Ärger im Rathaus

Spaziergänger zertrampeln und vermüllen Naturschutzgebiet in Langen

So ist’s richtig: Radler und Fußgänger müssen im Naturschutzgebiet unbedingt auf den Wegen bleiben. Foto: Strohfeldt
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So ist’s richtig: Radler und Fußgänger müssen im Naturschutzgebiet unbedingt auf den Wegen bleiben. 

Ganz Langen zieht es raus an die Frische Luft. Dass vielen dabei das Wohlergehen von Flora und Fauna egal zu sein scheint, sorgt für Ärger. 

Langen - In den vergangenen Wochen haben die Langener vermehrt den Weg in die Natur gesucht – kein Wunder, lockte doch das sonnige Wetter und geschlossene Freizeiteinrichtungen sowie stornierte Urlaubspläne legen ohnehin den Ausflug in die Natur vor der eigenen Haustür nahe. Allerdings beobachtet man im Rathaus Langen, dass vermehrt Fußgänger und Radfahrer nicht immer nur auf den Wald- und Feldwegen bleiben. Das hat mitunter schwerwiegende Folgen für die Pflanzen- und Tierwelt.

Naturschutzgebiete leiden nicht nur in Langen

Mit dem Problem ist die Sterzbachstadt nicht alleine: Von den 344 Naturschutzgebieten in Südhessen leiden viele – besonders etwa die Schwanheimer Dünen in Frankfurt – laut dem Regierungspräsidium Darmstadt massiv unter Besuchern, die sich nicht an die Verhaltensregeln halten. Plattgetrampelte Pflanzen, achtlos weggeworfener Müll und Zigarettenstummel inmitten der Flora und Fauna gehören zu den Seitenerscheinungen des Besucheransturms.

Naturschutzgebiet in Langen ist Ziel zahlreicher Spaziergänger

Auch das etwa 54 Hektar große Naturschutzgebiet „Kammereckswiesen, Herchwiesen, Schmale Wiesen und Belzbornwiesen von Langen“ im Süden der Sterzbachstadt ist aktuell Ziel zahlreicher Spaziergänger, die sich nach frischer Luft oder einem Picknick in der freien Natur sehnen. Dagegen sei auch nichts einzuwenden, findet die Umweltberatung im Rathaus. Allerdings gibt es in dem besonders empfindlichen Lebensraum klare Regeln, die zum Schutz der Natur eingehalten werden müssen. „Leider ist dies aktuell nicht der Fall“, sagt der ehrenamtliche Vogelschutzbeauftragte und NABU-Mitglied Dieter Ohler. 

Wegeangebot rund ums Naturschutzgebiet

Naturschutzgebiet beherbergt vom Aussterben bedrohte Flora und Fauna

Bei Kontrollgängen stelle er immer wieder fest, dass zahlreiche Passanten sich jenseits der offiziellen Wege aufhalten und ihren Unrat auf Feldern und Wiesen liegen lassen. „Die Einsicht der Menschen hält sich in Grenzen“, sagt Ohler. „Und das obwohl in dem Naturschutzgebiet auch vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu Hause sind.“ Die nährstoffarmen Magerwiesen mit Röhrichtbeständen beherbergen so den Wiesenknopf-Ameisenbläuling, eine seltene Schmetterlingsart und eine Vielzahl anderer rarer Pflanzen- und Tierarten. Dazu zählen die Pracht- und Heidenelke, das breitblättrige Knabenkraut, eine Orchideenart, und das Schwarzkehlchen, die Rohrammer sowie Amphibien, Reptilien, Spinnen und Insekten.

„Das Betreten des Naturschutzgebietes ist verboten“ - Bügermeister aus Langen mahnt zur Vernunft

„Das Betreten des Naturschutzgebietes ist verboten“, erinnert Bürgermeister Frieder Gebhardt und appelliert an Spaziergänger, auf den Wegen zu bleiben und nicht querfeldein zu laufen. Nur so könnten die empfindlichen bodenbrütenden Vögel und Pflanzen geschützt werden. Während der Brut- und Setzzeit vom 1. März bis 1. Oktober herrsche außerdem Leinenzwang für Hunde und auch das Pflücken oder Ausgraben von Pflanzen sei untersagt. „Der städtische Fachdienst Öffentliche Sicherheit und Ordnung wird in Zukunft verstärkt kontrollieren und falls nötig auch Bußgelder wegen Ordnungswidrigkeiten verhängen“, betont der Verwaltungschef.

Hinweisschilder rund um das Naturschutzgebiet weisen auf das Betretungsverbot hin. Wer sich an der Natur erfreuen möchte, ohne Schäden anzurichten, kann den Infoflyer der Stadt nutzen, der das offizielle Wegenetz in der Südgemarkung mit Routenvorschlägen enthält (siehe Grafik). Das Faltblatt ist auch online herunterladbar.  

jrd

Infos zu den Schutzgebieten: langen.de/schutzgebiete-in-langen.html

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