Neubaugebiet Belzborn

Feinschliff in den Olympia-Ringen

Ein neues Zuhause für 600 Menschen bietet das Wohngebiet Belzborn im Langener Süden. Kommende Woche beginnen die KBL mit dem Endausbau der Straßen (hier die Egelsbacher Straße) in den „olympischen Ringen“.
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Ein neues Zuhause für 600 Menschen bietet das Wohngebiet Belzborn im Langener Süden. Kommende Woche beginnen die KBL mit dem Endausbau der Straßen (hier die Egelsbacher Straße) in den „olympischen Ringen“.

Der Straßen-Endausbau setzt den Schlusspunkt für das Neubaugebiet Belzborn in Langen.

Langen – Das Neubaugebiet Belzborn bekommt den letzten Schliff: Am Montag, 20. April, beginnt der Endausbau der Straßen in dem Gebiet im Süden Langens, das nach den Worten von Bürgermeister Frieder Gebhardt mit der Nähe zur Natur, Anliegerstraßen, einem großen Spielplatz mit benachbarter Kita und einer energiesparenden Wärmeversorgung durch ein Blockheizkraftwerk der Stadtwerke punktet.

Die Herrichtung der Straßen unter der Regie der Kommunalen Betriebe (KBL) setzt den Schlusspunkt für das Wohnviertel. Die Straßen im Belzborn sind überwiegend wie die olympischen Ringe angeordnet und passend dazu nach erfolgreichen Olympioniken benannt. Dazu zählen der Turner Hermann Weingärtner, der erfolgreich an den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen teilnahm, und Multitalent Carl Schuhmann, der dort beim Pferdsprung und am Barren und Reck sowie bei den Ringern siegte. Ein weiterer Ring ist dem Kunstturner Konrad Frey gewidmet, der 1936 in Berlin aus deutscher Sicht die meisten Medaillen gewann.

Ebenfalls Namenspatin ist Rosa Reichert, die in den 1950ern den Skisport in der Bundesrepublik dominierte. Sie war 1956 in Cortina d’Ampezzo im Riesenslalom erste deutsche Ski-Olympiasiegerin nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihr benachbart ist der Helga-Haase-Ring, deren Namensgeberin zu den Spitzensportlerinnen des DDR-Eisschnelllaufs gehörte und bei den Spielen in Squaw Valley Gold und Silber holte. In Gedenken an die jüdischen Turner Alfred Flatow und seinen Cousin Gustav Felix Flatow gibt es eine Flatowstraße. Beide Olympiasportler wurden von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet.

In der Vergangenheit hatte Langen noch keine Straßen, die die Namen von Sportlerinnen oder Sportlern tragen. „Mit dem Konzept der olympischen Ringe im Belzborn wollen wir vor allem die Bedeutung des Sports für unsere Kommune unterstreichen“, betont Gebhardt. Die Haupt-, Zu- und Abfahrt erfolgt über die Darmstädter Straße schräg gegenüber dem Wertstoffhof. Im Westen begrenzt die Egelsbacher Straße das Quartier.

Als Erstes rücken die Bauarbeiter auf dem Carl-Schuhmann-Ring an. Er wird als Wohnstraße ähnlich wie der Hegweg gepflastert. Dort sind Autofahrer, Radler und Fußgänger dann gleichberechtigt. „Das bedeutet Schrittgeschwindigkeit für den Fahrzeugverkehr“, erinnert Gebhardt. Stellplätze sind durch anthrazitfarbene Steine gekennzeichnet. Das Parken ist in dem verkehrsberuhigten Bereich nur innerhalb der dafür ausgewiesenen Flächen zulässig. Nach gleichem Schema gestaltet werden der Olympische Weg, die Ringe und die Parallelerschließung zur Darmstädter Straße. Für die Egelsbacher und die Flatowstraße ist Asphalt vorgesehen mit einseitigen Parkstreifen und beidseitigen Gehwegen. Außerdem werden dort wie an einer Allee Bäume gepflanzt.

Wenn es zu keinen Verzögerungen kommt, könnten die Arbeiten Anfang nächsten Jahres zu Ende gehen. Vor Beginn eines neuen Abschnitts informiert die Baufirma die Anlieger per Post. Dann müssen sie mit Einschränkungen bei der Zufahrt rechnen.

Der Belzborn hat eine jahrzehntelange Vorgeschichte. Ursprünglich hatte die Stadt größere Pläne. Die ersten Ideen stammen aus den 1970ern. Damals sollte bis zum SSG-Sportgelände gebaut werden. Aus Landschafts- und Naturschutzgründen wurde aber deutlich abgespeckt. Das jetzige Resultat sei ein „wichtiger Beitrag Langens zur Wohnraumversorgung“, erklärt Gebhardt. Auf 8,7 Hektar entstanden rund 260 Wohneinheiten in gut 100 Reihen- und 80 Einzel- und Doppelhäusern. „Wir haben eine neue Heimat für rund 600 Menschen geschaffen und zudem an der südöstlichen Ecke des Viertels eine Tageseinrichtung für Kinder“, bilanziert er.

jrd

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