Frauen-Power in Rot

SPD begrüßt Nancy Faeser und Angela Kasikci zum Neujahrsempfang

Zum Neujahrsempfang genau 100 Jahre nach der Wahl des ersten Langener SPD-Bürgermeisters kamen (von links) Klaudia Schweig-Eyrich (Magistratsmitglied), Werner Müller (SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag), Nancy Faeser (Vorsitzende SPD Hessen), Bürgermeisterkandidatin Angela Kasikci, Joachim Knapp (Vorsitzender SPD-Ortsverein) und Kirsten Fründt (Landrätin Marburg-Biedenkopf).
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Zum Neujahrsempfang genau 100 Jahre nach der Wahl des ersten Langener SPD-Bürgermeisters kamen (von links) Klaudia Schweig-Eyrich (Magistratsmitglied), Werner Müller (SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag), Nancy Faeser (Vorsitzende SPD Hessen), Bürgermeisterkandidatin Angela Kasikci, Joachim Knapp (Vorsitzender SPD-Ortsverein) und Kirsten Fründt (Landrätin Marburg-Biedenkopf).

Der Langener SPD-Ortsverein hat mit einer bewährten Tradition gebrochen: Der Neujahrsempfang fand diesmal nach dem städtischen statt.

Langen – Das hat seinen Grund: „Auf den Tag genau vor einhundert Jahren wurde mit Georg Zimmer ein Sozialdemokrat zum Bürgermeister gewählt – und seitdem wird diese Stadt bis heute von einem Sozialdemokraten geführt“, betonte Joachim Knapp, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins. Und wenn es nach seinem – aber wohl auch nach allen SPD-Freunden der Sterzbachstadt geht – soll diese Tradition fortgeführt werden. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um mit Angela Kasikci die erste SPD-Bürgermeisterin auf den Chefsessel im Rathaus zu bringen“, sagte Knapp unter dem Beifall der Besucher in der Stadthalle.

Nicht in das „kleine Kämmerlein“ eines Tagungsraums, sondern in den großen Saal hatten die Genossen geladen. Neben den über 120 Gästen konnte Joachim Knapp mit Nancy Faeser die Vorsitzende der hessischen SPD und Fraktionschefin der Sozialdemokraten im Landtag begrüßen, mit Kirsten Fründt die Landrätin des Kreises Marburg-Biedenkopf. Diese Einladung war gezielt lanciert, denn Fründt ist nicht nur eine Power-Frau im politischen Gefüge, sondern ihr Weg an die Spitze eines Landkreises soll beispielgebend für die Langener Bürgermeisterkandidatin sein.

Kirsten Fründt war bei ihrer Kandidatur ein politisch kaum beschriebenes Blatt: Sie verschaffte sich über ihr ehrenamtliches Engagement Gehör, überzeugte durch ihre Einstellung zur Demokratie und wollte ihr Umfeld unbedingt mitgestalten. „Ich wollte wissen, wie Entscheidungen funktionieren – in der Elternvertretung der Kindertagesstätte und später in der Schule“, verwies die Landrätin auf ihre gute Vernetzung auf vielen Ebenen, die ihr schließlich – ziemlich überraschend – auf die verantwortungsvolle Position verholfen hat. „Das soll nicht nur Angela Kasikci selbst, sondern allen, die sie unterstützen, Mut machen“, betonte Fründt.

In dieses Horn blies auch Nancy Faeser, die es jedoch über viele politische „Stufen“ an die Spitze der hessischen Sozialdemokraten geschafft hat. Die Fraktionsvorsitzende im Landtag blickte zunächst voller Bedenken auf den Jahresbeginn. „Wir hatten alle auf ein friedliches Jahr gehofft, das hat leider nicht so gut geklappt“, verwies Faeser auf den Konflikt zwischen den USA und Iran und den Abschuss eines Zivilflugzeuges mit vielen Toten. „Das ist das Schlimmste, was passieren kann, und alle Politiker sind aufgefordert, dass so etwas nie wieder vorkommt – die Konfliktparteien sollten schnellstens wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren“, appellierte Faeser.

Da es den Sozialdemokraten hierzulande derzeit nicht sonderlich gut gehen, forderte Faeser, sich auf die Kernfragen zu konzentrieren – wie sichere Arbeitsplätze und einen Mindestlohn von 13 Euro pro Stunde, um eine Rente zu erreichen, die ein Auskommen ermöglicht. Dazu gehöre auch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum – so wie es in Langen beispielhaft praktiziert werde. „Gehen Sie am 1. März zur Bürgermeisterwahl und wählen sie jene Frau, die alle erforderlichen Eigenschaften mitbringt, damit es in Langen so erfolgreich weitergeht“, betonte Faeser unter Beifall.

Dann kam die SPD-Bürgermeisterkandidatin Angela Kasikci selbst zu Wort. „Langen, das ist für mich das Ebbelwoifest, der Bäcker um die Ecke und der Waldsee, wo meine Tochter getauft wurde, und die Fußballvereine, in denen meine beiden Söhne Fußball gespielt haben.“ Die Stadt wachse nicht nur einwohnermäßig, sondern auch wirtschaftlich. „Ich verweise nicht nur auf das Paul-Ehrlich-Institut, das wir weiterhin für Langen gewinnen konnten, sondern auch auf weitere innovative Hochtechnologie-Unternehmen, die sich hier angesiedelt haben“, sagte Kasikci. Unter ihrer Verantwortung solle auch die Infrastruktur mitwachsen – Verkehr, Wohnungen und alles, was zur besseren Lebensqualität beiträgt. „Ich möchte nach fünf Jahren die Warteliste für die Kindertagesstätte abgearbeitet haben und wir müssen etwas für das Klima tun“, betonte Kasikci.

„Die Menschen wollen – und sollen dies auch – sich mitgestaltend einbringen“, forderte sie. Politikverdrossenheit entspringe meist einem Ohnmachtsgefühl. „Informationen müssen für jedermann an jedem Ort und zu jeder Zeit zugänglich sein“, forderte Kasikci. Aber auch Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ihr wichtig. Das Sportentwicklungskonzept müsse umgesetzt werden, die Gesundheitsversorgung verbessert und dem Gewerbe entsprechende Möglichkeiten zur Ansiedlung oder Verbesserung gegeben werden. „Am Ende meiner Amtszeit als Bürgermeisterin muss das Ergebnis ,Mehr Langen für alle‘ gegeben sein“, schloss die Kandidatin.

VON LEO F. POSTL

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