Feuchtes Salz gegen glatte Straßen

KBL-Winterdienst in Langen: Gut gerüstet in Erwartung von Schnee und Eis

+
Kein allzu häufiger Anblick – aber trotzdem: Wenn Schnee und Eis Einzug halten in Langen, sind die Mitarbeiter der Kommunalen Betriebe vorbereitet.   

Temperaturen rund um den Gefrierpunkt zeigte das Thermometer gestern Morgen. Kommen Schnee und Eis jetzt dauerhaft nach Langen? Müssen sich Autofahrer jetzt regelmäßig auf gefrorene Scheiben und glatte Fahrbahnen einstellen?

Langen – Wie jedes Jahr ist der Winterdienst der Kommunalen Betriebe (KBL) gut auf alle Eventualitäten vorbereitet, um Rutschpartien auf den Straßen nach Möglichkeit zu verhindern. Im KBL-Domizil an der Darmstädter Straße neben der Feuerwehr stehen die Räumfahrzeuge bereit und das Salzlager ist gefüllt, wie KBL-Betriebsleiter Manfred Pusdrowski berichtet. „Wir haben das Wetter immer im Blick.“

Winterdienst-Chef Peter Müller hat längst die Dienstpläne für die kalte Jahreszeit geschrieben. Ein eingespieltes Team mit 22 Mann kann er bei Schnee und Eis jederzeit zu Sonderschichten rausschicken, bei Bedarf auch mitten in der Nacht. Kommt es tagsüber zu Engpässen, wird die Winterdiensttruppe um weitere Beschäftigte aufgestockt. Da das Personalkontingent aber begrenzt ist, holen die Kommunalen Betriebe wieder einen privaten Dienstleister mit ins Boot. Er kümmert sich ums Wirtschaftszentrum Neurott.

Zum Streuen und Räumen sind vier Großfahrzeuge jederzeit startklar. Traktoren übernehmen die Radwege. Fußgängerüberwege, Bushaltestellen und die Bahnunterführungen müssen in Handarbeit gestreut werden. Priorität haben die Strecken, über die der meiste Verkehr rollt – wie Südliche Ringstraße, Bahnstraße oder Fahrgasse. Gleich danach sorgt der Winterdienst für rutschfreie Gefällstrecken auf dem Steinberg und ist rund ums Rathaus und auf den Busschleifen tätig. Auf Nebenstraßen kann der Service allerdings nur nachrangig bei extremer Glätte ausgedehnt werden „Der Zeit- und Kostenaufwand wäre ansonsten einfach zu hoch“, erklärt Müller.

Zum Streuen verwenden die Kommunalen Betriebe sogenanntes Feuchtsalz. Es gilt nach KBL-Angaben als umweltfreundlich, wirtschaftlich und effektiv. Bei dem Verfahren befeuchtet das Räumfahrzeug herkömmliches Streusalz direkt vor dem Auswerfen mit einer Natriumchlorid-Lösung. Die Kommunalen Betriebe stellen sie selber her und machen sich dadurch unabhängig von eventuellen Lieferengpässen. Die Mischung verhindert, dass trockenes Salz durch Windböen oder fahrende Autos in den Straßengraben geweht wird. Das senkt nicht nur deutlich den Verbrauch, sondern schont auch die Vegetation der Seitenstreifen. „Sowieso achten wir darauf, so wenig wie nötig zu salzen“, betont Müller. Denn gerade nach der extremen Trockenheit im vorigen und in diesem Sommer seien vor allem die Bäume geschwächt und würden umso mehr leiden, wenn sie mit Salz in Berührung kommen.

Bis minus acht Grad taut Feuchtsalz Eis und Schnee problemlos auf. Wenn es noch kälter wird, bewahrt nur noch Splitt davor, ins Rutschen zu kommen. Mit 250 Tonnen Streusalz sind die Kommunalen Betriebe gut ausgestattet. Auf dem Betriebshof lagern 150 Tonnen in der Salzhalle, der Rest befindet sich in einem großen Silo, von dem aus die Einsatzfahrzeuge befüllt werden. Bei Bedarf können die Kommunalen Betriebe auf weitere 50 Tonnen in einem Lager in Wiesbaden zurückgreifen, das mehrere Kommunen eingerichtet haben.

Nach den Worten von KBL-Betriebsleiter Pusdrowski „leisten wir in Langen im Sinne einer sicheren Mobilität häufig mehr als das gesetzlich vorgeschriebene Maß. Bei starken und anhaltenden Schneefällen bitten wir jedoch um Verständnis, dass wir uns auf die wichtigsten Straßen konzentrieren müssen.“

Alle Verkehrsteilnehmer sollten nach seinen Worten bei Schnee und Eis Vorsicht walten lassen. Geeignetes Schuhwerk beuge Stürzen vor. Eine dem Straßenzustand angepasste Fahrgeschwindigkeit vermindere das Unfallrisiko und manchmal sei es besser, das Fahrzeug stehen zu lassen.  

ble

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare