Gewerbe statt Gewieher

Nutzungsänderung für Kronenhof angestrebt

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Filetstück: Wie eine Insel liegt der Kronenhof im Neurott zwischen Wohn- und Gewerbegebiet in direkter Nachbarschaft zum Paul-Ehrlich-Institut (hinten links).

Langen – Es ist eine grüne Insel zwischen Gewerbe- und Wohngebiet: Der Kronenhof im Neurott, 1962 in der damals noch „unberührten“ Landschaft entstanden und nach und nach von Bebauung umwachsen, ist als Reitsportanlage weithin bekannt. Von Markus Schaible

Doch nun gibt es Pläne, die eine gewerbliche Nutzung des etwa elf Hektar großen Gebiets zum Ziel haben. Der Stadtverordnetenversammlung liegt ein Antrag vor, der einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan „Gewerbegebiet Kronenhof“ zur Folge hat. Dieses Ziel hatte die Stadt bereits seit Längerem verfolgt: Vor ziemlich genau zehn Jahren waren Ideen für einen Stadtumbau skizziert worden, die eine gewerbliche Nutzung des Areals vorsahen. Damals hatten die Besitzer dies aber kategorisch abgelehnt.

Nun ist in der Begründung des Antrags zu lesen: „Die Eigentümerinnen des Reiterhofs Kronenhof sind zusammen mit zwei Interessenten an die Stadt Langen mit dem Ansinnen herangetreten, Baurecht für eine gewerbliche Nutzung zu schaffen.“ Das heißt aber immer noch nicht, dass es definitiv so kommen wird, relativiert Elisabeth Oppermann-Willers, die gemeinsam mit Tochter Katja Willers den Kronenhof betreibt. „Es sind noch keinerlei Verträge unterschrieben.“ Der Kronenhof sei natürlich ein „Filetstück in einem sehr interessanten Gebiet, ich habe ständig Immobilienmakler oder Investoren am Telefon“. Im Gegensatz zur seinerzeitigen Diskussion 2009 schließe sie aber einen Verkauf nicht mehr aus. Mit der jetzt angestoßenen Umwidmung des Areals solle einfach die Möglichkeit einer Nutzungsänderung hin zum Gewerbe eröffnet werden.

Weil aber alles noch in einem sehr frühen Stadium sei, gebe es auch noch keine weiteren Überlegungen zur Zukunft des Reitbetriebs. Dafür sei immer noch ausreichend Zeit, falls es tatsächlich zu einem Verkauf komme.

Ein offenes Geheimnis ist mittlerweile, dass die Stadt den Kronenhof als Ersatzareal  für  das  Paul-Ehrlich-Institut in die Diskussion um dessen Zukunft eingebracht hat. Das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel benötigt bekanntlich einen Neubau für den in die Jahre gekommenen Gebäudekomplex, der direkt neben dem Kronenhof liegt. Die Standort-Entscheidung (es buhlen auch andere Kommunen im Rhein-Main-Gebiet um das PEI) durch das Bundesgesundheitsministerium und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben steht zwar noch aus, doch der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan sei „ein starkes Signal“, so Langens oberster Wirtschaftsförderer Joachim Kolbe. „Das stärkt die Stadt im Wettbewerb um das PEI.“

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Der zweite Interessent sei ein großes, internationales Unternehmen, das darüber nachdenke, dort seine Europazentrale zu bauen. Dabei sei ebenfalls noch nichts entscheiden, „doch auch hier kann ein Aufstellungsbeschluss ein positives Zeichen darstellen“, so Kolbe.

Von übergeordneter Stelle wird der Stadt wohl niemand in die Quere kommen, denn: „Das Planungsziel, ein Gewerbegebiet festzusetzen, befindet sich in Übereinstimmung mit dem regionalen Flächennutzungsplan, der im Bereich des Kronenhofs ,gewerbliche Baufläche‘ darstellt und für die landwirtschaftlichen Flächen ,gewerbliche Baufläche Planung‘“, wie in der Vorlage für die Kommunalpolitiker ausgeführt wird. Weiter heißt es: „Auch im städtischen Konzept ,Stadtumbau Gewerbe‘ sind die Flächen des Kronenhofs wegen ihrer Lage neben bestehenden Gewerbegebieten und der guten Erschließung als wichtige Potenzialflächen vorgesehen, die zu mobilisieren sind. Weiterhin entspricht es allgemeinen Planungsgrundsätzen, zunächst Flächen im Innenbereich einer neuen Nutzung zuzuführen, ehe im Außenbereich (Stadtrand) neue Flächen entwickelt werden.“

Noch befindet sich alles also in einem frühen Stadium. Doch zumindest ist das Tor aufgestoßen zu einer Entwicklung, an deren Ende neue Gewerbeflächen entstehen könnten.

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