Sitzmöbel, Spielfelder und Freiluft-Kino 

Ideen gegen Tristesse auf Platz der Deutschen Einheit 

Der 2010 eingeweihte Platz der Deutschen Einheit auf dem Areal des ehemaligen Übergangswohnheims im Nordend siecht vor sich hin. Schüler der Adolf-Reichwein-Schule wollen etwas dagegen tun. 

Langen - Für die Schülergruppe „Robokings“ der Adolf-Reichwein-Schule ist die geballte Trostlosigkeit Herausforderung und Aufgabe im Rahmen des aktuellen Bildungswettbewerbs der First Lego League (FLL).

Wie lässt sich der Platz der Deutschen Einheit verschönern und beleben? Dazu haben die jungen Lego-Roboter-Bastler Ole Vogel, Jacob Bürkle, Karl Kremser und Jonas Kolle im Quartier die Meinungen von Anwohnern und weiteren Interessierten abgefragt. Die so gewonnenen Erkenntnisse und Denkanstöße haben die Schüler – ganz wie es sich für junge, weitsichtige Forscher gehört – zu einem Bündel an Ideen und Problemlösungen aufbereitet und jenes noch vor dem Gang in die Weihnachtsferien Bürgermeister Frieder Gebhardt und Erstem Stadtrat Stefan Löbig präsentiert.

Als größtes Manko stellen sich die wenigen Schattenspender und Sitzmöglichkeiten auf der Freifläche in den Sommermonaten dar, lesen die Rathaus-Verantwortlichen. Senioren klagen über mangelnde Möglichkeiten zur Beschäftigung, jüngere Anwohner vermissen Spielgeräte für Kinder. „Früher hat die CDU zum Tag der Deutschen Einheit hier noch ein Fest organisiert, das gibt es ein paar Jahre schon nicht mehr. Die Wasserspiele sind seit Anfang des Jahres abgeschaltet und der viele Müll“, geben die Schüler den O-Ton einer älteren Dame wieder.

Für ihren – vom Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) unterstützten – Wettbewerbsbeitrag „City shaper“ haben die Robokings unter anderem ein innovatives Sitzmöbel entworfen. Um sommerlichen Erfordernissen gerecht zu werden, sollte dieses mit einem Solarzellen-Dach ausgestattet werden. „Das würde genügend Energie für eine LED-Beleuchtung und einen WLAN-Hotspot erzeugen.“ Die Sitzgelegenheit ist an das Vorbild der „City trees“ der digitalen Stadt angelehnt. „Etwas Aufwand steckt da schon drin – insofern raten wir, die Stadtwerke und die Pittler ProRegion Ausbildungs GmbH mit ins Boot zu holen“, merken die Reichwein-Schüler an.

Um einiges kostengünstiger und schneller umsetzbar seien Projekte zur Steigerung der Attraktivität für Kinder: Ein im Bereich des gepflasterten Areals aufgemalter Verkehrsübungsplatz ist für kleine Fahranfänger und Rollerfahrer gleichermaßen attraktiv, im gleichen Stil könnte man ein Hüpfspiel „Himmel und Hölle“ entwerfen.

Gebhardt und Löbig gaben den Schülern mit, dass aus ihrer Sicht nichts gegen einen neuen Anlauf für einen wöchentlichen Markt spreche, sobald das Neubaugebiet Liebigstraße bewohnt sei. Ein Foodtruck-Festival mit Livemusik und ein Freiluftkino könnten weitere Höhepunkte im Nordend-Veranstaltungskalender werden.

Erfreulich für alle Anwohner und schon jetzt spruchreif, weil beschlossene Sache ist: Im Frühjahr 2020 werden die Wasserspiele wieder instand gesetzt.  hob

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