Happy End für Blumenkästen

Stadt erlaubt Bepflanzung an der Dieburger Straße – mit Auflagen

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Vom Ersten Stadtrat für gut befunden: Die Blumenkästen von Hildegard Grote-Hoffmann an der Dieburger Straße dürfen bleiben, sollen allerdings auf die Fensterbänke wandern. Das Thema hatte für Aufregung gesorgt.

Die Geschichte in unserer Zeitung hat hohe Wellen geschlagen: Dass die Langenerin Hildegard Grote-Hoffmann ihre Blumenkästen von der Hauswand abhängen soll, weil diese zu weit in den ohnehin sehr schmalen Bürgersteig hineinragen, hat viele unserer Leser empört.

Langen – In Leserbriefen, Kommentaren auf unserer Homepage und bei Facebook betonten die meisten ihr Unverständnis, dass die Stadt die Bepflanzung untersagt, andere sprachen sich dafür aus – aus Sicherheitsgründen.

Damit hatte auch die Stadt ursprünglich argumentiert – die nun aber einlenkt. Nach einer anonymen Anzeige hatten Mitarbeiter des Ordnungsamts die Gehwegbreite nach Abzug der Bepflanzung gemessen. Mit dem Ergebnis: Mit den Kästen wird es zu eng – für größere Personen, radfahrende Kinder, Rollstuhlfahrer, alle mit Kinderwagen oder geöffnetem Schirm. Die Anwohnerin griff ebenfalls zum Zollstock – und widersprach den amtlich gemessenen Werten. Obendrein argumentierte sie, dass sie vor Jahren für ihre Bepflanzung sogar einen Preis vom Verkehrs- und Verschönerungsverein bekommen habe.

Inzwischen hat sich Erster Stadtrat Stefan Löbig den Blumenschmuck angesehen und ihn für ausgesprochen schön befunden – „auch wenn er sich zugegebenermaßen aus baulichen Gründen relativ weit im Fußgängerbereich befindet“. Doch Löbig geht es nicht anders als den Leserbriefschreibern und Kommentatoren im Internet: „Wenn ich andere Ecken in Langen in Relation setze, müssten wir an vielen Stellen ähnlich rigoros vorgehen – was ich allerdings nur ungern sähe, weil wir froh sein können, dass sich Bürger für Begrünungen einsetzen.“

Letztlich herausgekommen ist nun ein Kompromiss: Der Erste Stadtrat hat die Anwohnerin angerufen und sie gebeten, ihre Blumenpracht regelmäßig zu stutzen – und die Kästen baldmöglichst auf die Fensterbänke zu versetzen. Das hatte sie ursprünglich dem Ordnungsamt angeboten, aber auch das war abgewiesen worden. „Bis dahin werden wir die aktuelle Situation akzeptieren und hoffen, dass sich der anonyme Anzeigeerstatter nicht weiter beschwert“, sagt der Dezernent. „Sollte dies dennoch der Fall sein, kann er oder sie sich gerne bei einer Tasse Kaffee in meinem Büro mit mir über das Für und Wider von Blumenkästen austauschen“, bietet Löbig an.  jrd

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