Direkt zum Schulbeginn

Schon wieder dicht: Sporthalle der Albert-Einstein-Schule in Langen monatelang nicht nutzbar

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Sportler müssen vorerst draußen bleiben: Am Montag haben die Handwerker in der Sporthalle der Albert-Einstein-Schule in Langen Einzug gehalten und keine Zeit verloren. Schon nachmittags waren die ersten Deckenplatten gelöst. 

Pünktlich zum Schulstart nach den Weihnachtsferien wird die Sporthalle der Albert-Einstein-Schule in Langen dichtgemacht. Grund sind Arbeiten am Dach.

  • Albert-Einstein-Schule in Langen kann Sporthalle nicht nutzen
  • Probleme sind zum Schulbeginn wie ein Déjà-vu
  • Ausweichplan wie im Vorjahr

Langen – Timing ist alles. Pünktlich zum Schulstart nach den Weihnachtsferien wird die Turnhalle der Albert-Einstein-Schule dichtgemacht. Wegen Reparaturarbeiten am Dach ist sie seit Montag (13.01.2020) geschlossen und wird aller Voraussicht nach bis Ende April nicht nutzbar sein. Klar, dass diese Nachricht für lange Gesichter sorgt – sowohl bei Schülern und Lehrern der Integrierten Gesamtschule als auch bei den Vereins- und Hobbygruppen, die die Halle abends nutzen. 

Während das Rektorat der Schule immerhin schon vor dem Gang in die Ferien vom zuständigen Dienstherrn, der Kreisverwaltung Offenbach, über die anstehende Schließung informiert worden ist, hat die Vereins- und Hobbygruppen erst vorige Woche ein Schreiben aus dem Langener Rathaus von dem in Kenntnis gesetzt, was für alle Beteiligten ein Déjà-vu ist. Denn: Schon voriges Jahr war die Halle vorübergehend nicht benutzbar.

Langen: Dach der Sporthalle an Albert-Einstein-Schule machte schon einmal Probleme

Rückblende: Anfang März 2019 ergibt eine Begehung statische Mängel an den Dächern von Turnhalle und Gymnastikraum – sowohl diese Untersuchung als auch die Konsequenz brechen hoppladihopp über die Schule und sämtliche Nutzer herein: Halle dicht; allseits ist Improvisationstalent bei der Suche nach Ausweichquartieren gefragt. Stadt und Kreis ziehen Strippen, örtliche Vereine und Kirchengemeinden bieten Ausweichquartiere an, fast alle Schul- und Freizeitangebote kommen neu unter. Und irgendwann kommt dann vom Kreis grünes Licht, die Halle doch vorläufig wieder öffnen zu können.

Schon damals ist freilich klar: Das Dach ist ein Sanierungsfall. In erster Instanz werden seinerzeit die auf den Dächern angebrachten Solarmodule entfernt. Möglicherweise zu exponiert angebracht und somit den Kräften von Wind und Sturm ausgesetzt, sind die Module als Verursacher von Setzrissen in der Dachkonstruktion ausgemacht worden. Was sich damals ebenfalls schon abzeichnet und letztlich das zehnmonatige Warten auf die Sanierungsarbeiten verursacht, ist der Umstand, dass Handwerker für eine „Operation“ dieser Größenordnung nicht von heute auf morgen zu bekommen sind.

Langen: Dachsanierungen an Sporthalle der Albert-Einstein-Schule werden teuer

„Es war beispielsweise gleich absehbar, dass das Dach nicht während der Sommerferien repariert werden kann“, merkt Kreis-Pressesprecherin Ursula Luh an. Nachdem als „Akutmaßnahme“ die Solarmodule vom Dach abmontiert worden seien, konnte die Halle erst mal wieder bedenkenlos freigegeben werden. „Das hat dem Kreis als Schulträger die nötige Beinfreiheit verschafft, um das Sanierungskonzept auszuarbeiten und die Reparatur zu vergeben – jetzt wird komplett saniert und nicht bloß geflickt“, resümiert Luh.

Wieso die Arbeiten also ausgerechnet diese Woche starten und nicht in den Ferien, ist somit erläutert. Laut Luh schlägt die Dachsanierung mit ungefähr 700 000 Euro zu Buche. „Die Tragkonsolen werden statisch ertüchtigt“, zitiert sie Amts- beziehungsweise Baudeutsch, unter anderem werden auch diverse in Mitleidenschaft gezogene Gasbetonsteine ausgetauscht. „Wenn die Arbeiten nicht durch größere Wetterkapriolen verzögert werden, sollte nach Ostern Vollzug zu melden sein“, äußert sich Luh zum Zeitplan.

Sporthalle in Langen: Ausweichprogramm für Albert-Einstein-Schule wie letztes Jahr

Susanne Fritz, die Leiterin der Einstein-Schule, hat derweil gleich mal am Montagnachmittag in die Halle gespitzt – „da waren der Boden schon komplett abgeklebt, ein großes Arbeitsgerüst aufgebaut und schon der erste Teil der Deckenverkleidung abmontiert“. An der Schule laufe nun dasselbe Ausweichprogramm an wie im Frühjahr 2019. „Ein Kollege hat die Pläne in der Schublade und hat das Ganze dankenswerterweise organisiert“, schildert Fritz. 

Wiederum könne man auf Unterstützung des Turnvereins, der anderen Schulen und der katholischen Gemeinde bauen. „Die Georg-Sehring-Halle direkt auf der anderen Straßenseite ist Glück im Unglück für uns. Wir können die Halle vormittags nutzen und fahren für den Sportunterricht eine Doppelbelegung.“ Auch der Gemeindesaal Heiliger Thomas von Aquin stehe wieder zur Verfügung – und so weiter. „Die Sportstundenpläne haben oberste Priorität, aber wir wollen auch unsere ,Bewegte Pause’ aufrecht erhalten, wann immer das Wetter mitspielt und wir ins Freie können.“

Den Vereinen kann derweil Stadtpressesprecher Roland Sorger wieder weitgehend Land in Sicht melden: „Für die SSG-Leichtathleten sowie die Fechter und Basketballer des Turnvereins sind Ausweichquartiere schon fix. Und bei den Judokas sieht es gut aus, dass sie im Sportzentrum Nord unterkommen können.“ Zwei Hobbyfußballteams versuchen derweil, das Beste aus der Situation zu machen, indem sie die wöchentlichen Kicks in die Soccerhalle im Neurott verlegen.

Von Holger Borchard

Im letzten Jahr musste die Sporthalle der Albert-Einstein-Schule in Langen ebenfalls geschlossen werden. 

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