Kino-Comeback im August?

Lichtburg-Öffnung rückt näher, ist aber abhängig vom Start großer Filme

Noch sind die Türen geschlossen: In einigen Wochen könnte es jedoch wieder Kino in Langen geben.
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Noch sind die Türen geschlossen: In einigen Wochen könnte es jedoch wieder Kino in Langen geben.

Stefan Burger macht aus seinem Frust keinen Hehl. „Ich gebe offen zu: Das hat mich traurig gemacht“, sagt er. Blöder hätte es für den neuen Besitzer des Lichtburg-Kinos kaum laufen können. Im Dezember hatte er dem Lichtspielhaus in der Bahnstraße neues Leben eingehaucht, und das durchaus erfolgreich.

Langen – Knappe drei Monate später zwang ihn das Coronavirus jedoch schon wieder zur Schließung. „Wenn man ein Kino aufmacht, es super anläuft, alles genauso funktioniert, wie ich es geplant hatte, und dann kommt so ein Hammer – das nervt extrem“, ärgert sich Burger.

Doch nun besteht Hoffnung für die Langener Kino-Fans. Die Wiedereröffnung der Lichtburg rückt näher. „Es gibt noch keinen fixen Termin“, sagt Burger. „Aber der August ist das grobe Ziel.“

Wann genau wieder Bewegtbilder über die Leinwände des traditionsreichen Langener Kinos flimmern, hängt auch davon ab, welche Filme Burger zeigen kann. Zurzeit ist die Auswahl recht dürftig. In den vergangenen Monaten wurden zahlreiche Premieren pandemiebedingt immer weiter nach hinten verschoben, Dreharbeiten mussten pausieren.

Deswegen hatte der 52-Jährige sein Kino bislang auch geschlossen gelassen, obwohl er seit dem 15. Mai wieder hätte öffnen dürfen. „Es gibt keine Filme“, erklärt der Kino-Chef. Aus anderen Einrichtungen, in denen die Projektoren wieder laufen, habe er mitbekommen: „Das Interesse der Leute ist faktisch bei Null.“ Das reiche nicht für einen wirtschaftlichen Kinobetrieb.

Das genaue Datum für den Neustart macht Burger vom Start einiger Blockbuster abhängig. Große Hoffnungen setzt der Frankfurter auf „Tenet“, das neue Werk von Star-Regisseur Christopher Nolan. Der Thriller hätte eigentlich schon im Juli anlaufen sollen, die Premiere wurde aber bereits dreimal nach hinten verschoben, da der wichtige Markt in den USA durch Corona stark gebeutelt ist. Die Handlung des über 200 Millionen Dollar schweren Blockbusters wurde bislang zu großen Teilen geheim gehalten, weshalb die Macher einen weltweit einheitlichen Start präferierten. Davon soll die Produktionsfirma Warner Bros. mittlerweile aber abgerückt sein, für Deutschland ist laut dem Portal filmstarts.de nun der 27. August im Gespräch.

Ähnlich verhält es sich mit der Neuauflage von „Mulan“, die eigentlich schon Ende März in die Kinos kommen sollte. Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat Walt Disney nun auch den anvisierten Spät-Start am 20. August verschoben – auf unbestimmte Zeit. Stefan Burger behält die Entwicklung genau im Blick. „Wenn es wirtschaftlich keinen Sinn macht, warte ich lieber noch eine Woche. Wenn wir öffnen, brauchen wir auch Filme“, sagt er. „Tenet“ und „Mulan“ seien die „Gradmesser“, glaubt der Kino-Betreiber. Soll heißen: Wenn es mit diesen beiden Streifen klappt, werden andere große Filme nachziehen.

Das genaue Datum für die Wiedereröffnung der Lichtburg steht also noch in den Sternen, Burger hat sich aber schon einige Gedanken gemacht, wie sie ablaufen soll. An der Kasse wird es Plexiglasscheiben als Spuckschutz geben, bis zum Platz soll eine Maskenpflicht gelten. Flaschen mit Desinfektionsmittel werden bereitstehen, die Toiletten natürlich sorgsam gereinigt. Durch sein Online-Ticket-System sei außerdem „gut nachvollziehbar“, wer wo gesessen habe, betont Burger.

Wie viele Leute er ins Kino lässt und wie genau er die Sitzplätze organisiert, wolle er erst eine Woche vor Öffnung entscheiden. „Ich halte mich natürlich an die Vorgaben der Landesregierung“, so der Inhaber. Auf jeden Fall wolle er aber alle drei Säle nutzen.

Dass die Lichtburg zurückkommen wird, daran lässt Burger keine Zweifel aufkommen. Die Erbengemeinschaft, der das Gebäude gehört, sei ihm bei der Miete entgegengekommen. „Wir werden wieder aufmachen“, stellt Burger klar, der die vergangenen Monate auch damit überbrückt hat, dass er erst in Bad Homburg und später in Schmitten im Hochtaunuskreis ein Autokino betrieb. Sein Fazit: „Das kam sehr gut an, die Leute waren super dankbar.“ (Manuel Schubert)

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