Sportpark Oberlinden

Langen: Kostenexplosion bei Bau der Vier-Felder-Halle

Auflagen zu Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Klimaneutralität machen die Vier-Felder-Halle teurer als gedacht.
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Auflagen zu Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Klimaneutralität machen die Vier-Felder-Halle teurer als gedacht.

Die Stadt Langen möchte im Sportpark Oberlinden eine neue Vier-Felder-Sporthalle errichten. Doch der Neubau wird wohl mehrere Millionen Euro teurer als geplant.

Langen – Es ist eine echte Hiobsbotschaft, die Bürgermeister Jan Werner den Parlamentariern am Donnerstagabend in der Stadtverordnetenversammlung überbringt: Der Neubau der Vier-Felder-Halle im Sportpark Oberlinden wird deutlich teurer als ursprünglich geplant. Dabei wird die Kostenschätzung von fünf Millionen Euro nicht nur ein bisschen übertroffen, Werner spricht davon, dass die Stadt „im schlechtesten Fall mit mehreren Millionen Euro Steigerungen“ rechnen müsse.

„Wie Sie wissen, haben wir erfolgreich am Bundesprogramm ,Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur‘ teilgenommen und einen Zuschuss für die Halle in Höhe von zwei Millionen Euro in Aussicht gestellt bekommen“, erläutert der Rathauschef. An diese Zuschüsse seien „harte, aber verständliche Bedingungen geknüpft“, erklärt Werner. Der Bundeszuschuss verpflichtet die Stadt zu ökologischer Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Klimaneutralität.

„Billiges Bauen, zum Beispiel auf der Grundlage von Gewerbe- oder Industriehallen, scheidet jedenfalls damit definitiv aus. Unsere Planung sah eine Sporthalle auf Basis einer umgebauten Industriehalle vor, aber so eine Version ist mit den Klimazielen nicht mehr vereinbar“, weiß Werner. Die Klimaneutralität der Halle werde Millionen zusätzlich kosten, fürchtet der Bürgermeister.

Auf die Zuschüsse aus dem Bund zu verzichten und die Halle zum Preis von fünf Millionen zu realisieren, sei dennoch keine Lösung. Die Verwaltung habe frühestens Mitte 2022 Bebauungsplan und Genehmigung. Für das Jahr 2023 seien andere Bauvorschriften mit entsprechenden Klimazielen zu erwarten. „Das heißt auf gut Deutsch: Wir bauen entweder mit zwei Millionen Bundeszuschuss nahezu klimaneutral oder ohne die zwei Millionen, aber trotzdem mit den strengen Klimazielen“, erläutert Werner die Optionen.

Ein weiteres Problem stellen die vergaberechtlichen Vorgaben dar: Der Bund akzeptiere keine Auftragsvergabe an Generalunternehmer, sondern bestehe auf eine Vergabe in Einzelgewerken. Die Stadt muss jedes Gewerk einzeln ausschreiben. Auf Einsparungen durch den Vorsteuerabzug kann die Verwaltung nicht setzen, wie die Steuerberater den Fachleuten in der Verwaltung erklärten. „Bei Nettobaukosten von sieben Millionen Euro macht es natürlich einen großen Unterschied, ob noch 19 Prozent Mehrwertsteuer oben drauf kommen oder nicht“, nennt Werner weitere Kostensteigerungen. Als letztes Thema spricht er die explodierenden Bau- und Materialpreise an. Niemand könne sagen, wie sich das entwickelt.

Wegen der anstehenden Bundestagswahl stehe das vorläufige Zuschussbewilligungsverfahren unter zeitlichem Druck. Der Bürgermeister kündigt an, dass das Team des städtischen Bäder- und Hallenmanagements (BaHaMa) um Joachim Kolbe einen überarbeiteten Antrag mit aktualisierter Kostenprognose sowie der Verpflichtung auf die Zielsetzungen bis zum 28. August beim Projektträger einreichen werde, um die Chancen auf den Zuschuss zu wahren. „Im Anschluss bekämen wir einen vorläufigen Zuwendungsbescheid, würden die Planungen und Kostenberechnungen vornehmen, die Haushalts- und Finanzplanung und die Wirtschaftsplanung der BaHaMa anpassen und erst im nächsten Jahr würden Sie als Stadtverordnete über das Projekt und den definitiven Antrag entscheiden“, sagt Jan Werner abschließend. (Nicole Jost)

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