Lebensmittelmarkt in der Bahnstraße

Auf dem Weg zum Magneten

Langen - Im Fachmarktzentrum an der Pittlerstraße stehen die ersten Ladeneröffnungen unmittelbar bevor. Zudem hat die Stadt mit dem Quartierszentrum am Bahnhof als Entree des Wohngebiets Liebigstraße große Pläne aufs Gleis gesetzt. Von Markus Schaible

Damit die obere Bahnstraße da nicht untergeht, will der Magistrat nun einen wichtigen Schritt unternehmen. Auch wenn die Skizze auf den Werbe-Flugblättern des Discounters nicht stimmt (sie beschreibt den Weg zur Pittler Berufsausbildung GmbH): Aldi ist ab kommenden Donnerstag im Neubau im Fachmarktzentrum an der Pittlerstraße zu finden. Gleichzeitig eröffnet der Edeka-Markt Erkan auf dem Gelände seinen neuen Getränkemarkt. Und auch die Bauarbeiten für den Toom-Baumarkt schreiten voran; Verkaufsstart soll im August sein.

Dass gleichzeitig die Pläne, nördlich des Bahnhofs Flächen für Fachmärkte auszuweisen (Quartierszentrum), vorangetrieben werden, schürt bei den Einzelhändlern in der Innenstadt Ängste. Und nicht nur bei ihnen: Viele Langener befürchten ein Aussterben der Innenstadt – oder eine weitere Zunahme von Wettbüros und Co.

„Wir haben die Entwicklung an der oberen Bahnstraße aber nicht vergessen“, heißt es jetzt aus dem Rathaus. Ganz im Gegenteil: Für den Bau eines „Einkaufsmagneten“ gegenüber der Einmündung Zimmerstraße habe der Magistrat jetzt eine wichtige Weiche gestellt.

Demnach ist geplant, mit der Open Mainded Projektentwicklung AG aus Frankfurt eine Kooperationsvereinbarung für die Realisierung des Projekts zu schließen. Entstehen soll der Magnet auf einer rund 1000 Quadratmeter großen Fläche im Bereich der Hausnummern 39 bis 43.

Vorhaben soll mehr Kunden anlocken

Die Kooperationsvereinbarung bildet nach den Worten von Bürgermeister Frieder Gebhardt den Startpunkt für die weitere Konkretisierung und Umsetzung des Vorhabens. Es soll die obere Bahnstraße attraktiver machen und durch das zusätzliche Angebot mehr Kunden anlocken.

Welche Geschäfte den Magneten bilden, steht heute jedoch noch nicht fest. „Im Idealfall handelt es sich um eine Ansammlung mehrerer Einzelhändler mit einem großflächigen Laden als Hauptfrequenzbringer“, sagt Gebhardt. Am besten eigne sich dafür ein Lebensmittelmarkt, weil er Waren für den täglichen Bedarf anbiete – eine bereits in Langen ansässige Supermarktkette soll dem Vernehmen nach starkes Interesse an dem Standort haben.

„Wenn dort viele Leute einkaufen, profitieren auch umliegende Geschäfte, an denen die Kunden vorbeikommen. Daher ist der Magnet ein ganz wichtiger Baustein für die Zukunft der oberen Bahnstraße“, betont der Bürgermeister.

In oberen Stockwerken könnten Büros entstehen

Die Stadt hat in den vergangenen Jahren Häuser und Grundstücke angekauft, um das Vorhaben auf einer ausreichend großen Fläche zu ermöglichen. Zugleich wurden Gespräche mit Investoren und Projektentwicklern geführt. Als geeigneter Partner habe sich die Open Mainded Projektentwicklung AG erwiesen, mit der nun ein Kooperationsvertrag abgeschlossen werden soll. Das Unternehmen habe sich vor allem wegen seiner regionalen Orientierung, seinen Erfahrungen mit ähnlichen Konzepten und seiner guten Referenzen empfohlen, wie Gebhardt mitteilt.

Neben einem großflächigen Lebensmittelmarkt im Erdgeschoss und weiteren Einzelhandelsgeschäften könnten in den oberen Stockwerken Büros und Wohnungen entstehen. Nach Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung werden Stadt und Projektentwickler an einem umsetzungsfähigen Konzept für den Magneten arbeiten und dies dann in einem städtebaulichen Vertrag festschreiben.

Zunächst muss darüber jedoch die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 5. Juni, einen Beschluss fassen. Zuvor berät am Mittwoch, 7. Mai, der Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr das Thema. Beide Sitzungen beginnen um 20 Uhr im Rathaus.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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