Stadt gibt Stellungnahme ab

Vom Nutzen für die RTW überzeugt

Langen - Mit einer eigenen Stellungnahme im Zuge der „frühen Öffentlichkeitsbeteiligung“ für die Regionaltangente West (RTW) macht sich die Stadt stark für eine Verlängerung der Trasse bis Langen. Von Markus Schaible 

Bislang soll die neue Schienenverbindung vom Hochtaunuskreis über den Flughafen in den Kreis Offenbach in Buchschlag enden. „Bis zu uns fehlen drei Kilometer und für die wollen wir uns mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einsetzen“, betont Erster Stadtrat Stefan Löbig (Grüne) mit Blick auf die bislang vorliegenden Planungen für die RTW (unsere Zeitung berichtete). Die Verlängerung bis Langen ist einmütiger Wunsch der Stadtverordnetenversammlung, was sich nun in der Stellungnahme an die Planungsgesellschaft niederschlägt. Der Magistrat macht in dem Schreiben deutlich, dass es technisch machbar ist, die neue Linie bis zu den beiden Haltepunkten Flugsicherung und Bahnhof Langen fahren zu lassen.

Zuvor hatte die Stadt auf eigene Kosten eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchungen und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sprechen nach Löbigs Worten eine klare Sprache.

Demnach ist kein zusätzliches Gleis für Langen erforderlich (dessen hohen Kosten hatten 2003 dazu geführt, dass Langen bei der ursprünglichen Planung nicht berücksichtigt wurde). Vielmehr könne die RTW die vorhandenen S-Bahn-Gleise nutzen. Erforderlich wäre allerdings ein zusätzlicher Bahnsteig im Langener Bahnhof. In Buchschlag wäre ein Umstieg in die Dreieichbahn auf dem gleichen Bahnsteig nicht möglich, was aber der aktuellen Planung entspricht.

Alles zur Regionaltangente West

Nach Löbigs Worten würde die RTW-Weiterführung nach Langen nach derzeitigem Stand 15 Millionen Euro kosten. Dem stünden sieben Millionen an Einsparungen an einer Gleisunterführung in Neu-Isenburg gegenüber. Die Netto-Mehrkosten von acht Millionen seien bei einem Gesamtvolumen im mittleren dreistelligen Millionenbereich zu vernachlässigen.

Denn in Langen sind sich Politiker und Verwaltung sicher, dass die im Sommer erwartete Nutzen-Kosten-Untersuchung bei einer Verlängerung deutlich besser ausfällt. Immerhin liegen in einem 1000-Meter-Radius um die beiden Bahnhöfe große bestehende und geplante Wohn- und Gewerbegebiete mit vielen potenziellen Nutzern; der Regionalbahnhalt bringt weitere Fahrgäste aus Richtung Darmstadt und Heidelberg. Bei der Untersuchung geht es aber nicht nur um den Erlös aus dem Fahrscheinverkauf, sondern auch um den volkswirtschaftlichen Nutzen eines besseren Personennahverkehrs, der den Staus auf den Straßen entgegenwirkt.

Bus, Bahn und Tram -Metropolen im Test

Parallel zu seiner Stellungnahme hat der Magistrat bei dem für die Strecke zuständigen Ingenieurbüro eine entsprechende Umplanung in Auftrag gegeben. Auch dafür hatte das Parlament Geld zur Verfügung gestellt. Insgesamt belaufen sich die Ausgaben für die städtischen Initiativen bisher auf rund 80.000 Euro. „Dank des engagierten Einsatzes der Stadtverordnetenversammlung können wir jetzt noch die Weichen für unseren RTW-Anschluss stellen“, gibt sich Löbig zuversichtlich.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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