Interner Preis

Pflegeteam der Asklepios Klinik Langen für Intensivkonzept ausgezeichnet

Sedierungsfreie Station: Prof. Christoph Herborn vom Asklepios-Vorstand gratulierte (hinten, von links) Chefarzt Prof. Hans-Bernd Hopf, Leonhard Bölke (Co-Leiter Intensivstation), Pflegedienstleitung Nadine Hausfeld, Alize Takil (Trainee) und (vorne, von links) der Leiterin der Intensivstation Astrid Vogt sowie den Pflegerinnen Nina Bischoff und Birgit Kappes, die den Scheck und die Urkunden präsentieren. Auch Geschäftsführer Jan Voigt ist stolz aufs Team.
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Sedierungsfreie Station: Prof. Christoph Herborn vom Asklepios-Vorstand gratulierte (hinten, von links) Chefarzt Prof. Hans-Bernd Hopf, Leonhard Bölke (Co-Leiter Intensivstation), Pflegedienstleitung Nadine Hausfeld, Alize Takil (Trainee) und (vorne, von links) der Leiterin der Intensivstation Astrid Vogt sowie den Pflegerinnen Nina Bischoff und Birgit Kappes, die den Scheck und die Urkunden präsentieren. Auch Geschäftsführer Jan Voigt ist stolz aufs Team.

Für ihr Konzept der „sedierungsfreien Intensivstation“ hat die Langener Klinik den Asklepios Award in der Kategorie Pflege erhalten. Die zu den größten deutschen Klinikbetreibern zählende Asklepios-Gruppe vergibt den Preis seit 2005. Es bewarben sich 33 zum Konzern gehörige Häuser – vom großen Maximalversorger bis zur kleinen Spezialklinik oder Reha-Einrichtung.

Langen – In der Kategorie Pflege konnte die Langener Intensivstation die Jury überzeugen. In den vergangenen sechs Jahren wurde in Langen ein Konzept erarbeitet, bei dem möglichst vermieden wird, Patienten Beruhigungsmittel zu verabreichen: Auf der „sedierungsfreien Intensivstation“ sei es das Ziel, Patienten nicht in ein künstliches Koma zu versetzen, sondern wachzuhalten – auch wenn sie an ein Beatmungsgerät angeschlossen sind – und möglichst früh wieder zu mobilisieren, erklärt Astrid Vogt, Leiterin der Intensivstation. Dies bedeute enormen pflegerischen Aufwand: Ein wacher Patient rufe öfter nach Schwestern und Pflegern. Es sei dies jedoch „das Beste, was man machen kann“ für die Patienten, sagen Vogt und ihr Stellvertreter Leonhard Bölke.

Die Patienten liegen kürzer auf der Intensivstation, haben bessere Überlebenschancen und können schneller in ihr Alltagsleben zurückkehren. Bisher werde ein solches Konzept erst an wenigen Kliniken praktiziert. Vorreiter für sedierungsfreie Intensivmedizin ist hierzulande die Uniklinik Freiburg. Mit der Bewerbung für den Asklepios Award habe man zeigen wollen, „wie weit wir in diesem relativ kleinen Haus pflegerisch sind“ und andere auf das Konzept aufmerksam machen wollen, so Vogt.

„Die Patienten in Langen profitieren von einer optimalen intensivmedizinischen Versorgung“, lobte Professor Christoph Herborn, Medizinischer Direktor und Vorstand von Asklepios, der in der Jury saß und die Auszeichnung übergab. Es sei ein „großes Alleinstellungsmerkmal“, dass Patienten hier so versorgt werden. „Die Asklepios Klinik Langen muss sich auch hinter größeren Universitätskliniken nicht verstecken“, so Herborn. Andere Kliniken der Gruppe sollen den Langener intensivmedizinischen Standard aufnehmen.

Auch Covid-19-Patienten versorgt

In den vergangenen Monaten haben die Pflegekräfte auf der Intensivstation, die unter Professor Hans-Bernd Hopf, Ärztlichem Direktor und Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Perioperative Medizin und Pflegedienstleiterin Nadine Hausfeld arbeitet, auch zahlreiche Corona-Patienten versorgt und mit Ecmo-Maschinen behandelt. Die kleinen Herz-Lungen-Maschinen ermöglichen es, das Blut eines Corona-Patienten wieder mit Sauerstoff anzureichern, wenn die Lunge dazu nicht mehr in der Lage ist. Entscheidend sei aber, was die Mitarbeiter mit dem technischen Gerät beim Patienten bewirkten, lobte Klinik-Geschäftsführer Jan Voigt. Der Asklepios Award bedeute für sie Anerkennung jahrelanger medizinischer Arbeit auf Maximalversorgerniveau.

Der Fachwelt stellte die Langener Klinik ihr Konzept beim Langener Intensivpflege-Symposium vor. Mit dem Preisgeld in Höhe von 2000 Euro soll laut Vogt 2021 eine weitere Auflage organisiert werden. jrd

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