Verwaltung muss mit einer Million Euro weniger auskommen

Langen spart bei Sauberkeit und Grünpflege

Langen – Kleinvieh macht auch Mist: Mit vielen kleinen und ein paar großen Kürzungen im städtischen Etat haben die Kommunalpolitiker insgesamt eine Ausgabenreduzierung von gut einer Million Euro erreicht. Von Markus Schaible

Die von Bürgermeister Frieder Gebhardt vorgelegte Streichliste hätte insgesamt Einsparungen von mehr als 1,6 Millionen erzielt, dafür aber auch in einigen Bereichen (vor allem im Sozialen) starke Einschnitte bedeutet. Dem mochten die Stadtverordneten so nicht folgen.

Dennoch: Die Sparmaßnahmen werden zu spüren und zu sehen sein. Unter anderem kommt es zu Einsparungen beim Personal, was laut einer Stellungnahme der Verwaltung im Fachbereich 1 („Dienste für Einwohner und Stadt“) zu längeren Bearbeitungszeiten beispielsweise im Bürgerbüro, bei Ordnungswidrigkeiten oder Bauunterlagen führen kann. Gespart wird zudem bei der Grünpflege und der Unterhaltung der Spielplätze. Auch das Budget des Projekts „Straßencarer“, dessen Bestandteil mehr Sauberkeit in der oberen Bahnstraße ist, wird gekürzt.

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Verzichtet wird auch auf eigentlich erforderliche Instandhaltungen an städtischen Gebäuden, beispielsweise dem Alten Rathaus. Dort wird einzig das historische Wappenfenster repariert, da es durch dieses ins Treppenhaus regnet. Verschoben werden die Planungen für eine Fußgänger- und Radler-Brücke über die Bahn zwischen den beiden S-Bahnhöfen.

Abgelehnt haben die Stadtverordneten Kürzungen beim Einsatz der Citystreife sowie bei der Verpflegung in den städtischen Kindertagesstätten. Die dreiwöchigen Ferienspiele in den Sommerferien bleiben erhalten; ein Test der städtischen EDV auf Angriffe von außen kann vorgenommen werden. Und beim Landesprogramm „Digitale Dorflinde“ (zehn öffentliche WLAN-Hotspots) soll Langen doch dabei sein.

„Da sind Sachen dabei, die tun weh, sie waren aber alternativlos“, erklärte Christian Gött (CDU). „Wir mahnen seit Längerem Strukturverbesserungen bei der Verwaltung an“, hob Heinz-Georg Sehring (FWG-NEV) hervor, wobei ihm die jetzt beschlossenen Maßnahmen noch nicht weit genug gehen.

Mehr Menschen sind dauerhaft arm - oder reich

„Die schmerzlichsten Kürzungsvorschläge im Sozialbereich wurden nicht angenommen“, betonte Jens Duffner (Grüne). Und für die SPD sagte Frank Weber: „Viele Magistratsvorschläge sind sinnvolle Anpassungen des Budgets.“ In der Liste habe es natürlich auch Punkte gegeben, „die den Anschein vermittelten, man will es der Politik mal richtig zeigen, aber die wurden verworfen“. Bei Enthaltung eines Linken wurde die geänderte Streichliste einstimmig angenommen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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