Rettung fürs Kleinod der Koberstadt

Ludwigsbrünnchen und Gelände drumherum wird saniert und renaturiert

Ziemlich verwahrlost kommt der Bereich um das Ludwigsbrünnchen in der Koberstadt derzeit daher. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein geht nun die Sanierung und Renaturierung an und bittet dafür um Spenden.
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Ziemlich verwahrlost kommt der Bereich um das Ludwigsbrünnchen in der Koberstadt derzeit daher. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein geht nun die Sanierung und Renaturierung an und bittet dafür um Spenden.

Das Ludwigsbrünnchen ist ein ebenso bekanntes wie beliebtes Ausflugsziel in der Langener Koberstadt – aber es ist leider gewaltig in die Jahre gekommen und sieht aktuell alles andere als einladend aus.

Langen – Der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) will Abhilfe schaffen und hat die überfällige Sanierung und Renaturierung des Geländes bereits auf Gleis gesetzt. Auch die Finanzierung ist zu drei Vierteln gesichert – für das fehlende Viertel baut der Verein auf die Rückendeckung der Bürger.

„Unser Verein fühlt sich gemäß seiner Leitlinien für das Ausflugsziel Ludwigsbrünnchen verantwortlich“, erklärt VVV-Vorsitzender Walter Metzger. „Der Vorstand hat daher beschlossen, in Abstimmung mit Hessen Forst und der Unteren Naturschutzbehörde die Sanierung und Renaturierung anzugehen – entsprechende Aufträge haben wir bereits vergeben.“ Ebenfalls begonnen haben erste Aufräumarbeiten. „Ziel ist, dass der beauftragte Gartenbaubetrieb das Projekt im Laufe des Sommers abschließen kann.“

Vielen Langenern und Egelsbacher ist das Ludwigsbrünnchen geläufig, so manchem freilich nicht. Ein kleiner historischer Rückblick: Den 7. Oktober 1959 hat – so die Aufzeichnungen – Joachim Lütkemann, der langjährige Leiter des Forstamts Langen, sein Lebtag lang nicht vergessen. „Östlich des obersten Egelswoogs entdeckte ich bei Entschlammungsarbeiten, die die Gemeinde Egelsbach durchführen ließ, das Ludwigsbrünnchen – ringsum dicht mit Bäumen und Sträuchern zugewachsen“, erinnert er sich in den zum Langener Stadtjubiläum 1983 veröffentlichten „Beiträgen zur Stadtgeschichte“.

Was da seit Olims Zeiten nahe der drei Egelswoogteiche in der Koberstadt vor sich hin sumpfte, gab Heimatforschern, Heimatkundigen und Heimatkundlern Rätsel auf. Seit wann existierte dieser „Ludwigsborn“? Wie lange lag er im Dornröschenschlaf? Die Auffassungen hierüber sind geteilt. Die einen favorisieren die These von Dr. Karl Pusch, dass Graf Ludwig II. von Isenburg-Büdingen, seines Zeichens von 1461 bis 1511 Landesherr von Langen, den Brunnen angelegt habe. Andere teilen die Auffassung des ehemaligen Kreisdenkmalpflegers Klaus Ulrich, wonach das Ludwigsbrünnchen auf Ludwig VIII. in der Zeit zwischen 1725 und 1730 zurückgehe und 1893 umgebaut worden sei.

Wie auch immer: Forstdirektor Lütkemann ließ die Quellfassung freilegen, sodass das Wasser wieder sichtbar sprudelte. Auch der VVV und die Stadt Langen wurden bei der „Wiederbelebung“ aktiv. Sie konzipierten und realisierten unter Federführung der Forstverwaltung eine Brunnenanlage, die im Mai 1974 in Betrieb ging. Dazu wurde eine Schutzhütte gebaut und nach Heinrich Heim, dem Ehrenvorsitzenden des Langener Odenwaldklubs, benannt..

Finanzielle Hilfe für das Sanierungsprojekt Ludwigsbrünnchen erhält der Verkehrs- und Verschönerungsverein bereits von der Bürgerhilfe Langen, dem Kreis Offenbach sowie einem Langener Ehepaar, das nicht genannt werden möchte. „Laut der eingeholten Angebote mehrerer Firmen liegt der Finanzierungsbedarf bei etwa 12 000 Euro“, so Metzger. Darin sei jedoch die Möblierung (Sitzbänke und Tische aus Holz) noch nicht enthalten. Diese erfordert weitere finanzielle Unterstützung in Höhe von etwa 3 000 Euro – der VVV hofft auf Spenden der Bürger; mehr dazu im Infokasten unten.

VON HOLGER BORCHARD

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