Uwe und Sandra Mundt führen seit 20 Jahren eine Schule

„Tanzen lernen kann jeder“

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Beim Tanzen sind schon viele Paare zusammengekommen. Aber ebenso viele sind auch auseinander- gegangen. Uwe Mundt Die Freude am Tanzen und der Spaß am Umgang mit Menschen treiben Sandra und Uwe Mundt an. Das 20-jährige Bestehen seiner Tanzschule feiert das Paar am Sonntag mit einem Tag der offenen Tür.

Langen – Tanzen bewegt das Land. Im Fernsehen begeistern Sendungen wie „Let’s Dance“ oder „Masters of Dance“, Filme wie „Dirty Dancing“ haben Kultstatus. Sandra und Uwe Mundt brennen für den Tanzsport. Von Vanessa Kokoschka

Das Ehepaar gehört zu den Menschen, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben – und das erfolgreich. Ihre Tanzschule besteht seit 20 Jahren – gefeiert wird das unter anderem am Wochenende mit einem Tag der offenen Tür. Cha Cha Cha, Hip-Hop, Salsa, Walzer & Co. geben den Takt im Leben des Ehepaars an. Als Jugendliche haben Sandra und Uwe Mundt ihre Freude am Tanzen entdeckt – und sind seitdem dabei geblieben. Getreu dem Motto „Umwege erhöhen die Ortskenntnis“ hat Uwe Mundt noch eine Banklehre absolviert und Wirtschaftspädagogik studiert. Doch dem Tanzen blieb er treu: „Ich habe den Sport immer sehr intensiv nebenbei ausgeübt und auch professionell bei Turnieren getanzt.“ So trat der Frankfurter als Finalist unter anderem bei den German Opens an. Insofern sei der Kontakt zu den Tanzschulen des Allgemeinen Tanzlehrerverbandes (ADTV) stets eng gewesen und der Schritt zur Tanzlehrer-Ausbildung lag auf der Hand.

Im Januar 1999 eröffnet Uwe Mundt seine eigene Tanzschule, die er heute gemeinsam mit seiner Ehefrau leitet. Später folgen eine weitere in Hanau sowie Kurse im Sprendlinger Bürgerhaus. Zudem ist der 51-jährige Mitinhaber der Berufsschule für Tanzlehrer in Langen und als Wertungsrichter gelegentlich bei Turnieren im Einsatz. Mit seinen Tanzschulen ist Mundt Mitglied im ADTV, dem nach eigenen Angaben größten Dachverband seiner Art weltweit.

„Tanzen lernen kann jeder.“ Davon ist Uwe Mundt überzeugt, und diese Devise versucht er gemeinsam mit seinem Team in der Praxis umzusetzen. „Die einen lernen schneller, die anderen langsamer. Das ist in jedem Lebensbereich so. Aber meine Aufgabe als Tanzlehrer ist es, jeden mitzunehmen.“

Sandra Mundt sieht das ähnlich. Auch sie ist ausgebildete ADTV-Tanzlehrerin. Gemeinsam mit sieben Mitarbeitern bietet das Paar Tanzkurse für alle Altersklassen an: von Kindern bis zu Senioren. Sogar die Jüngsten, die noch krabbeln, sind in der Tanzschule unterwegs und treffen sich mit ihren Müttern im Baby-Club.

Die Freude am Tanzen und der Spaß am Umgang mit Menschen treiben die Mundts an. „Als Tanzlehrer musst du immer gute Laune haben. Auch wenn privat mal was passiert, musst du danach in die Tanzstunde“, sagt Uwe Mundt. In vier Tanzsälen finden im Laufe des Tages Kurse statt, von Breakdance bis hin zu den Gesellschaftstänzen. Neben Laien trainiert das Tanzschulteam auch Wettkampfsportler. Erst vor Kurzem haben die Junioren bei der Europameisterschaft den dritten Platz belegt. Der Lohn fürs Training glänzt in den Regalen: Pokale unterschiedlichster Größen. „Und das sind nicht mal alle. Ein Teil steht noch in der Hanauer Tanzschule“, kommentiert Uwe Mundt.

Der Ruf von Tanzschulen hat sich über die Jahre  gewandelt: Während viele Jugendliche früher einen Tanzkurs als altbackene Pflichtveranstaltung sahen, gilt Tanzen heute als beliebte Freizeitbeschäftigung. „Ob junge Menschen noch immer zu Tanzkursen überredet werden müssen, weiß ich nicht“, sagt Mundt schmunzelnd. „Aber die Quote derjenigen, die bei uns weitermachen, ist sehr hoch.“ Auch seien Jungen in Tanzschulen nicht mehr rar. „Bei uns ist das relativ ausgeglichen. In Großstädten gibt es das Problem eher“, weiß Mundt. Natürlich spielt die Etikette beim Tanzen ebenfalls eine Rolle. Und so bringt ein „Anti-Blamier-Training“ den Jugendlichen die Benimmregeln nahe.

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Auch bei den Erwachsenen sind Gesellschaftstänze stark gefragt. „Der Cha Cha Cha ist einer der beliebtesten Tänze, allerdings nicht der einfachste“, stellt Mundt fest. Salsa werde ebenfalls häufig nachgefragt. „Die Gegend zwischen Frankfurt und Darmstadt ist eine Hochburg des Salsa.“ Warum gerade dieser Tanz? „An fast jedem Abend kann man hier in der Gegend irgendwo Salsa tanzen. Außerdem verbreitet er Lebensfreude.“

Den Spaß am Ganzen will das Paar an seine Schüler weitergeben. Angst vor blauen Flecken auf den Zehen muss dabei keiner haben. Alles wird Schritt für Schritt und manchmal spielerisch beigebracht. „Beim Tanzen sind schon viele Paare zusammengekommen. Aber ebenso viele auseinandergegangen“, merkt Uwe Mundt augenzwinkernd an. Wer bei einem Tanzkurs aber auf die große Liebe hoffe, sei fehl am Platz. „Man lernt hier viele neue Menschen kennen, das stimmt. Aber wir sind kein Datinghof.“ Für Paare indes sei der Tanzsport ideal, urteilt Sandra Mundt. „Wer nicht tanzt, dem fehlt es an Geselligkeit mit anderen Paaren. Und beim Tanzen lernt man den Partner besser kennen, man geht aufeinander ein und kann vom Alltag abschalten.“

Immer wieder verlassen die Mundts auch die Räume ihrer Tanzschule, organisieren mehrfach im Jahr Ausflugstouren wie etwa zu den Bad Kissinger Tanztagen, Bälle, Bootsfahrten mit Tanzflächen oder gemeinsame Grillveranstaltungen. „Wir waren auch schon mit 1 700 Jugendlichen aus verschiedenen Tanzschulen im Musikpark Darmstadt“, so Uwe Mundt.

Als Tanzlehrer ist man nicht nur „Beibringer“, sondern auch Psychologe, sind beide überzeugt. Beim Umgang mit schwierigen Kindern zum Beispiel. „Dafür können unsere Auszubildenden eine Qualifikation zum Kindertanzlehrer absolvieren“, erzählt Sandra Mundt, die selbst auch über diese Zusatzausbildung verfügt.

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