„Langens Möchtegern“: Die Geschichte der Statue

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Der Bildhauer Ludwig Brehm (vorne rechts) hat den „Möchtegern“ geschaffen, den Bürgermeister Hans Kreiling (links) am Rosenmontag 1973 in Empfang nehmen durfte.

Langen - Breite Brust, aber leere Taschen, so steht er da: „Langens Möchtegern“, so ist der offizielle Name der Statue, die beim Neujahrsempfang der Stadt vergangenen Mittwoch eine herausragende Rolle spielte. Von Markus Schaible

Einst wurde sie von der Langener Karneval Gesellschaft (LKG) an Bürgermeister Hans Kreiling überreicht – einer, der sich noch ganz genau daran erinnert, ist Hans Hoffart. Der Langener Ehrenbürger und einstige Redakteur unserer Zeitung war seinerzeit Präsident der LKG – und er war gemeinsam mit dem Bildhauer Ludwig Brehm der Initiator: „Auch damals ging’s der Stadt finanziell schlecht. Das hatte keinen besonderen Grund, aber sie haben halt immer gerne gejammert... “.

Mit Brehm gemeinsam wurde die Idee geboren, „Langens Möchtegern“ zu schaffen – einer, der gern möchte, aber kein Geld hat. Und dafür sind die nach außen gekehrten Hosentaschen ein deutliches Symbol.

Der damalige Bürgermeister, der wie seine Vorgänger und Nachfolger auch der SPD angehörte, nahm die Skulptur amüsiert entgegen, weiß Hoffart: „Er hatte ja Humor.“ Überreicht wurde dem Verwaltungschef der „Möchtegern“ übrigens am Rosenmontag 1973 – im Anschluss brachen die LKG-Narren nach Seligenstadt auf, um am dortigen Fastnachtszug teilzunehmen.

„Kreiling hatte die Figur dann erst in seinem Zimmer und hat sie irgendwann in den Schrank gestellt“, so Hoffart. „Schließlich hat er sie Dieter Pitthan übergeben, aber der hatte nie Anlass, sie rauszuholen.“ Frieder Gebhardt nun allerdings schon.

Das Foto, das Hoffart „ausgegraben“ hat, war im Übrigen im Fastnachts-Programmheft 1974 abgedruckt. Wie Bürgermeister Kreiling lebt auch der Langener Steinmetz und Bildhauer Ludwig Brehm nicht mehr.

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