Auf Nummer sicher gehen

REGIONALTANGENTE WEST Magistrat will mit Beitritt zur Planungsgesellschaft noch abwarten

Baustellen-Schilder
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Die Pläne für den Anschluss Langens an die Regionaltangente West (RTW) vorantreiben, dabei aber kein unnötiges Risiko eingehen: Der Magistrat empfiehlt nach eingehender Prüfung, mit dem – von der Stadtverordnetenversammlung im November beschlossenen – Beitritt zur RTW-Planungsgesellschaft noch abzuwarten, bis die Ergebnisse einer sogenannten Vorentwurfsplanung vorliegen.

Langen – Grund: Kommt diese entgegen aller jetziger Annahmen zu dem Schluss, dass eine Verlängerung der Trasse von Buchschlag nach Langen doch nicht machbar ist, entstünden der Stadt trotzdem Kosten in Millionenhöhe. .

Dass eine Anbindung an den neuen Schienenweg zwischen dem Kreis Offenbach und dem Hochtaunuskreis mit Halt am Flughafen für Langen mehr als wünschenswert ist, darüber sind sich alle Akteure in der Stadt einig. Um dem Nachdruck zu verleihen und mehr Gewicht in die Waagschale zu werfen, hatten die Stadtverordneten einstimmig für den Beitritt zur Planungsgesellschaft, der unter anderen der Kreis Offenbach angehört, plädiert.

Der Magistrat will aber nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Bisherige und von der Stadt in Abstimmung mit dem Kreis und der Geschäftsführung der RTW-Gesellschaft in Auftrag gegebene Untersuchungen sind zwar im Sinne Langens ausgefallen, hatten jedoch eher nur grobe oder grundsätzliche Fragestellungen zum Inhalt. „Deshalb muss es nun konkret werden, damit belastbare Erkenntnisse auf dem Tisch liegen“, sagt Bürgermeister Frieder Gebhardt.

Er weist darauf hin, dass die bei einer Machbarkeitsuntersuchung favorisierte Lösung mit einem leicht zu verwirklichenden Taschengleis am Langener Bahnhof laut Deutscher Bahn mittlerweile aufgrund geänderter Standards nicht mehr realisiert werden könne. Vielmehr müsse nach deren Angaben im größeren Stil umgebaut werden. Gleichwohl glaubt Gebhardt im Einklang mit den RTW-Verantwortlichen und dem Kreis, dass die Vorentwurfsplanung positiv ausfallen wird und nachweist, dass die Anbindung Langens wirtschaftlich rentabel ist. Das Papier soll auch eine Kostenschätzung beinhalten. Da die Initiative von der Stadt ausgeht, muss sie die rund 250 000 Euro teure Untersuchung bezahlen.

Wenn nach einem positiven Ergebnis das Genehmigungsverfahren vorbereitet wird, wäre das nach Ansicht des Magistrats der richtige Zeitpunkt, um in die Gesellschaft einzusteigen – was nach Angaben von Erstem Stadtrat Stefan Löbig gerade mal mit 400 Euro zu Buche schlägt. Anschließend würden die Ausgaben für den Bau der RTW unabhängig von den Kosten für die eigene Strecke nach einem festgelegten Schlüssel aufgeteilt. Langen müsse danach 2,76 Prozent der Gesamtkosten tragen. Nach derzeitigem Kenntnisstand wären das – verteilt auf mehrere Jahre – rund sieben Millionen Euro.

Würde die Stadt schon jetzt Gesellschafterin, müsste sie sich auch bereits an den Gesamtkosten beteiligen – mit dem Risiko, dass die RTW am Ende doch nicht weiter als bis Buchschlag fährt. „Wir könnten dann zwar wieder austreten, müssten bis dahin aber schon 3,6 Millionen Euro zahlen, ohne einen Gegenwert zu erhalten“, fasst Gebhardt die Lage zusammen. Und er betont: „Ob die RTW nach Langen geführt wird oder nicht, hängt keineswegs von einer Mitgliedschaft in der Gesellschaft ab, sondern allein von den Ergebnissen der Planer.“

Der Haupt- und Finanzausschuss befasst sich in seiner Sitzung am Donnerstag, 5. März, mit den neuesten Erkenntnissen zur RTW, die Stadtverordnetenversammlung zwei Wochen später am 19. März.  ble

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