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Selbstbestimmt Lernen ohne Druck: Eltern planen Freie Schule

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Von: Joel Schmidt

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Setzen auf Basisdemokratie und Eigeninitiative beim Lernen: Tamara Zieger, Leslie Valtin, Sebastian Telschow, Janina Klósz und Alina Todorova (von links) gehören zum Gründungsteam der Freien Schule „Lanika“.
Setzen auf Basisdemokratie und Eigeninitiative beim Lernen: Tamara Zieger, Leslie Valtin, Sebastian Telschow, Janina Klósz und Alina Todorova (von links) gehören zum Gründungsteam der Freien Schule „Lanika“. © Privat

Der Förderverein „Lanika“ möchte in Langen eine Freie Schule gründen. Das Konzept ist bereits ausgearbeitet, doch es mangelt noch an einem Gebäude. Auch eine Genehmigung steht noch aus.

Langen – „Für mich war immer klar, dass mein Kind nicht auf eine Regelschule gehen soll“, erzählt Leslie Valtin. Gemeinsam mit ihrer Freundin Tamara Zieger hat sie daher vor knapp einem Jahr einen Plan gefasst: die Gründung einer Freien Schule in Langen. Diese soll einmal bis zu 90 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen eins bis zehn beherbergen. Statt der klassischen Hierarchie soll sie auf demokratischen Strukturen und reformpädagogischen Ansätzen basieren. Was das bedeutet? Die Schülerinnen und Schüler haben Mitbestimmungsrecht und können „selbst entscheiden, wann, wo, wie und mit wem sie lernen“, erklärt Valtin.

Bereits seit 20 Jahren arbeitet die Förderschullehrerin im pädagogisch-sozialen Bereich und kann somit auf einiges an Erfahrung zurückblicken. Ihr Eindruck: Noch viel zu häufig würden Kinder als defizitär betrachtet und damit das Bild vermittelt, diese müssten von außen zum Lernen motiviert und zu diesem Zweck ständig unter Druck gesetzt werden.

Bei der Freien Schule „Lanika“, dessen Team aus mittlerweile zehn Erwachsenen besteht, wollen sie andere Wege gehen. „Jede Schülerin und jeder Schüler soll in seiner Individualität gesehen und wertgeschätzt werden“, sagt Valtin. Das Konzept der Schule fußt daher auf wissenschaftlichen Grundlagen darüber, wie menschliches Lernen funktioniert. „Die Schülerinnen und Schüler sollen sich ausprobieren, experimentieren, spielen und eben auch Fehler machen können“, beschreibt sie die Idee des selbstbestimmten Lernens. Der Gedanke dahinter: Kinder lernen früh Verantwortung zu übernehmen – für sich, genauso wie für andere. Ein weiterer wichtiger Baustein bestehe darin, „das Lernen an die Erfordernisse unserer Lebenswelt anzupassen“. Im Zeitalter der Digitalisierung sei daher auch der Einsatz einer individuellen Lernsoftware geplant. Neben ausgebildeten Lehrerinnen und Pädagogen sollen auch immer wieder Experten aus verschiedenen Fachgebieten hinzugezogen werden. Je nach Bedarf können das Informatikerinnen, Handwerker, Architekten oder Psychologinnen sein.

Gründung einer Freien Schule in Langen: Prüfung durch Schulamt steht noch aus

Die Nachfrage nach einer Freien Schule in Umkreis sehen Valtin und das Team von „Lanika“ als gegeben an, auch Gespräche mit Verantwortlichen der Stadtpolitik in Langen und Egelsbach hätten sie in ihrem Vorhaben bestärkt, einen Antrag beim zuständigen Staatlichen Schulamt in Frankfurt zu stellen, um als staatliche Ersatzschule anerkannt zu werden. Nach über einem Jahr Arbeit „haben wir eigentlich alles beisammen“, sagt Leslie Valtin. Das Konzept sei geschrieben, ein Haushaltsplan ausgearbeitet und für ausreichend Mitarbeiter gesorgt. „Das Einzige was jetzt noch fehlt, ist ein passendes Gebäude.“

Vorausgesetzt natürlich, das Schulamt Frankfurt erteilt dem Projekt eine Genehmigung. Für die Prüfung des Antrags müssen Amtsleiterin Evelyn Spyra zufolge mehrere Bedingungen erfüllt sein: Die pädagogische Konzeption, die räumlichen Bedingungen und ein ausgeglichener Wirtschaftsplan müssten genauso nachgewiesen werden wie die Angemessenheit des veranschlagten Schulgeldes. Konkretere Angaben zum Vorhaben des „Lanika“-Teams könne das Amt zum derzeitigen Zeitpunkt allerdings noch nicht machen. (Joel Schmidt)

Förderverein Lanika

Das Konzept der Freien Schule sowie Kontakt zum Förderverein gibt es auf der Homepage der Initiative.

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