Sonnenblumenschule

Lernhaus statt Familienzentrum: Nach Erweiterung sollen 500 Kinder unterrichtet werden

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Die Tage sind gezählt: Das Familienzentrum (Foto) soll dem Erweiterungsbau der Sonnenblumenschule weichen.

Die Sonnenblumenschule soll wachsen: Voraussichtlich ab 2024 sollen dort 500 statt derzeit 300 Grundschüler unterrichtet werden.

Langen – Der Magistrat hat nun ein gemeinsam mit dem Kreis Offenbach als Schulträger erarbeitetes Rahmenkonzept zur Erweiterung vorgelegt, das der Haupt- und Finanzausschuss (als Eilausschuss in Vertretung der Stadtverordnetenversammlung) auch bereits beschlossen hat. Für den erforderlichen Neubau soll das benachbarte Familienzentrum abgerissen werden.

Die Vergrößerung der Sonnenblumenschule ist Teil des aktuellen Schulentwicklungsplans des Kreises, mit dem der wachsenden Bevölkerungszahl Rechnung getragen werden soll. Er sieht zudem den Neubau einer Grundschule im Neubaugebiet Liebigstraße (in etwa an der Stelle des früheren Wertstoffhofs) vor. Die anderen Grundschulen in der Kernstadt haben keine oder nur noch geringe Erweiterungspotenziale.

Auch an der Sonnenblumenschule ist der Platz begrenzt. In früheren Überlegungen war deshalb auch über eine Nutzung der Fläche des Jugendzentrums gesprochen worden. Nun allerdings haben sich die Akteure (Vertreter von Kreis, Stadt, Schule, Eltern, Juz und Architekten) darauf geeinigt, das Familienzentrum abzureißen. Dieses wird unter anderem für die Schulbetreuung genutzt, die in den Gesamtkomplex integriert und erheblich ausgebaut werden soll.

Die Sonnenblumenschule im Nordend ist die jüngste der fünf Langener Grundschulen. Sie wurde 1993 auf einer Brachfläche inmitten des wachsenden Wohngebietes erbaut und steht heute in direkter Nachbarschaft zum Sportzentrum Nord.

Der Startschuss für das Bauprojekt soll Anfang 2021 fallen. Die derzeit im Familienzentrum beheimatete Nachmittagsbetreuung wird im Zuge der Arbeiten vorübergehend in Containern auf dem Parkplatz des Sportzentrums Nord untergebracht, während das Haus abgerissen wird. Dafür wird zeitweise ein Teil der Stellplätze zwischen Turnhalle und Jugendzentrum in Anspruch genommen. Voraussichtlich bis Anfang 2024 sollen dann im südöstlichen Schulgrundstück zwei dreigeschossige, polygonale Baukörper mit Klassenräumen, Mensa, Aula, Waschräumen und Lagerflächen fertiggestellt werden.

Der Schulunterricht erfolgt jahrgangsübergreifend nach dem Lernhauskonzept. Im Bestandsbau werden die Verwaltung, die Betreuung und Fachräume untergebracht, im Neubau entstehen fünf Lerncluster mit je vier Klassenzimmern, die jeweils über den zentralen Erschließungsbereich und ein zusätzliches Treppenhaus erreichbar sind. Das Lernhauskonzept sieht eine dezentrale Anordnung der Funktionen um einen gemeinsam nutzbaren flexiblen Lernbereich vor. Die Kinder können sich innerhalb des Lernhauses frei bewegen. Der Neubau soll zudem im Erdgeschoss über eine Mensa mit Bezug zum Außenraum verfügen.

Die Nachmittagsbetreuung im Erweiterungsbau soll auf bis zu 450 Schüler (85 Prozent) ausgebaut werden. Aktuell können im Familienzentrum maximal 175 Kinder betreut werden.

Der Haupt- und Finanzausschuss hat nun den Magistrat mit der Änderung des Bebauungsplans beauftragt. Diese soll im sogenannten beschleunigten Verfahren (ohne Umweltprüfung) vorgenommen werden.

Einen Haken allerdings hat die Sache: Für das erst 2008 fertiggestellte Familienzentrum wurden Zuschüsse aus dem Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ verwendet. Dabei ist ein Teil der Zuschussmittel zurückzuzahlen, wenn der Verwendungszweck vor Ablauf von 25 Jahren nicht mehr gegeben ist.

Die Verhandlung mit dem Kreis über die Aufteilung der Erweiterungskosten, aber auch der Zuschussrückzahlung, laufen. Für die Stadt Langen schlagen die Änderungen des Bebauungsplans bislang mit 17 000 Euro zu Buche.  

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