Musiker Joschi von Sárközy

Eigene Klangwelten entdecken - In Langen soll ein Hörbuch-Theater entstehen

Hat viel vor: Joschi von Sárközy will den Langenern auch Jodeln beibringen – denn das schult die Stimme.
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Hat viel vor: Joschi von Sárközy will den Langenern auch Jodeln beibringen – denn das schult die Stimme.

Joschi von Sárközy hat Großes vor. Seit dem vergangenen Sommer wohnt der gebürtige Franke in Langen. Der Musiker und Autor hat festgestellt, dass es zu wenig kulturelle Angebote für Kinder gibt – und will etwas dagegen tun.

Langen - In vielen verschiedenen Ländern, deutschen Städten und Dörfern hat der heute 52-Jährige schon gelebt – in der Sterzbachstadt möchte er nun erst mal bleiben. „Langen ist schön – nicht städtebaulich, aber es gibt ein tolles Vereinsleben und nette Wirtshäuser, in denen sich Menschen treffen“, schwärmt Sárközy von der neuen Heimat.

Er wird in den kommenden Wochen noch mal umziehen und mit seiner Frau von der bisherigen Übergangswohnung in die dauerhafte Bleibe, eine helle Altbauwohnung, wechseln. Die neuen vier Wände bieten Sárközy viel Raum, sich den eigenen Vorhaben zu widmen.

Er hat Trompete und Gesang am Konservatorium in Wien studiert, konnte beides aber bald gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben. Eine Umschulung zum Physiotherapeuten ermöglichte ihm schließlich, die Musik mit der Therapie zusammenzubringen. Er selbst spielt 16 Instrumente und leitet nebenher ein Jugendorchester in Bad Sooden. Seine beruflichen Erfahrungen aus Klangseminaren für Musiker und Stimmschulungen für Chöre lässt er stets in seine aktuelle Arbeit mit einfließen.

Sárközy versucht immer, mehr aus der eigenen Stimme herauszuholen. Er arbeitet viel mit Musik aus reinen Tonhöhen, ganz ohne Texte. Das Vor-Sich-Hinbrummen in verschiedenen Tonlagen schult Stimme und Körper, denn die Vibrationen spürt man bei diesen fast meditativen Atemübungen am ganzen Leib. „Jodeln nennt man das auch“, erklärt der Musiker lächelnd und verrät weiter: „Menschen auf der ganzen Welt jodeln, nicht nur in den Alpen, woran wir zuerst bei dem Begriff denken!“ Besonders beliebt sind diese Übungen auch im Schauspielunterricht, um die eigene Stimme besser kennenzulernen. Einen Versuch, den Langener Mitbürgern dieses Jodeln näher zu bringen, startete Sárközy im Herbst vergangenen Jahres. Allerdings traute sich niemand so recht, sich auf das Stimmexperiment einzulassen. Einen neuen Anlauf möchte er daher in Langen im Mai starten – und konzentriert sich bis dahin auf ein weiteres Vorhaben.

Denn nebenbei hat Sárközy schon immer gerne Theater und Kabarett gemacht. Er hat Kinderbücher als Hörbuch eingesprochen, in Kinderhospizen vorgelesen und auch selbst Bücher geschrieben. Weil er sich deshalb intensiv mit Kinderliteratur beschäftigt hat, fand er heraus, dass das kulturelle Bühnenangebot für Kinder größer und vielfältiger sein könnte. Statt darüber zu schimpfen, hat er sich vorgenommen, diese Situation mit motivierten Mitstreitern in der neuen Heimat zu verbessern. „Ich würde deshalb gerne ein Hörbuch-Theater in Langen auf die Bühne bringen und am liebsten langfristig etablieren“, sagt Sárközy. Er kennt dieses Format aus seinen früheren Aufenthalten nahe München. Beim Hörbuch-Theater werden Bücher gelesen und verschiedene Rollen nur anhand von geänderten Stimmlagen und ein wenig Musik dargestellt. Die Kinder können sich so eigene Bilder im Kopf zu der Geschichte malen und eigene Welten auf der Hörreise entdecken – ohne vorgegebene Bilder. Für dieses außergewöhnliche Projekt, das nicht viel mehr verlangt als ein bisschen Übung der Stimme und Spaß am Lesen, sucht Joschi von Sárközy noch zwei bis drei Mitstreiter, die Lust haben, diese Idee in Langen und Umgebung umzusetzen.

Kontakt

joschivonsarkoezy@mailbox.org

Von Marina Zimmer

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