Forum Langen

„Problem-Parkhaus“: Anwohner sind stark genervt

Das Parkhaus am Forum Langen sei auch nachts so hell, dass es in die Wohnungen hineinleuchte, bemängelten Anwohner bereits im November. Der Investor will bei der Fassade nachbessern – aber passiert ist noch nichts.
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Das Parkhaus am Forum Langen sei auch nachts so hell, dass es in die Wohnungen hineinleuchte, bemängelten Anwohner bereits im November. Der Investor will bei der Fassade nachbessern – aber passiert ist noch nichts.

Zu dem im November eröffneten Forum Langen gehört auch ein Parkhaus. Das ist zwar noch nicht seiner Bestimmung übergeben, sorgt aber für Ärger bei den Anwohnern.

Langen – Alles beginnt damit, dass sich Nachbarn durch die Beleuchtung gestört fühlen. Noch vor der Eröffnung des Forums sei die volle Beleuchtung eingeschaltet gewesen, berichtet ein Anwohner aus der Weserstraße. „Auch nachts ist es taghell. Das Parkhaus belästigt ununterbrochen die Nachbarschaft mit der intensiven Leuchtkraft“, schildert er.

Da die Schlaf- und Kinderzimmer der meisten Wohnungen im Haus auf der Nordseite – also auf der dem Parkhaus zugewandten Seite – liegen, sei an Nachtruhe nicht zu denken gewesen. Zudem sorgten sich die Nachbarn bereits darüber, dass die im Parkhaus umherfahrenden Autos mit ihren Scheinwerfern direkt in ihre Wohnungen leuchten.

Der Investor, die Firma HBB aus Hamburg, habe bei der Vorstellung des Projektes eine Fassadenverkleidung in Richtung der Bestandsbebauung versprochen, die der Umgebung entspricht. Das sehen die Anwohner als nicht erfüllt und finden überdies, das Parkhaus sei überdimensioniert. Mit ihrer Kritik haben sich die Anwohner an Bürgermeister Jan Werner gewandt und wähnten ihre Botschaft als angekommen: Die HBB sicherte zu, die Fassadengestaltung zu überarbeiten.

Problem-Parkhaus in Langen: Nächtlicher Motorenlärm und Treffpunkt für Jugendliche

Seit Dezember ist das Parkhaus an der Liebigstraße nun teilweise eingerüstet. Doch passiert ist seither nichts, monieren die Anwohner. Im Gegenteil: Es kamen neue Probleme hinzu. Zwischenzeitlich hätten rücksichtslose Zeitgenossen auf den oberen Parkdecks nächtliche Spritztouren unternommen und die Anwohner mit aufheulenden Motoren oder durch ihre Scheinwerfer gestört.

Die Parkdecks sind mittlerweile gesperrt genauso wie der Fahrstuhl, in dem Kinder und Jugendliche aus Jux immer wieder hoch- und runtergefahren sind. Dennoch berichten Nachbarn von Jugendlichen, die in Gruppen auf dem Parkdeck herumlungern.

Problem-Parkhaus birgt Gefahren: Kinder sausen mit Bobby-Cars Auffahrt herunter

Mehrere Anwohner haben sich nun an die Wählerinitiative WiLa gewandt, von der sie sich Unterstützung in der Sache erhoffen. „Nach wie vor hängen Jugendliche dort ab und genießen mit einem Döner die schöne Aussicht, ganze Familien inspizieren den so gut wie nicht genutzten Komplex.

Kinder turnen auf dem frei zugänglichen Gerüst herum oder sausen mit Bobby-Cars die Auffahrten hinunter, während ältere Jugendliche leer stehende Parkdecks als Fußballplatz nutzen“, gibt deren Fraktionsvorsitzender Joost Reinke ihm zugetragene Beobachtungen wieder.

Die Lärmbelästigung sei bis in die späten Abendstunden hoch. Die Anwohner verzweifeln zunehmend, fühlen ihre Sorgen und Bedenken nicht gehört. Sie sind enttäuscht von Stadt und Investor. „Ihnen wurde vieles versprochen, aber nur weniges eingehalten“, fasst es die WiLa nach einem Ortstermin mit Anwohnern zusammen.

Zunehmend verzweifelt über die „Problemzone Parkhaus“: Diese Anwohnerinnen fühlen sich von der Politik alleingelassen. Sie haben sich nun an die WiLa gewandt.   

Bürgermeister steht wegen Forum-Parkhaus mit Anwohner in Kontakt

Auch Bürgermeister Jan Werner steht mit Anwohnern des Parkhauses in Kontakt. Den Vorwurf, dass die Stadt sich nicht für diese einsetzt, will er nicht so stehenlassen. Die Stadt vermittele so gut es geht, aber Werner stellt klar: „Es handelt sich um ein privates Grundstück.“

Der Einflussbereich der Verwaltung sei daher begrenzt. Das Parkhaus basiere auf einer gültigen Baugenehmigung und einem städtebaulichen Vertrag – vom Stadtparlament damals so beschlossen. Was nicht so gelaufen sei wie geplant, war der Fassadenbau.

„Es war mit der HBB abgesprochen, dass die Fassade der Stadt noch mal gezeigt wird“, sagt Werner. Das sei nicht passiert. Sobald aber klar war, dass es eine Belästigung durch Lichtemissionen gibt, habe die Stadt den Investor und das Regierungspräsidium Darmstadt kontaktiert.

Daraufhin habe die HBB zugesichert, das Parkhaus umzubauen, damit die Blendung durch ein- und ausfahrende Fahrzeuge reduziert wird. Wann das geschieht, das könne die Stadt aber nicht beeinflussen. „Auch ich bin nicht glücklich mit der Situation“, sagt Werner.

Problem-Parkhaus: Bürgermeister wünscht sich Sicherheitsdienst

Er würde sich von der HBB wünschen, dass diese wieder einen Sicherheitsdienst – den es bis vor gut einem Monat gab – einstellt, solange das Parkdeck als Treffpunkt genutzt werde. Werner betont aber, dass die Anwohner Lärmbelästigungen oder nicht coronakonforme Treffen der Polizei melden sollen, nicht der Stadt.

Diana Schreiber-Kleinhenz, zuständige Centermanagerin der HBB, erklärt, dass die für den Umbau erforderlichen Anträge gestellt wurden. „Wir warten auf die Genehmigungen.“ Die HBB sei an einer schnellstmöglichen Lösung interessiert und wolle natürlich auch nicht, dass das Parkhaus als Spielplatz oder Feierort genutzt werde.

Deshalb sei es ja gesperrt. Den Sicherheitsdienst habe es zwischendurch gegeben, er wurde wieder ausgesetzt. Sie stehe in engem Kontakt mit den Anwohnern, betont Schreiber-Kleinhenz. „Eine nachbarschaftlich gute Einigung ist uns wichtig. Wir wollen allen gerecht werden, damit sich keiner gestört fühlt.“ Nun sei man aber erst mal von den Baugenehmigungen abhängig. Solange kann auch Schreiber-Kleinhenz nur raten, im Falle einer Störung direkt die Polizei zu rufen.

Schon vor dem Bau des Einkaufszentrums hat es in Langen Unruhen gegeben. Die Anwohner hatten schon damals Bedenken geäußert. (Julia Radgen)

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