KVG und Polizei lehren schlichten

Rüstzeug für Zivilcourage

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Zum Zertifikat gratulierten (von links) Schulsozialarbeiterin Christine Voss, Linn Locke (KVG), Andreas Maatz (Geschäftsführer KVG) den AES-Schülern Ali Al Takrite, Sonja Hamidi, Navid Hesari, Florian Thrän, Morgan Friedrich, Arjan Thrän, Simo Biskin, Khalil Yarbo, Aiza Ahmad. Glückwünsche gab es auch von (weiter von links) Brigitte Ravensberger (Stadtwerke), Erstem Stadtrat Stefan Löbig, Schulleiterin Susanne Fritz, Kreisbeigeordneter Claudia Jäger und dem Jugendkoordinator der Polizei, Björn Ritz.

Langen - Wenn es in Bus oder Bahn Streit gibt – jemandem etwa das Handy weggenommen wird oder ein Schulranzen durch die Luft fliegt –, sind mutige Mitfahrer gefragt, die sich einmischen und schlichten.

Jugendliche der Albert-Einstein-Schule wurden dafür nun von KVG und Polizei ausgebildet. Statt Mathe, Deutsch und Naturwissenschaften haben sich die Albert-Einstein-Schüler aus den Jahrgangsstufen sieben und acht an vier Projekttagen damit beschäftigt, wie man Streit in öffentlichen Verkehrsmitteln schlichtet und in brenzligen Momenten eingreift. Diese Schulung zum „Bus- und Bahnbegleiter“ veranstaltet die Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (KVG) zusammen mit der Polizei.

Schulleiterin Susanne Fritz und KVG-Geschäftsführer Andreas Maatz überreichten den zehn Schülern der Integrierten Gesamtschule nun zusammen mit der Kreisbeigeordneten Claudia Jäger die Zertifikate. „Wer in Bus und Bahn aufsteht und in schwierigen Situationen einen Streit schlichten will, beweist Mut und Zivilcourage“, lobt Jäger.

Wichtig sei dabei immer, dass die Jugendlichen ihre Grenzen kennen und sich nicht selbst überschätzen, damit sie sich nicht selbst in Gefahr bringen. Wichtige Tipps gab ihnen Björn Ritz, Jugendkoordinator des Polizeipräsidiums Südosthessen. Dem Polizeioberkommissar ist es besonders wichtig, den jungen Leuten zu vermitteln, wie sie sich selbst schützen und in Konfliktsituationen nicht zum Opfer werden. Dafür stellten die Schüler einige Szenen in Rollenspielen nach. Zudem standen Themen wie die Wirkung der Körpersprache und eine vermittelnde Gesprächsführung auf dem Plan und die Jugendlichen hatten die Möglichkeit, mit einem Busfahrer zu sprechen. Von ihm erfuhren sie, dass Stress oft von Gleichaltrigen ausgeht, die auf der Bank in der letzten Reihe sitzen. „Die Schüler werden künftig mit mehr Selbstbewusstsein unterwegs sein, da sie gelernt haben, wie man andere anspricht und den Kreis der Helfenden vergrößert“, resümiert Jäger. (jrd)

In Gewaltkonflikten richtig verhalten

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