Langen

Musikschule und VHS planen Preiserhöhung

Langen Musikschule VHS Preiserhöhung
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Die Preiserhöhung an der Musikschule soll komplett den freiberuflichen Lehrkräften zugute kommen. Bei allen Kursen für Kinder im Vorschulalter bleiben die Gebühren konstant.

Langen – Die Mitteilung beginnt mit deutlichen Worten: „Eine gute musikalische Bildung ist nicht zum Nulltarif zu haben“, stellt die Stadt Langen klar. Die Rede ist von der Langener Musikschule im Kulturhaus Altes Amtsgericht, Darmstädter Straße 27. Deren zahlreichen Angebote finanzieren sich aus Entgelten der Eltern und öffentlichen Mitteln. Besonders beliebt bei Alt und Jung sind die verschiedenen Gruppen der elementaren Musikerziehung für Kinder zwischen einem und sechs Jahren, der Instrumental- und Vokalunterricht sowie das Musizieren in verschiedenen Ensembles, Bands, Chören und Orchestern.

Die Preise für diese umfangreiche musikalische Angebotspalette sowie die Arbeit in etlichen Kitas und Schulen sollen nach Vorschlag des Magistrats nun um rund drei Prozent erhöht werden. Dadurch kämen Mehreinnahmen in Höhe von zirka 20 .000 Euro pro Jahr zusammen. Stimmen die Stadtverordneten dem Vorschlag zu, muss die Musikschul-Kundschaft ab dem 1. März 2021 etwas tiefer in die Tasche greifen. Die letzte Preissteigerung hatte es im September 2019 gegeben.

„Die zusätzlichen Gelder werden im vollen Umfang den freiberuflichen Musiklehrern zugutekommen und für sie eine Honorarerhöhung von 2,3 Prozent ermöglichen“, verspricht Bürgermeister Jan Werner. Der Erste Stadtrat Stefan Löbig (Grüne) ergänzt: „Wir haben in Langen hochqualifizierte Lehrkräfte. Um das Niveau des Unterrichts zu halten, müssen wir sie jedoch auch angemessen entlohnen. Denn schließlich wird es immer schwieriger, geeignete Lehrerinnen und Lehrer zu finden.“

Vorgesehen ist, dass beispielsweise der Einzelunterricht von 45 Minuten künftig statt 92 Euro monatlich 95 Euro kostet. Der Obolus für das Bandcoaching erhöht sich von 17 auf 20 Euro. Der Klaviertaler, den alle Klavierschüler für die Nutzung der bestens gepflegten Tasteninstrumente entrichten sollen, wird von einem auf zwei Euro erhöht. Die Zehnerkarte für Erwachsene, mit der die Musikschule auf deren Lebenssituation flexibel eingeht, soll künftig 380 statt 368 Euro kosten. Doch es gibt auch Ausnahmen: Bei allen Kursen für Kinder im Vorschulalter – wie etwa die musikalische Früherziehung – bleibt der Preis konstant. Das gilt auch für die Miete von Instrumenten. An den Familien- und Sozialermäßigungen will der Magistrat ebenfalls nicht rütteln.

Auch bei der Volkshochschule (Vhs) steht derweil eine Preiserhöhung ins Haus. „Weiterbildung gibt es nicht umsonst“, betont die Stadt hier ebenfalls. Deutsch als Fremdsprache, die Männer-Koch-, Strick- oder Heimatkundekurse, das alles finanziert sich genau wie bei der Musikschule aus Entgelten und öffentlichen Geldern. Um die Wirtschaftlichkeit der Vhs zu verbessern und die Attraktivität des Programms zu steigern, möchte der Magistrat auch hier die Preise erhöhen, allerdings erst ab dem 1. September 2021. Die Gebühren würden bei einigen Angeboten „im vertretbaren Rahmen“ angehoben, so die Stadt. Laut Löbig wäre es die erste Preisanpassung an der Vhs seit 2018. Durch die Erhöhung sei mit Mehreinnahmen von jährlich 5000 Euro zu rechnen.

Die Gebühren sind nach Stoffgebieten und Angeboten gestaffelt und orientieren sich an einer Mindestteilnehmerzahl je Kurs. Bisher lag der Standard-Obolus für 45 Minuten Unterricht bei 3 Euro, nun soll er auf 3,15 Euro steigen. Wer Kunstseminare belegt, müsste ab Herbst nächsten Jahres ebenfalls 3,15 Euro bezahlen, erweiterte Kenntnisse beim Fotografieren, Filmen und Nähen wären für vier Euro pro Dreiviertelstunde zu haben. Für „Deutsch als Fremdsprache“ sollen die Kursteilnehmer in Zukunft 15 Cent mehr berappen (2,45 statt 2,30 Euro). Bei Fitness- oder Gymnastikkursen lägen die Preise künftig bei 3,15 Euro. Unverändert bleiben sollen die Preise bei EDV-Schulungen, Yoga, Autogenem Training und Führungen durch die Stadt.  msc

Im Parlament

Am Donnerstag, 10. September, entscheidet die Stadtverordnetenversammlung über die beiden Vorlagen. Zuvor beraten darüber der Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport (Donnerstag, 20. August) sowie der Haupt- und Finanzausschuss (Donnerstag, 27. August), jeweils 20 Uhr im Rathaus.

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