Corona

Ab heute Wechselunterricht und Homeschooling: Schulen in Langen sind gut vorbereitet

Zutritt nur mit Mundschutz: Auch an der Dreieichschule gelten strenge Regeln.
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Zutritt nur mit Mundschutz: Auch an der Dreieichschule gelten strenge Regeln.

Ab Montag (07.12.2020) setzt der Kreis Offenbach wieder auf Wechselunterricht. Die weiterführenden Schulen in Langen sind gewappnet, aber nicht vollends von der Maßnahme überzeugt.

Langen – Heute geht es los: Die Schulen im Kreis Offenbach stellen ab der Jahrgangsstufe acht erneut auf Wechselunterricht um. Von der Regelung sind Abschlussjahrgänge ausgenommen. Diskutiert wurde über diesen Schritt wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen in Hessen schon länger. Die Teilung der Klassen in zwei Gruppen soll für mehr Abstand im Klassenraum und weniger Kontakte in und um die Schule sorgen.

Corona im Kreis Offenbach: Schulen in Langen sind auf Wechselmodell vorbereietet

Auf die plötzliche Anordnung zum Wechselmodell sind die drei weiterführenden Schulen in Langen vorbereitet gewesen. „Was spontane Umplanung des Unterrichts angeht, kann uns nach dem Frühjahr keiner mehr schocken“, sagt die Schulleiterin der Albert-Einstein-Schule, Susanne Fritz, schmunzelnd. Zu Beginn des ersten Lockdowns hatte es immer wieder neue Anweisungen an die Schulen gegeben, mit Maßnahmen, die in kürzester Zeit umzusetzen waren. Nun sei man in der Lage, besser auf Umstellungen zu reagieren. Alle hätten Erfahrungen mit Homeschooling und Wechselunterricht sammeln können, die sie nun anwenden können, sagt die Leiterin der integrierten Gesamtschule.

Die Situation wird außerdem erleichtert, weil den Schulen Laptops zur Verfügung stehen, die der Kreis Offenbach für Schüler besorgt hat, die zu Hause nicht über einen eigenen Computer verfügen. In einer Mitteilung des Kreises heißt es, dass die Verteilung an die Schulen erfolge, die entsprechenden Bedarf angemeldet hätten. Die Menge orientiere sich an der jeweiligen Gesamtschülerzahl. Die Laptops seien mit der notwendigen Software für einen möglichen Distanzunterricht ausgestattet. Diese umfasse neben der E-Mail-Kommunikation auch eine Plattform, um sich auszutauschen und Videokonferenzen abzuhalten.

Homeschooling während Corona: Kreis Offenbach stellt Laptops zur Verfügung

„Die Kosten für die Laptops belaufen sich auf rund 2,7 Millionen Euro. Der größte Teil wird vom Bund durch Sondermittel aus dem Sofortausstattungsprogramm in der Covid-19-Pandemie für mobile Endgeräte getragen“, so der Kreis. Das bedeutet zum Beispiel für das Langener Gymnasium, die Dreieichschule, mit 1300 Schülern eine Unterstützung für 169 Kinder und Jugendliche. „Wir haben eine Umfrage gestartet, welche Schüler einen Laptop für den Fernunterricht brauchen. Viele dieser Schüler haben nur ein Handy, mit dem sie ins Internet gehen können. Deshalb freuen wir uns über 169 Laptops, die sehr hilfreich dafür sind, jeden Schüler zu Hause erreichen zu können“, sagt Schulleiterin Nicole Ott.

Auch die Adolf-Reichwein-Schule ist auf einen Wechsel eingestellt: „Wir können von heute auf morgen ins Wechselmodell übergehen“, sagt Schulleiterin Marianne Kral. Ob das Wechselmodell jedoch der Weisheit letzter Schluss ist, da ist sie sich nicht sicher. 16 Klassen der kooperativen Gesamtschule mit gymnasialer Eingangsstufe werden nun abwechselnd zu Hause und in der Schule unterrichtet: „Die Schüler wollen in die Schule. Sie fühlen sich hier wohl und genießen die sozialen Kontakte“, sagt Kral.

Appell an die Schüler im Kreis Offenbach: „Haltet euch an die Empfehlungen“

Die Schule sei selten der Ort, an dem sich Kinder mit dem Coronavirus anstecken. Die Schutzmaßnahmen würden akzeptiert und auch Erfolg zeigen. Ein Wechselmodell würde zwar eine räumliche Entzerrung in meistens doch recht engen Klassenzimmern bedeuten, allerdings sieht die Schulleiterin auch einen Haken: „So wie in der Schule verhalten sich die Schüler nicht am Nachmittag. Wenn sich die eine Hälfte der Klasse in der Freizeit sowieso mit der anderen Hälfte trifft, können wir sie auch alle zusammen unterrichten.“

Für die nahenden Weihnachtsferien hat Marianne Kral einen persönlichen Wunsch an ihre Schüler: „Haltet euch an die Empfehlungen der Regierung und beschränkt eure Kontakte! Damit die Zahlen zurückgehen und einen entspannteren Alltag zulassen.“ Auch Nicole Ott von der Dreieichschule hofft, dass sich die Schüler wie auch die ganze Bevölkerung in den Ferien an die Corona-Schutzvorkehrungen halten, „damit die Schule im neuen Jahr gut weitergehen kann“. (Von Theresa Ricke)

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