Prozess

Amtsrichter verurteilt 26-Jährigen wegen unerlaubten Fahrens zu Bewährungsstrafe

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Prozess wegen Fahrens ohne Führerschein und mit mächtig Promille. (Symbolbild)

Beim dritten Mal kommt’s dicke: Zweimal ist ein 26-jähriger Langener bereits wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis verurteilt worden, nun brummt ihm Amtsrichter Volker Horn die dritte Sanktion auf.

Langen/Egelsbach – Diesmal gibt es keine Geldstrafe für den Wiederholungstäter, sondern vier Monate Haft auf Bewährung und ein Jahr Führerscheinsperre. Teuer wird es außerdem: 750 Euro an die Stiftung Denkmalschutz und die Verfahrenskosten muss der junge Mann berappen. Denn zum unerlaubten Fahren kommen in der Anklageschrift noch weitere Verstöße oben drauf: fahrlässige Körperverletzung, Trunkenheit am Steuer und Urkundenfälschung.

Immerhin ist der Angeklagte in allen Punkten geständig. Am 10. Februar 2018 fährt er im Egelsbacher Kurt-Schumacher-Ring mit einem VW-Bus seinem Vordermann auf. Der Langener rechtfertigt sich: „Der BMW wollte plötzlich vor der Kreuzung trotz durchgezogener Linie zum Rewe abbiegen. Da bin ich ihm seitlich hinten links rein gefahren!“ Er verursacht 9 000 Euro am anderen Fahrzeug, die darin sitzende Beifahrerin erleidet ein Schleudertrauma..

Ein paar Monate später, am 2. Mai, zieht die Polizei einen VW Passat in der Langener Bahnstraße aus dem Verkehr. Der Fahrer hat dabei 1,46 Promille im Blut, in seinem bulgarischen Führerschein steht der Name Mehmet Ismet.

Schnell finden die Verkehrskontrollbeamten heraus, dass in dem Dokument lediglich das Foto echt ist. Dazu sagt der Langener: „Ich hab den in Deutschland gekauft, ich brauchte nur ein Passfoto, angeblich war der rechtens!“ „Sie erwerben einen bulgarischen Führerschein, ohne jemals dort gewesen zu sein. Wie kommen Sie darauf, dass das in Ordnung sein kann?“, will Horn wissen. Verteidiger Nasser Nuri nimmt seinen Mandanten in Schutz: „Er hat eingesehen, dass es ein Fehler war. Er hatte damals wirtschaftliche Probleme, seine Firma ging insolvent. Inzwischen hat er sich auch zur MPU angemeldet, um die Fahrerlaubnis auf legalem Weg zu erlangen.“

Nuri plädiert für eine weitere Geldstrafe, die diesmal die Grenze von 90 Tagessätzen überschreitet und damit im Führungszeugnis auftaucht. Bislang hatten die Schuldsprüche immer darunter gelegen – der Mann galt somit nicht als vorbestraft. Doch das ist sowohl der Staatsanwaltschaft als auch dem Richter zu wenig. Immerhin kann Horn wegen des Geständnisses auf die vier geladenen Zeugen verzichten, der Prozess ist nach einer knappen Stunde erledigt. „Es tut mir leid, ich hab jetzt endlich draus gelernt!“, beteuert der junge Mann. Richter Horn: „Sie haben einen guten Eindruck hinterlassen, deshalb soll die erste Haftstrafe auf Bewährung als Warnung ausreichen!“

VON SILKE GELHAUSEN

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