Rhön. Seit fünf Wochen keltert der Verein am Stück. Aus 5000 bis 6000 Litern soll Apfelwein entstehen. „Die Sorten sind bunt gemischt. Nur aus Tafelobst allein können wir keinen Apfelwein machen. Dafür brauchen wir die Äpfel von den Streuobstwiesen“, sagt Schumpf.

Apfelwein gibt’s beim Kelterfest auf der JuKi-Farm nicht, dafür Kuchen, Popcorn und Flammkuchen, Letzteren herzhaft mit Speck und Zwiebeln oder süß mit Äpfeln und Zimt. Neben gemütlichem Plaudern mit Freunden und Familie bietet die JuKi-Farm besonders den Jüngsten eine Menge Spaß. Gerade die Tiere ziehen die Kinder an – allen voran die neuen Farmbewohner: Buongiorno und Waltraud heißen die beiden Hühner, die mit vier weiteren noch etwas scheu im Gehege herumstaksen.

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